Zwei Goals von Rooney und der nächste Suárez-Eklat

11. Februar 2012, 19:12
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Liverpool-Stürmer verweigerte ManUnited-Kapitän Evra nach Rassismus-Affäre den Handschlag - Henry trifft in letztem Spiel für Arsenal

Manchester - Manchester United hat am Samstag dank zweier Tore von Wayne Rooney zumindest vorübergehend die Tabellenführung in der englischen Premier-League übernommen. Der Stürmer erzielte beim 2:1-Sieg des Rekordmeisters im Prestigeduell mit Liverpool beide United-Tore (47., 50.). Der Meister führt damit vorerst einen Punkt vor dem Stadtrivalen Manchester City, der erst am Sonntag bei Aston Villa gastiert.

Im Mittelpunkt stand einmal mehr Liverpool-Stürmer Luis Suárez - allerdings leider nicht nur wegen seines Anschlusstreffers (80.). Der Uruguayer sorgte für einen neuerlichen Eklat, als er United-Kapitän Patrice Evra bei der Begrüßung den obligatorischen Handschlag verweigert hatte. Suárez setzte damit seinem unrühmlichen Verhalten der letzten Wochen die Krone auf.

Der sichtlich irritierte Evra versuchte noch, Suárez am Arm zu greifen, dieser wandte sich aber sofort ab. Im Gegenzug verweigerte Rio Ferdinand dem Südamerikaner den Handschlag. Suárez wurde im Oktober vorgeworfen, Evra rassistisch beleidigt zu haben und hatte vom englischen Fußballverband FA eine Acht-Spiele-Sperre sowie eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 Pfund (48.000 Euro) ausgefasst. In der Pause, als Evra Suárez zur Rede stellen wollte, kam es laut Medienangaben im Kabinengang zu einer Rangelei.

Im Spiel selbst blieben unschöne Szenen dagegen weitgehend aus. Der 38-jährige Waliser Ryan Giggs, der erst am Freitag seinen Vertrag bei United um ein weiteres Jahr verlängert hatte, bereitete mit einem Corner das 1:0 vor. Antonio Valencia bediente nur drei Minuten später wiederum Rooney, der nach einem Fehler von Liverpool-Mittelfeldspieler Jay Spearing erneut vollstreckte. Der 26-Jährige hält nun bereits bei 17 Treffern. Der Anschlusstreffer von Suárez, der erstmals nach Ablauf seiner Sperre von Beginn an spielte, kam zu spät.

United-Manager Alex Ferguson war nach dem Match böse. "Ich konnte es einfach nicht glauben, Suárez ist eine Schande für Liverpool.", meinte der 70-jährige Schotte. "Er sollte nie mehr für Liverpool spielen dürfen." Liverpool-Kollege Kenny Dalglish verteidigte hingegen seinen Spieler: "Es ist ziemlich daneben, Luis für alles verantwortlich zu machen, was hier und heute passiert ist." Die Liverpool-Spieler beklagten sich zudem über den ausführlichen Jubel von Evra nach Spielende. Sie stuften das Verhalten des Franzosen als unsportlich ein. 

Henry in letzter Minute zur Stelle

Thierry Henry verabschiedete sich von Arsenal derweil mit Stil. In seinem letzten Ligaspiel für die Londoer vor seiner Rückkehr zu Red Bull New erzielte der 34-Jährige beim 2:1 (0:0) beim FC Sunderland in der 90. Minute das Siegestor. James McClean (70.) hatte die zuletzt so starken Gastgeber in Führung geschossen.  Aaron Ramsey, für den Deutschen Mertesacker eingewechselt, erzielte den Ausgleichstreffer (75.) für Arsenal.

Tottenham Hotspur hat mit einem Kantersieg gegen Newcastle United eine turbulente Woche für seinen Coach Harry Redknapp gekrönt. Die Elf des als Favoriten für den englischen Nationaltrainer-Posten gehandelten Redknapp gewann am Samstagabend an der heimischen White Hart Lane gegen Newcastle mit 5:0 (4:0) und festigte damit den dritten Platz in der englischen Fußball-Liga.

Wohl endgültig alle Titelhoffnungen musste der FC Chelsea nach einem 0:2 (0:1) beim FC Everton begraben. Die Blues haben auf Rang fünf - punktgleich mit Arsenal - bereits 15 Zähler Rückstand auf ManUnited. Für die Toffees trafen Steven Pienaar (5.) und Denis Stracqualursi (71.).

Im Tabellenkeller schöpft Schlusslicht Wigan Athletic (19 Punkte) durch einen 2:1 (1:0) beim Vorletzten Bolton Wanderers (20) wieder Hoffnung. Zwei Punkte fehlen nun noch auf einen Nichtabstiegsplatz. (red/sid)

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    Luis Suárez (li) bei seiner nächsten Unsportlichkeit...

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