EU und USA wollen Googles Übernahme von Motorola absegnen

12. Februar 2012, 12:31
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Offizielle Stellungnahme in wenigen Tagen - China, Israel und Taiwan müssen noch zustimmen

Firmenübernahmen gehören zum Tagesgeschäft eines jeden großen IT-Konzerns. Während der Großteil davon relativ rasch über die Bühne gehen, wird es beim Kauf eines größeren Konzerns etwas komplizierter. Das muss derzeit auch Google zur Kenntnis zu nehmen, rund sechs Monate nachdem man die Absicht verkündet hat, den Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility für 12,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, ist das Geschäft noch immer nicht in trockenen Tüchern, müssen hier doch diverse Wettbewerbsbehörden zustimmen - und das kann eben dauern.

Zustimmung

Nun zeigt sich aber Licht am Ende des Tunnels: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben sich die Europäische Regulierungsbehörden dazu entschlossen, dem Deal ihren Segen zu geben. Dies ohne jegliche Auflagen, nach eingehender Prüfung gehe man davon aus, dass der Wettbewerb am Mobiltelefonmarkt durch die Abmachung nicht beeinträchtigt werde. Eine offizielle Ankündigung soll in den kommenden Tagen folgen.

Weiter abwarten

Kurz davor hatte das Wall Street Journal berichtet, dass auch die US-Behörden keinen Einspruch gegen den Kauf erheben wollen, womit Google zwei entscheidende Hürden auf dem Weg zu einer erfolgreichen Übernahme von Motorola Mobilty genommen hätte. Allerdings nicht die letzten: So hat China noch bis zum 20. März um Einspruch zu erheben, auch Israel und Taiwan müssen erst ihre Zustimmung abliefern.

Interessenslage

Google hatte bei der Ankündigung der Übernahmepläne vor allem Motorola Mobilitys breites Patentportfolio ins Treffen geführt, mit dem man das eigene mobile Betriebssystem Android besser gegen Patentklagen schützen wolle. Spekulationen, dass man mit der Kombination aus Hard- und Software ein direkter Konkurrent zu Apple werden wolle, hat man hingegen bisher konsequent verneint. Motorola Mobility solle als vollständig unabhängiges Tochterunternehmen geführt werden, das selbst bei der Wahl zum "Lead Device" - also den Geräten von Googles-Nexus-Reihe - keine Bevorzugung erhalten solle. (apo, derStandard.at, 12.02.12)

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