Russland setzt Adoptionen in die USA aus

11. Februar 2012, 19:04
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Russische Kinder sollen von US-Adoptiveltern verletzt worden sein

Moskau - Als Reaktion auf Fälle missbrauchter russischer Kinder durch ihre Adoptiveltern in den USA hat Russland Adoptionen in die Vereinigten Staaten ausgesetzt. Angesichts einer "unendlichen Serie von Verbrechen in den USA gegen russische Kinder" halte es das russische Außenministerium für "angebracht, Adoptionsverfahren für US-Bürger in der Russischen Föderation auszusetzen", erklärte das Ministerium am Samstag in Moskau. Ein im Juli vergangenen Jahres vereinbartes bilaterales Adoptionsabkommen müsse zunächst verschärft werden.

Das russische Außenministerium verwies auf Urteile von US-Gerichten gegen Adoptiveltern, die ihre russischen Kinder misshandelt hatten. So habe etwa am 3. Februar ein Gericht in Pennsylvania ein "zu mildes Urteil" gegen eine Adoptivmutter gesprochen, die ihre aus Russland stammende Tochter misshandelt hatte. Das dreijährige Mädchen war 2009 mit Verbrennungen zweiten Grades und Prellungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Mutter wurde zu 23 Monaten Gefängnis verurteilt, darf aber bereits nach acht Monaten freikommen. Das Urteil liege weit unter der möglichen Höchststrafe von fünf bis zehn Jahren Haft, bemängelte das Ministerium.

Wann genau die Adoptionsverfahren wieder aufgenommen werden, teilte das Ministerium nicht mit. Zunächst müssten die Kontrollmechanismen und der Kinderschutz in den Verfahren verbessert werden. Zudem müssten im russischen Recht Adoptionen ins Ausland erschwert werden. Moskau hatte bereits 2010 Adoptionen in die USA ausgesetzt, nachdem eine unzufriedene US-Mutter ihr russisches Kind wieder zurück in seine Heimat geschickt hatte. Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten Adoptiveltern weltweit, und viele von US-Bürgern adoptierte Kinder kommen aus Russland. (APA)

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