Ex-Polizeichef wollte möglicherweise zu US-Amerikanern überlaufen

11. Februar 2012, 12:08
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Wang Lijun nach Peking gebracht

Peking - Der ehemalige chinesische Polizeichef Wang Lijun, der mit einem rätselhaften Besuch im US-Konsulat in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, für Aufsehen gesorgt hatte, ist gemeinsam mit einem ranghohen chinesischen Sicherheitsbeamten nach Peking geflogen. Laut der Reisewebsite Travelsky flog Wang bereits am Mittwoch in die chinesische Hauptstadt. Nach Angaben einer in Hongkong ansässigen Nichtregierungsorganisation soll der prominente Korruptionsermittler, der unter dem Verdacht des Überlaufens steht, in Peking verhört werden. Zuvor hatte es Spekulationen über den Aufenthaltsort Wangs gegeben.

Wang Lijun hatte in den vergangenen Jahren mit seinem Kampf gegen Korruption in der Stadt Chongqing (Tschungking) Bekanntheit erlangt. Als Vizebürgermeister und Polizeichef der 30-Millionen-Einwohner-Stadt im Südwesten Chinas veranlasste er tausende Festnahmen, von denen auch zahlreiche ranghohe Beamte betroffen waren. In der vergangenen Woche berichteten die chinesischen Staatsmedien, dass Wang als Chef der Behörde für öffentliche Sicherheit entlassen worden sei.

Wenige Tage später kursierten Gerüchte im Internet, wonach Wang das US-Konsulat in Chengdu aufgesucht habe. Demnach soll er dort versucht haben, politisches Asyl zu beantragen. Zugleich soll er den US-Beamten sensible Dokumente übergeben haben. Zahlreiche Polizisten hätten das Konsulat daraufhin umstellt. Das US-Außenministerium bestätigte zwar den Besuch Wangs im Konsulat, nicht aber den Asylantrag. Laut dem chinesischem Außenministerium verbrachte Wang den gesamten Montag im Konsulat. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, die Behörden "untersuchten den Vorfall". (APA)

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