Halb Schwärmer, halb Maschine: Forscher "bauen" Cyborg-Falter

11. Februar 2012, 14:30
23 Postings

Eine neue Generation von ferngesteuerten Insekten könnte in Zukunft als Spione eingesetzt werden

Ein aktuelles Beispiel aus der Abteilung Gruselforschung: Biologen arbeiten bereits seit Jahren daran, im Auftrag der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) - einer Forschungsbehörde der US-Streitkräfte - Fluginsekten in willfährige Roboterspione umzuwandeln. Bisher waren die Experimente nur wenig erfolgreich, da die eingesetzten Elektroden nicht präzise genug im Gehirn und der Flugmuskulatur platziert werden konnten. Doch wie es scheint gelang nun ein entscheidender Durchbruch: Joel Voldman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine flexible Neuralsonde aus mit Gold und Kohlenstoffnanoröhrchen ummanteltem Polyimid-Polymer entwickelt, die direkt am sogenannten metameren Nervensystem, das gemeinsam mit dem Gehirn das zentrale Nervensystem der Insekten bildet, ansetzt.

Mit der Elektrode ist ein Funkempfänger, eine Batterie und ein Generator für elektrische Impulse verbunden. Das Forscherteam setzte die Apparatur einem Tabakschwärmer (Manduca sexta) ein. Der Nachtfalter gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 12 Zentimeter zu den größten Schwärmerarten und wird mit dem "eingebauten" 0,5 Gramm schweren technischen Equipment spielend fertig. Was bei den ersten Versuchen heraus kam, zeigt ein Video, das New Scientist kürzlich veröffentlicht hat: Ferngesteuerte Impulse ließen das Insekt wie erhofft in die gewünschte Richtung fliegen. Auch nicht beteiligte Wissenschafter sprechen von einem wesentlichen Fortschritt und die DARPA hofft bereits, dass sich diese Technologie in absehbarer Zeit zur Steuerung von Cyborg-Insekten zum Ausspionieren von ahnungslosen Feinden einsetzen lässt.

--> New Scientist: Cyborg moth turns when stimulated

(red)

Share if you care.