CIA-Website nach vermutlichem Angriff offline

11. Februar 2012, 11:39
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Angebliche Anonymous-Aktivisten stellten Urheberschaft wieder infrage

Unbekannte Hacker haben für mehrere Stunden die Website des US-Geheimdienstes CIA lahmgelegt. Auch Internetseiten der Vereinten Nationen, eines mexikanischen Bergbau-Verbandes und des US-Staates Alabama wurden angegriffen. Wer dahinter steckte und warum, war unklar. Zunächst lenkten angebliche Aktivisten der Hacker-Bewegung Anonymous die Aufmerksamkeit auf sich, um ihre Urheberschaft dann kurz darauf wieder infrage zu stellen.

DDoS-Attacke

Die CIA-Website ging Freitagabend vom Netz und war Samstagfrüh zwischenzeitlich wieder online. Nun ist sie wieder offline. Sie wurde möglicherweise von einer sogenannten DDoS-Attacke (Distributed Denial-of-Service Attack) außer Gefecht gesetzt. Dabei wird ein Webserver mit Datenanfragen überhäuft, bis er unter dieser Last in die Knie geht. Eine Verteidigung gegen einen groß angelegten DDoS-Angriff ist sehr aufwendig.

Vergeltung für Megaupload

Zuletzt hatte Anonymous auf diese Weise im Jänner die Websites der Bundespolizei FBI und des US-Justizministeriums als "Vergeltung" für die Schließung der Online-Speicherplattform Megaupload angegriffen.

Probleme bestätigt

Die CIA bestätigte dem Nachrichtensender CNN und dem Online-Dienst CNET lediglich, dass es Probleme beim Zugang zur Website gab. In Alabama gab es auch Anzeichen dafür, dass sich die Angreifer Zugang zu Informationen des US-Staates verschafft haben könnten. Das wurde nach CNN-Informationen untersucht.

"Heißt nicht, dass wir es waren"

Angebliche Anonymous-Aktivisten sorgten für Verwirrung, was die Urheber der Attacken angeht. Zunächst verwiesen sie selbst auf einen Online-Bericht des russischen Nachrichtensenders "Russia Today", in dem es hieß, Anonymous habe die CIA-Website lahmgelegt. Später hieß es in einer Twitter-Mitteilung: "Wenn wir auf einen Hack oder eine DDoS-Attacke hinweisen, heißt es nicht unbedingt, dass wir es waren."

Anonymous

Die Anonymous-Bewegung setzt sich nach eigenen Angaben für den freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur ein. Unter dem Decknamen starteten Aktivisten schon zahlreiche Angriffe auf Banken, Kreditkartenfirmen oder Behörden. Die Hacker-Vereinigung ist aber nur locker organisiert; im Prinzip kann jeder in ihrem Namen sprechen, ohne dass dies sicher überprüft werden kann.

Die Aktivisten schließen sich zumeist ad hoc zu einzelnen "Operationen" zusammen. Bekanntgeworden war das Kollektiv vor allem mit Angriffen auf Firmen, die dem Enthüllungsportal Wikileaks die Zusammenarbeit aufgekündigt hatten, etwa Mastercard. (APA/dpa)

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