Kosovarische Familie vorerst nicht aus Österreich ausgereist

11. Februar 2012, 21:26
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Kein Flug - Mauthausenkomitee Vöcklabruck: Neuer Versuch am Freitag

Linz/Schwechat - Eine vierköpfige kosovarische Familie, die seit 2005 in Attnang-Puchheim (Bezirk Vöcklabruck) gelebt hat und heute, Samstag, aus Österreich ausreisen sollte, ist vorerst dageblieben. "Nicht weil sie nicht ausreisen will, sondern weil sie keinen Flug hatte", berichtete Frederik Schmidsberger vom Mauthausenkomitee Vöcklabruck. Der Flieger in Wien-Schwechat sei nicht wie geplant, am Samstag, sondern bereits gestern, Freitag, gegangen. Die Betroffenen hätten das aber nicht erfahren.

Am Samstag gebe es zwar noch andere Maschinen Richtung Pristina, die Tickets würden aber das Doppelte bis Dreifache kosten, so Schmidsberger. Die Familie plane, kommenden Freitag mit der Airline, die sie ursprünglich gebucht hatte, in den Kosovo zu fliegen. "Sie ist ausreisewillig", betonte ihr Betreuer. Am Montag will er mit den Eltern und ihren beiden Kindern im Alter von neun und elf Jahren zur Fremdenpolizei gehen, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Antrag nur aus dem Kosovo möglich

Die Familie hatte vor Weihnachten mit dem Kauf von Flugtickets nach Pristina ihre Abschiebung verhindert und war aufgefordert worden, Österreich bis spätestens 11. Februar zu verlassen. Am Freitag wurde bekannt, dass der Vater in Oberösterreich arbeiten könnte, weil ein Landwirt einen Antrag auf Beschäftigungsbewilligung eingebracht hat. Der designierte Bezirkshauptmann von Vöcklabruck, Martin Gschwandtner, erklärte dazu, dass die Betroffenen dennoch ausreisen müssten. Ein möglicher Antrag könne nur aus dem Kosovo gestellt werden.

Rund 150 Menschen hatten vergangenen Montag in Attnang-Puchheim für den Verbleib der vier Kosovaren protestiert, mehrere Geistliche des Bezirks unterstützten die Aktion. Die Veranstaltung sei ein eindringlicher Appell an Landeshauptmann Josef Pühringer und das Innenministerium gewesen, die BH Vöcklabruck anzuweisen, eine Aufenthaltsbewilligung auszustellen, erklärte Schmidsberger. Er bezeichnete die Familie als bestens integriert, sie spreche sehr gut Deutsch. Eltern von Mitschülern der Kinder hätten zudem Unterschriften für ihren Verbleib gesammelt. Gestern, Freitag, appellierten die oberösterreichischen Grünen noch ans Ministerium, einen "Gnadenakt" zu setzen und ein humanitäres Bleiberecht in Österreich zu gewähren. (APA)

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