Berlusconi-Anwälte bauen auf Faktor Zeit

11. Februar 2012, 20:20
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Verteidigung will Prozess in die Verjährung retten - Urteil in Bestechungsfall am 25. Februar möglich

Rom - Beim Prozess gegen den ehemaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi in Mailand kämpfen die Verteidiger des Medienzaren für eine Verjährung des Verfahrens. Angesichts der nahenden Verjährungsfrist des Prozesses forderten die Rechtsanwälte das Mailänder Gericht auf, eine Liste mit 60 zusätzlichen Verteidigungszeugen zuzulassen, um Zeit zu gewinnen. Die Richter lehnten jedoch die Forderung ab. So konnte der Mailänder Staatsanwalt Fabio Di Pasquale sein Schlussplädoyer beginnen. Dabei meinte er, es gebe keinerlei Zweifel, dass Berlusconi seinen früheren britischen Anwalt David Mills bestochen habe.

In dem Verfahren geht es um Vorwürfe, Berlusconi habe Mills in den 1990er Jahren für Falschaussagen in Prozessen gegen sein Medienunternehmen Mediaset 600.000 Dollar (heute 465.000 Euro) bezahlt. Staatsanwalt Di Pasquale wird am kommenden Mittwoch sein Schlussplädoyer fortsetzen. Ein Urteil ist am 25. Februar möglich. In ihrem letzten Plädoyer vor dem Urteil am letzten Donnerstag hatten die Rechtsanwälte Berlusconis den Freispruch ihres Mandanten wegen Verjährung gefordert.

In einem anderen Prozess hatte die italienische Justiz Mills im Jahr 2009 in erster und zweiter Instanz wegen Korruption zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Kassationsgericht urteilte im Jahr darauf jedoch, die Mills zur Last gelegten Taten seien nach mehr als zehn Jahren verjährt. (APA)

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    Silvio Berlusconi, ehemals wichtig.

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