Liverpool-Stürmer verweigerte ManUnited-Kapitän Evra nach Rassismus-Affäre den Handschlag - Henry trifft in letztem Spiel für Arsenal
Manchester - Manchester United hat am
Samstag dank zweier Tore von Wayne Rooney zumindest
vorübergehend die Tabellenführung in der englischen Premier-League übernommen. Der Stürmer erzielte beim
2:1-Sieg des Rekordmeisters im Prestigeduell mit Liverpool beide
United-Tore (47., 50.). Der Meister führt damit vorerst einen Punkt
vor dem Stadtrivalen Manchester City, der erst am Sonntag bei Aston
Villa gastiert.
Im Mittelpunkt stand einmal mehr Liverpool-Stürmer Luis Suárez -
allerdings leider nicht nur wegen seines Anschlusstreffers (80.). Der
Uruguayer sorgte für einen
neuerlichen Eklat, als er United-Kapitän Patrice Evra bei der
Begrüßung den obligatorischen Handschlag verweigert hatte. Suárez
setzte damit seinem unrühmlichen Verhalten der letzten Wochen die Krone
auf.
Der sichtlich irritierte Evra versuchte noch, Suárez am Arm zu
greifen, dieser wandte sich aber sofort ab. Im Gegenzug verweigerte Rio Ferdinand dem Südamerikaner den Handschlag. Suárez
wurde im Oktober vorgeworfen,
Evra rassistisch beleidigt zu haben und hatte vom englischen
Fußballverband FA eine Acht-Spiele-Sperre sowie eine Geldstrafe in Höhe
von 40.000 Pfund (48.000 Euro) ausgefasst. In der Pause, als Evra Suárez zur Rede stellen wollte, kam es laut
Medienangaben im Kabinengang zu einer Rangelei.
Im Spiel selbst blieben
unschöne Szenen dagegen weitgehend aus. Der 38-jährige Waliser Ryan Giggs, der erst am Freitag seinen
Vertrag bei United um ein weiteres Jahr verlängert hatte, bereitete mit einem Corner das 1:0 vor. Antonio Valencia bediente nur drei Minuten später
wiederum Rooney, der nach einem Fehler von
Liverpool-Mittelfeldspieler Jay Spearing erneut vollstreckte. Der 26-Jährige hält nun
bereits bei 17 Treffern. Der Anschlusstreffer von Suárez, der erstmals nach Ablauf seiner Sperre von Beginn an spielte, kam zu spät.
United-Manager Alex Ferguson war nach dem Match böse. "Ich konnte es einfach nicht glauben, Suárez ist
eine Schande für Liverpool.", meinte der 70-jährige Schotte. "Er sollte nie mehr für Liverpool
spielen dürfen." Liverpool-Kollege Kenny Dalglish verteidigte hingegen seinen Spieler:
"Es ist ziemlich daneben, Luis für alles verantwortlich zu
machen, was hier und heute passiert ist." Die Liverpool-Spieler
beklagten sich zudem über den ausführlichen Jubel von
Evra nach Spielende. Sie stuften das Verhalten des Franzosen
als unsportlich ein.
Henry in letzter Minute zur Stelle
Thierry Henry verabschiedete sich von Arsenal derweil mit Stil. In seinem letzten Ligaspiel für die Londoer vor
seiner Rückkehr zu Red Bull New erzielte der 34-Jährige beim 2:1 (0:0) beim FC
Sunderland in der 90. Minute das Siegestor. James McClean (70.) hatte die zuletzt so starken Gastgeber in Führung geschossen. Aaron Ramsey, für den Deutschen Mertesacker eingewechselt, erzielte den
Ausgleichstreffer (75.) für Arsenal.
Tottenham Hotspur hat mit einem Kantersieg
gegen Newcastle United eine turbulente Woche für seinen Coach Harry
Redknapp gekrönt. Die Elf des als Favoriten für den englischen
Nationaltrainer-Posten gehandelten Redknapp gewann am Samstagabend an
der heimischen White Hart Lane gegen Newcastle mit 5:0 (4:0) und
festigte damit den dritten Platz in der englischen Fußball-Liga.
Wohl endgültig alle
Titelhoffnungen musste der FC Chelsea nach einem 0:2 (0:1) beim FC
Everton begraben. Die Blues haben auf Rang fünf - punktgleich mit Arsenal - bereits 15
Zähler Rückstand auf ManUnited. Für die Toffees trafen Steven Pienaar (5.) und Denis Stracqualursi (71.).
Im
Tabellenkeller schöpft Schlusslicht Wigan Athletic (19 Punkte) durch
einen 2:1 (1:0) beim Vorletzten Bolton Wanderers (20) wieder Hoffnung. Zwei Punkte fehlen nun noch auf einen Nichtabstiegsplatz. (red/sid)