Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Innsbruck - Nach dem Bekanntwerden von zweifelhaften Therapiemethoden an der Innsbrucker Kinderpsychiatrie in den 1970er Jahren soll nun eine unabhängige, externe Expertenkommission die Geschehnisse aufarbeiten. Die Expertengruppe soll "vor allem aus Kinderpsychiatern, Historikern und Mitgliedern der Opferschutzkommission des Landes" gebildet werden, zitierte die "Tiroler Tageszeitung" den Innsbrucker Psychiatrie-Chef Wolfgang Fleischhacker in ihrer Samstagsausgabe. Indes gab die Medizin-Uni die Telefonnummer der Hotline für die Opfer bekannt.
Die gebührenfreie Hotline soll für Betroffene eine erste Anlaufstelle bieten, hieß es in einer Aussendung. Die Nummer 0800/800012 wird ab kommenden Mittwoch freigeschalten und soll dann von Montag bis Donnerstag von 11.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr, am Freitag von 11.00 bis 12.00 Uhr erreichbar sein. Die Anrufe werden von Mitarbeitern des Departments für Psychiatrie und Psychotherapie entgegengenommen.
Fleischhacker rechnet für die Expertenkommission mit grünem Licht seitens des Landes. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Land gegen diesen Plan ausspricht", betonte er in der "TT".
Epiphysan gegen sexuellen Antrieb
Unter anderem soll in der Kinderpsychiatrie in den 1970er Jahren das Tiermedikament Epiphysan angewandt worden sein, um "sexuell auffällige Mädchen ruhig zu stellen". Das Mittel aus der Tiermedizin wurde auch verwendet, um das Brunftverhalten bei Kühen zu unterdrücken. Federführend soll laut dem Historiker Horst Schreiber die 1998 verstorbene Psychiaterin Maria Nowak-Vogl gewesen sein.
Bereits 1980 hatte die Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Ermittlungsverfahren in dieser Causa eingeleitet, nachdem die Vorwürfe durch einen ORF-Bericht bekanntgeworden waren. Das Verfahren wurde laut dem Sprecher der Innsbrucker Anklagebehörde, Hansjörg Mayr, aber eingestellt, nachdem ein Gutachten zu dem Schluss gekommen war, dass bei dem verabreichten Mittel Epiphysan mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen sei. Gutachter sei Cornelius Kryspin-Exner gewesen, damals seines Zeichens Chef von Nowak-Vogl. Laut Mayr wurden damals aber zusätzlich zu dem Gutachten Stellungnahmen weiterer Ärzte eingeholt. Auch diese hätten darin übereingestimmt, dass nach damaligem Stand keine Nebenwirkungen bei Epiphysan zu erwarten gewesen seien. (APA)
Mehr
Vor einem Monat ist aufgeflogen, dass in einer vom Grazer Jugendamt betreuten Wohngemeinschaft mehrere Mädchen über Jahre misshandelt und vergewaltigt wurden. Ein Lokalaugenschein in einer WG offenbart erschütternde Biografien der Kinder.
Großteils bedingte Haftstrafen für die Kinderbetreuer
Forschungen zum Mädchenheim St. Martin bei Schwaz geplant, Bericht über Zwangsarbeit fast fertig
Bürgermeister Nagl ist "fassungslos und verärgert", seine Partei will "pubertierende Mädchen und Burschen" in Stadt-WGs jetzt trennen
Minderjährige sollen laut "ORF"-Bericht "ohne Vorwarnung" nach Wien gebracht worden sein - Volkshilfe ortet "Racheaktion gekündigter Mitarbeiter"
Streit um Fristen für Entschädigungsanträge
Kindheit und Jugend im Fokus von Historikern
Studie über Untergebrachte in Tirol
Prozess um Misshandlung von fünf Kindern in Leoben
Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch waren in der Nachkriegszeit nicht nur in Kinderheimen, sondern auch in Pflegefamilien präsent. Ein von der Stadt Wien beauftragtes Team der FH Campus Wien soll die Zustände untersuchen
Fasslabend: Gewalttätige Erziehungsmuster nur mit langjähriger Psychotherapie überwindbar
Mädchen mit Behinderungen sollen in Heimen zwangssterilisiert worden sein
Zudem sollen auch Landesorganisationen Heimkinder beschäftigt haben - Bericht des Landeskontrollamtes aus dem Jahr 1977 dokumentiert Vorgänge
Hans Weiss hat in seinem neuen Buch Vorgänge in 135 Einrichtungen untersucht und liefert einen erschütternden Befund
Bund entschädigt für Quälerei in staatlichen Internaten - Bundeskommission ist aber noch wenig bekannt
Salzburger Historiker verlangen eine einheitliche Regelung zur Entschädigung von Heimkindern. Der Missbrauch war "gesellschaftlicher Konsens" und die "Verantwortungskette" war lang
Gerichtsbeschluss für Einweisung in Heim nach Volljährigkeit fehlt offenbar - Salzburgerin fordert Lohn für Arbeit im Kloster zurück
Der Tiroler Erwin Aschenwald (50) erlitt in Heimen nicht nur Gewalt. Die Behörden hätten ihm wider besseres Wissen den Vater vorenthalten. Nun soll eine DNA-Analyse posthum die Vaterschaft klären
Vorerst meldeten sich 13 Personen
Arbeit ehemaliger Heimkinder soll dem heutigen Lohnniveau entsprechend entlohnt werden
Der Zeithistoriker Horst Schreiber hat Tiroler Heimkinder der 60er Jahre interviewt. Zwangsarbeit sei ein Erziehungsmittel gewesen
Opferschutzanwaltschaft wird Bubenburg-Opfer für vorenthaltene Patenschaftsgelder entschädigen
Das Bundesheer hat nach Missbrauchsvorwürfen gegen Soldaten am Montag eine eigene Untersuchungskommission eingerichtet
Nach Tirol und Oberösterreich bestätigt Vorarlberg Fälle von Auftragsarbeiten für Erziehungsanstalten
Betroffene mussten unter erschwerten Bedingungen in der Landwirtschaft mithelfen
Swarovski arbeitet bei Kommission des Landes mit und durchforstet Unterlagen - Darbo will notfalls Lohn "noch einmal zahlen"
Soziallandesrat erwartet sich lückenlose Aufklärung - Neben Swarovski sollen auch Darbo und EGLO auf Zöglinge zurückgegriffen haben
Auch in Oberösterreich ließen Firmen Heimkinder für sich arbeiten. Im Gegensatz zu Tirol erhielten sie dafür ein Taschengeld. Swarovski, Darbo und Eglo wollen jetzt wissen, wo ihre Löhne gelandet sind
Heimkinder sollen in den Sechzigerjahren unbezahlt für den Kristallkonzern gearbeitet haben - Auch Marmeladenhersteller Darbo ist betroffen
Betroffene leiden unter Kompetenzwirrwarr
Methoden waren in psychiatrischer Universitätsklinik Wien in 1970er-Jahren üblich
Gernot Heiss leitet fünfköpfiges Team - Fragwürdige Methoden bei Forschung und Patientenbehandlung auf dem Prüfstand
Übergriffe in Heimen seien auch heute keine Ausnahme, sagt der Sozialpädagoge Peter Wanke
Experimente an Wehrlosen gab es nicht nur in Österreich
Zweite Millionenklage gegen das Land Oberösterreich: Den Klägern, die in Heimen misshandelt wurden, sind die 20.000 Euro Entschädigung zu wenig
Kinderpsychiater Berger: "Formen eines fast systematischen Sadismus"
Aufarbeitung der Psychiatrie-Geschichte der Nachkriegszeit
Heimkinder wurden früher besonders gerne für Medizin-Experimente herangezogen, schlussfolgert die Vorsitzende der Wilhelminenberg-Kommission
Injektionen sollen vorübergehend körperliche Beeinträchtigungen verursacht haben - Helige: Kommission prüft - Fälle haben nichts mit Malaria zu tun
Bisher rund zehn Personen in Kontakt mit Wiener Juristen
Den Berichten zweier ehemaliger Wiener Heiminsassen über Malariatherapien in den 60er Jahren folgten am Dienstag Vorwürfe, Mädchen seien in Tirol mit Tierpräparaten "niedergespritzt" worden
Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings, erklärt, was es den Betroffenen heute einfacher macht, öffentlich zu reden
Zuständiger Psychiatrie-Direktor "besorgt" über kolportierte Therapiemethoden
Als schwere Körperverletzung einzustufen
Öhlbock: 14-tägige Behandlungszyklen, Kinder dienten als Träger für Virus
Bis Ende der 1970er Jahre wurden gegen "Onanie und sexuelle Übererregung" auch Tiermedikamente eingesetzt
Kasper: Betroffene könnten als "Erregerträger" verwendet worden sein
Helige spricht von "Zusammenhang zwischen Wilhelminenberg und Spiegelgrund"
Es sei zu klären, ob ein "Verbrechen" passiert sei oder es sich um eine "völlig überholte Behandlungsmethode" handle
An der Wiener Uni-Klinik für Psychiatrie sollen in den 1960er-Jahren Versuche mit Malariaerregern durchgeführt worden sein, berichtet ein Betroffener. Die Klinikleitung zeigt sich bestürzt; die Akten aus der Zeit gelten als verloren
Heimkinder bekommen für Zwangsarbeit, die sie für Firmen, Bundesheer und Landwirtschaft leisten mussten, keine Pension. Der Gesetzgeber Bund habe bei der Kontrolle versagt, kritisieren Experten und Opposition
diesen orf-Beitrag von März 2010 sollte man sich gönnen, wenn man hört, es solle wieder einmal eine Kommission in die Welt gesetzt werden.
Besonders beachtenswert die Ausführungen des 'Pressesprechers' zur "moralischen Verantwortung" .... jetzt, nach beinahe 2 Jahren, müssen sensible Menschen darüber kotzen und die Abgebrühteren lachen, sofern ihnen dieser 'schwarze' Humor nicht zu tief ist ......
Ich durfte als Schüler in den 90ern in die Geschlossene, weil der Pyochologielehrer einen Bekannten Arzt dort hatte und wir ein Referat schreiben sollten. Haben wir halt zugeschaut wie ein Patient eingewiesen wurde - gefragt wurde der natürlich nicht. Ein armer alter Mann der offensichtlich seiner Familie zu lästig geworden ist und der nicht nach seiner Meinung sondern nur nach seinem Stuhlgang gefragt wurde.
Menschwürde und Psychatrie gehen nur in Einzelfällen zusammen, wenn beim Psychiater von Haus aus eine gewisse Menschenliebe und Demut vorhanden ist.
Im Standardbetrieb geht's um Degradierung von Menschen zu entscheidungsunfähigen Objekten (alles andere wäre auch schlecht fürs Geschäft).
kann heute nicht mehr in eine Psychiatrie eingewiesen werden nur "weil er seiner Familie lästig geworden ist", das verhindert das UBG. Eine Zwangseinweisung gibt es nur bei Gefährdung. Das Risiko liegt derzeit eher darin, dass die potenzielle Gefährdung nicht erkannt wird. Die verständnislosen Kommentare bei Straftaten zurechnungsunfähiger Patienten in SÄMTLICHEN Foren überwiegen bei weitem die Kenntnis von psychischen Krankheiten.
Die Vorgänge unter Novak-Vogl in Innsbruck haben mit dem derzeitigen psychiatrischen Gesundheitswesen, so mangelhaft es ist, wenig zu tun. Dass es keine Mißstände gibt, kann man leider auch nicht behaupten.
Die aktuellen "Methoden" werden laufend von strengsten Qualitätszirkeln überwacht. Schwarze Schafe gibts überall, die gilt es zu finden und entsprechenden Verfahren zuzuführen.Ich denke aber schon, dass es heutzutage auch auf psychiatrischen Abteilungen geordneter und transparenter zugeht als vor einigen Jahrzehnten, zum Glück.
DIES konnten TirolerInnen, vor allem die Verantwortlichen in der Landespolitik und in der Jugendwohlfahrt, am 22. Oktober 2011
in ihrer Tiroler Tageszeitung lesen .....
In Oesterreich werden vielleicht ein paar Untergebene bedingte Haftstrafen, ein paar Betroffenen bekommen laecherliche Summen fuer den Schaden: Diese haben schlechte Karten, da die oesterreichische Justiz darauf bedacht ist, diesen armen Teufeln ja nicht zuviel zukommen zu lassen.
In den USA gibt es "punitive damages" - d.h. das Gericht (in vielen Faellen die Jury) kann auch das Fehlverhalten Zivilrechtlich bestrafen: Die hoeher angesiedelten Verantwortlichen koennen dann ploetzlich Strafen von ein paar Millionen bekommen, und fuer Traegerinstitutionen kann dies Existenzbedrohend sein (einige katholische Dioezesen in den US mussten Konkurs wegen Missbrauchsverfahren Konkurs anmelden).
Dieses Damoklesschwert motiviert Verantwortliche sehr!
besteht darin, dass "fraud" (weiter gefasst als der 'ordinäre Betrug' aus unserem StGB, nicht verjährt. Dadurch konnten Fälle unterdrückter Informationen und stillschweigendes 'Verschieben' von Missbrauchstätern in andere Städte, Gemeinden, Diözesen einer grand-jury-investigation zugänglich wurde. Die unterlassene Information an Eltern, die ihre Kinder dadurch unwissentlich der Obhut eines bereits anderweitig auffällig gewordenen Kinderschänders anvertrauten, wird als 'fraudulent' eingestuft, und vorbei ist es, mit der Verjährung. Es sind nicht primär die hohen (Straf-)Schadenersatz-Summen, die präventiv wirken, sondern die hohe Aufklärungsrate, die sich aus dem Wegfall quasi 'erschlichener' Verjährung ergibt.
ich muss speiben wenn ich immer wieder sehe wie versucht wird auf Kosten der Opfer die Schuld irgendeiner politischen Partei in die Schuhe zu schieben. Wenn die feindliche Partei herrscht ist man gscheid, wenns die eigene ist kuscht man leise. In Wien war's um nix besser, es war damals überall ziemlich gleich, und die Vertuschungsversuche heute sind auch nicht anders. Also hören wir doch bitte mal mit dem ÖVP/SPÖ Sch** auf und sind überall gleich kritisch
...war sehr oft als Gerichtsgutachter tätig und ist in den Verhandlungspausen vor allem durch seine erheiternden Selbstgespräche aufgefallen. Nach der Pause hat er dann wieder die Zurechnungsfähigkeit der Beschuldigten beurteilt...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.