Österreicherin holt in Soldeu sechsten Saison-Erfolg, Zettel hinter Schwedin Hansdotter Dritte - Viel Pech für Halbzeitführende Poutiainen
Soldeu/Andorra - Österreichs Slalom-Damen sind in dieser
Ski-Weltcup-Saison nach sieben Bewerben weiterhin ungeschlagen. Vor
allem dank Marlies Schild, die am Samstag bei starkem Wind auch das Rennen in Soldeu gewonnen hat. Für die
Salzburgerin war es bereits der sechste Erfolg in diesem Winter in
ihrer Paradedisziplin. Beim bisher einzigen Ausfall Schilds in
Kranjska Gora hatte Michaela Kirchgasser zugeschlagen.
Dabei hatte Schild bei der Weltcup-Premiere in Andorra Probleme
mit der Materialabstimmung. Der "aggressive", trockene Schnee machte
der 30-Jährigen zu schaffen, deshalb lag sie nach dem ersten
Durchgang nur auf Rang fünf. Im Finale setzte Schild auf einen
anderen, in dieser Saison bereits bewährten Ski, markierte
Laufbestzeit und katapultierte sich noch auf Rang eins.
Schild mit Glück auf Schneiders Spuren
Schild feierte den 35. Weltcup-Sieg, den 33. im Slalom. Damit ist
sie nur noch einen Erfolg von Vreni Schneiders Allzeit-Bestmarke im
Slalom entfernt. Der Rekord der Schweizerin wackelt gewaltig und
könnte bereits in den restlichen drei Saison-Rennen in Ofterschwang
(4. März), Aare (10. März) und Schladming (17. März) eingestellt bzw.
überboten werden.
Schild hatte in den Pyrenäen aber auch Glück, denn
Halbzeit-Leaderin Tanja Poutiainen wurde im zweiten Durchgang vom
Wind verweht. Die Finnin verlor im Schneegestöber die Orientierung
und schied im Mittelteil aus.
"Der zweite Durchgang war schon sehr okay. Da habe ich mich auf
den aggressiven Schnee besser einstellen können und hatte ein
besseres Gefühl", sagte Schild, die aber hinzufügte: "Ich hatte mit
dem Ausfall von Tanja auch Glück. Das tut mir leid für sie, ich weiß,
wie blöd dieses Gefühl ist, wenn man als Führende ausscheidet."
Zettel zurück am Plan
Durch den Ausfall Poutiainens durfte auch Kathrin Zettel als
Dritte aufs Stockerl klettern. "Damit habe ich nicht mehr gerechnet,
denn meine Läufe waren nicht ganz so gut. Aber so ein Ergebnis tut
natürlich gut", meinte die Niederösterreicherin. Die Feierlichkeiten
im ÖSV-Team fielen eher zurückhaltend aus, schließlich steht am
Sonntag in Soldeu ein Riesentorlauf auf dem Programm. "Im
Riesentorlauf habe ich viel am Material gearbeitet, das hat sich
schon im Training positiv ausgewirkt", meinte Zettel.
Kirchgasser vergab ihre Chancen auf den zweiten Slalom-Sieg in
Serie bereits im ersten Durchgang, den sie nach einem schweren Fehler
auf Platz 21 beendete. "Da war ich zu unstabil unterwegs. Schade, das
hat sehr viel Zeit gekostet", meinte die Salzburgerin. Im zweiten
Lauf stellte Kirchgasser dann ihre starke Form unter Beweis und
feierte den Sprung auf Rang neun im Zielraum mit einem Tänzchen: "Ich
bin eben für jeden Spaß zu haben."
Auch Carmen Thalmann und Alexandra Daum hatten mit den Plätzen 12
und 13 Freude. "Heute konnte ich endlich zeigen, was ich drauf habe.
Jetzt geht's wieder richtig bergauf", sagte Daum zuversichtlich.(APA/red)