Europaweite Proteste gegen Anti-Piraterie-Abkommen ACTA

Bericht | 11. Februar 2012, 17:47
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    foto: ap/valentina petrova

Tausende bei Protestmärschen in Österreich - Furcht vor Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet

In mehreren europäischen Ländern hat es am Samstag Demonstrationen gegen das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA gegeben. In Deutschland gingen Zehntausende Menschen auf die Straßen. Auch in Wien und in anderen Städten Österreichs versammelten sich Tausende zu Protesten.

Wien

In Wien fanden sich nach Angaben von Polizei und Veranstaltern zwischen 3.000 und 4.500 Menschen auf dem Stephansplatz zusammen. Die Aktivisten-Gruppe Anonymous, die Grünen und die Piratenpartei hatten zu der Demonstration aufgerufen.

 

Der Protestzug zog zu Mittag vom Stephansplatz zum Parlament. Dort sprachen unter anderem der EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser (ehemals Liste Martin), die deutsche EU-Mandatarin Ska Keller (Grüne), der grüne Bundesrat Marco Schreuder, sowie Christian Marin von der österreichischen Piratenpartei. Die Redner erklärten, dass das umstrittene Abkommen zwischen den EU-Staaten und den USA noch keine beschlossene Sache sei und sich noch verhindern lasse.

Graz

Auch in Graz hat am Samstag wie in anderen österreichischen und europäischen Städten eine Demonstration gegen das umstrittene Abkommen gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen (Anti-Counterfeiting Trade Agreement ACTA) stattgefunden. An der Kundgebung, die bei starkem Schneefall stattfand, beteiligten sich laut Polizei rund 1.000 Personen.

Die Gegner gegen das geplante Gesetz gegen Copyrightverletzungen und Produktpiraterie befürchten, dass dadurch auch die gesamte Nutzung von Informationen eingeschränkt werden könnte. Unterstützt wurde die Grazer Aktion auch vom Kulturverein ESC: "Diese Veränderungen werden sich auch auf alle kulturellen Äußerungen und damit auch auf die künstlerische Produktion auswirken", so Reni Hofmüller vom ESC Kunstlabor.

Die Grazer Grünen verlangen ebenfalls, das ATCA-Abkommen zu stoppen. "Ein Vertrag, der geheim verhandelt wurde, und an dem nur eine Seite, nämlich die Content-Industrie, mitwirken durfte, hat keinen demokratischen Wert", erklärte Grüne-Klubobfrau Christine Jahn.

Innsbruck

Auch in der Tiroler Landeshauptstadt ist am Samstag gegen das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA demonstriert worden. Laut Polizeiangaben nahmen an dem Marsch durch die Innsbrucker Innenstadt unter dem Motto "Act against ACTA" rund 800 Personen teil. Die Abschlusskundgebung fand am Landhausplatz statt. Laut Exekutive kam es dabei vorerst zu keinen Zwischenfällen.

Linz

Schon vor den für Samstag angekündigten Demonstrationen gegen den Burschbundball in Linz, fand eine weitere Kundgebung in der Linzer Innenstadt statt. Rund 400 Teilnehmer protestierten gegen das umstrittene Abkommen, teilte die Sicherheitsdirektion der APA mit. Bei der angemeldeten Demonstration, deren Teilnehmer vom Volksgarten zum Hauptplatz marschierten, sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen. Gegen 15.00 Uhr habe sich die Kundgebung wieder aufgelöst, so die Polizei. Auch im vorarlbergischen Bregenz sind rund 1.000 Personen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen ACTA zu setzen - deutlich mehr als von den OrganisatorInnen erwartet.

Salzburg

Von 14.30 bis 15.00 Uhr versammelten sie sich bei minus zehn Grad Außentemperatur zu einer friedlichen Demonstration vor dem Festspielhaus. Danach marschierten die Teilnehmer zum Südtirolerplatz, wo vor dem Hauptbahnhof eine Abschlusskundgebung abgehalten wurde.

Auf kleinen Transparenten stand "Ad Acta" und "Stopp ACTA". Laut Polizei haben sich rund 1.000 Personen an der Demonstration beteiligt, die bis 17.00 Uhr anberaumt war. Einige Aktivisten trugen Guy Fawkes-Masken, solche Masken wurden auch schon von Anhängern des Internetkollektivs "Anonymous" und der Occupy Wall Street-Bewegung bei Protestaktionen verwendet. Sie gelten als gemeinsames Zeichen des losen Netzwerkes.

"ACTA ebnet den Weg zur totalen Überwachung. Ich halte unsere Freiheitsrechte für wichtiger als die Interessen der Film- und Musikindustrie", sagte Tarik Mete, Landesvorsitzender der Jungen SozialdemokratInnen (JUSOS) Salzburg. Durch das Anti-Counterfeiting Trade Agreement ACTA drohe den Internetnutzern bei mehrmaligem Verstoß gegen das Urheberrecht eine Sperrung ihres Internetzugangs. "Diese Maßnahmen führen zu einer totalen Überwachung des Internets und bedrohen das moderne Web 2.0, wie wir es kennen und täglich nutzen", warnte Mete.

Österreichischer Journalisten Club

Auch der Österreichische Journalisten Club protestierte in einer Aussendung gegen ACTA. Weder die Interessen der User, noch die der Autoren werden geschützt, sondern rein die Verkaufsinteressen der Unternehmen, hieß es. Bei der "Initiative für Netzfreiheiheit" zeigt man sich über den Umfang der Proteste erfreut - und auch ein bisschen überrascht: "Trotz Semesterferien und 2-stelligen Minusgraden seien österreichweit etwa zehntausend Menschen auf die Straße gegangen, um "ein klares Zeichen für Transparenz und Demokratie." zu setzen, heißt es in einer Aussendung.

Am Samstag fanden europaweit Proteste gegen ACTA statt. Österreich hat das umstrittene Abkommen am 26. Jänner unterzeichnet. Deutschland, Estland, Niederlande, Zypern, Slowakei zögern jedoch bisher bei der Unterschrift.

Deutschland

In Deutschland gab es große Beteiligung an den Protesten. Wie die Polizei mitteilte, beteiligten sich in München etwa 16.000 Menschen an dem internationalen Protesttag, in Berlin sprachen die Veranstalter von 10.000 Teilnehmern. In Köln folgten Polizeiangaben zufolge jeweils etwa 2.000 Demonstranten dem Protestaufruf. Auf Plakaten forderten Teilnehmer der Berliner Kundgebung "Freiheit im Internet" oder "Für Reform des Urheberrechts". Andere trugen Masken der Hacker-Bewegung Anonymous.

Schweiz

Auch in der Schweiz war eine Kundgebung angekündigt. Auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelte sich am Samstagnachmittag aber nur rund ein Dutzend Personen zur Anti-ACTA-Kundgebung, zu der die Piratenpartei aufgerufen hatte.

Bulgarien

Trotz eisiger Kälte fanden sich sich vor dem Parlament in Sofia rund 300 Demonstranten ein. Ähnliche Aktionen wurden nach Angaben der Veranstalter in insgesamt 15 Städten des EU-Landes organisiert. In der litauischen Hauptstadt Vilnius demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den Vertrag, in Warschau waren es zunächst einige Dutzend Demonstranten.

ACTA

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen) hatten 2010 mehrere Staaten ausgehandelt. Am 26. Jänner diesen Jahres war das Abkommen dann von der EU sowie von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterzeichnet worden - darunter auch Österreich.

Der ACTA-Vertrag sieht unter anderem vor, dass Internet-Provider den Behörden Daten wie die IP-Adresse bekanntgeben sollen, um bei Verstößen gegen das Urheberrecht eine Identifizierung von Personen zu ermöglichen. Die ACTA-Gegner befürchten, dass das Abkommen die Meinungsfreiheit im Internet massiv einschränken würde. Deutschland, Estland, Niederlande, Zypern, Slowakei zögern bisher bei der Unterschrift. Polen, Tschechien und Lettland haben die Ratifizierung durch das Parlament vorerst gestoppt. Auch in Bulgarien gibt es Zweifel an der Ratifizierung. (APA/sda/dpa/Reuters/AFP)

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12345 ... weiter weiss ich nicht!
01
13.2.2012, 15:51
das ist Österreich bei solchen Themen gegenüber der EU !!!

i glaub ollas, wos in da zeidung schdeht,
fur jedn doktatitl ziag i mein huat
i bleib am obend scheh z`haus, füh meine totoschein aus,
ich liebe meinen chef und sag: "es geht uns guat"
ich schau im fernsehn so gern die werbung au,
die is so sauber unds o lustig und so bunt
i hör immer auf mei frau, i bin pünktlich und genau
und wauns mi überkummt, daun hau i nur mein hund
i bin a kniera wi`ra im biachl schdeht,
i bin da ärgste fuachngänga von wien.
i bin a reisstrahra, oaschkreula, küssa,
i kriag de goldane kniaschei`m falieh`n
zum beischbü waun i an polizisten siech,
der grod an aufschreibt, bleib i schden und sag: "ja,ja
tun sie nur ihre pflicht, schließlich g`hört sich das nicht".

Biene Maya-Kalender
00
13.2.2012, 10:16
---ZENSURIERT---

Kühnemund
40
13.2.2012, 07:49
ACTA & Co. könnte man ganz leicht stoppen!

Die Demos gegen ACTA sind zu begrüßen, doch werden sie leider nicht viel bringen. Sozialistische & Lobbyistische Politiker werden immer daran interessiert sein, das Volk zu überwachen, unterdrücken, auszubeuten usw. um der Macht willen. ACTAs hat es immer gegeben und wird es immer geben solange Menschen zu Wahlen gehen - im Glauben sie leben in Demokratie - und machen dann aber bei einer Partei das Kreuzerl. Es gibt in Europa keine einzig mir bekannte Partei, die sich in ihren Grundsätzen gegen Sozialismus und Lobbyismus einsetzt. Und genau so lange es keine Freiheit gibt werden Menschen versuchen andere zu kontrollieren, manipulieren und auszubeuten!

Christoph Smaul, formerly known ass
 
00
13.2.2012, 15:59

Das stimmt, dass es das immer gegeben hat. Aber 1. muss es das nicht (mehr) geben, und 2. ist jetzt eine großflächige Überwachung in einem Ausmaß möglich, das noch nicht da war.

Gobi Todic
10
13.2.2012, 08:45

tabletten?

Sepp Alpenrepp
15
13.2.2012, 09:10

in der apotheke bekommst welche...musst ned hier im forum betteln

living reef
71
13.2.2012, 06:59
schön blöd und echt gemein

das man sich geistiges eigentum anderer nicht mehr so ohne weiteres raubkopieren kann. wir sind ja seit unserer frühen kindheit immer daruf hin gedrillt worden, dass in unserem leben grenzenloser konsum (auch des internets) in erster linie gratis sein muss. darauf habe ich ja offenbar ein menschenrecht. bin auch für totale steuerfreiheit!
es lebe die totale anarchie wo sich jeder ungefragt und ungestraft alles und jedes nehmen kann was er zu "krallen" vermag.

Graph Bobby
05
13.2.2012, 11:15
Wenn das dein Weltbild ist

dann wuerde ich vorschlagen, dass du jetzt mal schnellstmoeglich alle Menschen, von deren Idee du irgendwie profitiert hast, bezahlst.

Dieser Kommentar beispielsweise ist mir gerade eingefallen, und daher mein "geistiges Eigentum", also waerst du bitte so freundlich, mir einen Euro zu ueberweisen?

Ausserdem kannst du nur hier posten, weil die Berkeley University den TCP/IP Stack erarbeitet hatte. Bloederweise hat sie ihn gratis verschenkt, also wuerdest du bitte so fair sein, und die grob geschaetzt 150 Euro, die eine Kommerzbude dafuer verlangt haette, als Spende an die Berkeley University ueberweisen?

Achja, und wenn wir schon dabei sind... du verwendest nicht zufaellig Firefox? Thunderbird? Gratis-SSL-Verschluesselung? ...

Gobi Todic
10
13.2.2012, 08:51

ich habe keine waffe, wie soll ich also rauben?

in der ubahn passanten im schwitzkasten halten und so zum filetransfer zwingen?

trollpower
00
13.2.2012, 08:14

klar kann man das immer noch und das wird sich auch nie ändern, also Kopf hoch!

yomellamo
14
13.2.2012, 07:55

es geht hier nicht um "wir wollen alles gratis", sondern gegen totale ueberwachung und zensur.

Mark.us
00
12.2.2012, 20:38
ja toll wars,

...gebracht hats wenig:

http://www.heise.de/newsticke... 33102.html

Mark.us
13
12.2.2012, 20:45

"In den Protokollen werden die Straßenproteste wie die Aktionen gegen Regierungs-Webseiten in Österreich und Tschechien als Aktionen der Netzgemeinde bewertet, die durch mangelhafte Informationen entstanden seien"
- ganz im gegenteil, die sind dadurch entstanden, dass die mangelnden informationen endlich zur bevölkerung durchgedrungen sind!

STiAT
016
12.2.2012, 18:31
Kalt wars ...

aber ich bin froh dabei gewesen zu sein :-). Endlich mal was sichtbares ... nur nicht beim Standard, da versteckt man so etwas das heute eigentlich jeden betrifft bei der Netzpolitik.

living reef
140
13.2.2012, 07:00
wünsche jedem dabeigewesenenen

einen netten grippalen infekt....

JosefGott
00
14.2.2012, 01:25
Ung genau wegen Leuten wie ihnen die anderen Leuten Krankheiten an den Hals wünschen,

hätte ich keine Gewissensbisse mir Musik kostenlos aus dem Netz zu laden.

suit
 
03
13.2.2012, 09:15

Steigert die Abwehrkräfte, ab und zu mal einen kleinen Infekt haben, ist nicht schlecht. Aber trink du mal lieber dein Actimel, bevor du unter die Leute gehst - sonst wirst du am Ende noch krank.

st82
00
12.2.2012, 18:13

schade irgendwie, die bodyguarddame hät ruhig nächste woche sterben können, dann nämlich hätt diesen artikel auch jemand gelesen.
aber ich versteh ja, die wichtgeren dinge zuerst

Gegen Studiengebühren kämpfen!
05
12.2.2012, 17:07
Großartig war es!

Gratulation an alle, die bei der Kälte auf die Straße gegangen sind!

In Polen, Tschechien, der Slowakei und in Lettland haben massenhafte Proteste bereits einen Ratifizierungsstopp erkämpft. In Deutschland haben die Proteste zur Vertagung der Unterzeichnung geführt. Wir können ACTA auch in Österreich stoppen! Das ist ein Kampf!

http://www.linkswende.org/5646/Gros... gegen-ACTA

noldman
28
12.2.2012, 21:40
Hört endlich mit eurem Links- Rechts- Scheiß auf!!!

Jeder der "wirklich" etwas gegen ACTA tun will, lässt diesen Links- Rechts- Blödsinn links liegen.

Der Mehrheit in Öst. geht es sicher so wie mir. Wenn die Rechten oder die Linken zu einer Demo aufrufen geh ich nicht hin. Bei ACTA geht es nicht um links oder rechts, es geht um Meinungsfreiheit, um den Erhalt der Demokratie etc.

Stalin gegen Hitler. Pest oder Cholera. Tolle Auswahl.

Hört endlich damit auf und werdet Erwachsen.

Johnny Brainstorm
11
12.2.2012, 23:41

Magst den Mitte-Extremismus ned stecken lassen? :)

noldman
00
15.2.2012, 11:26
Mitte-Extremismus?!?

Sorry aber ich habe in meinem Posting nirgends etwas davon geschrieben, welcher politischen Richtung man sich zugehörig fühlen sollte. Ich habe lediglich geschrieben, dass Ideologien hier kontraproduktiv sind. Diese ganzen Links- Rechts- Aufrufe schaden dem Ansinnen ACTA und IPRED zur Strecke zu bringen.

Ich persönlich würde mich politisch mit 2 Wörtern beschreiben: Realist und vor allem Pragmatist

Das Rechts in eine Sackgasse führt und gerade wir Österreicher mit unserer Geschichte dazugelernt haben müssten, ist ja hoffentlich jedem klar. Aber diese Verherrlichung der Morde von Che oder der Diktatur in Kuba kann ich nicht verstehen.

Sozialismus klingt nett, real führt er aber leider zur Verarmung der Massen und zu einer reichen Kaste!

ilrio xxxxx
 
00
12.2.2012, 21:33
ö ist ein musterschüler und unterschreibt

alles bedenklos ohne vorher nachzudenken oder genauer zu lesen.

12345 ... weiter weiss ich nicht!
00
13.2.2012, 15:47
Ö macht was die Deutschen machen ...

ist doch einfacher nicht selber nachdenken zu müssen ;)

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