Obama will geringere Firmensteuer

11. Februar 2012, 10:00
72 Postings

Präsident strebt offenbar Senkung des Spitzensatzes von 35 Prozent an

Washington - Mit der Aussicht auf Steuererleichterungen für Unternehmen will US-Präsident Barack Obama im Wahljahr Pluspunkte in der Wirtschaft sammeln. Nach Auskunft aus Regierungskreisen plant Obama, dazu noch in diesem Monat Grundzüge für eine Reform der Firmenbesteuerung vorzulegen. Er strebe insbesondere eine Senkung des Spitzensatzes von 35 Prozent an, sagten zwei hochrangige Regierungsvertreter.

Diesen Vorschlag werde Obama präsentieren, nachdem er am 13. Februar seinen Budgetplan für 2013 vorgelegt habe. Wahrscheinlich sei eine Reduzierung in Richtung des durchschnittlichen Niveaus vergleichbarer Industrienationen, hieß es.

Dies hatte im vergangenen Jahr bereits Finanzminister Timothy Geithner angedeutet. Er hatte dabei einen Spitzensatz knapp unter 30 Prozent signalisiert. Obama selbst hatte im Jänner in seiner Rede zur Lage der Nation zwar die Schließung von Steuerschlupflöchern für Unternehmen angekündigt, die Fabriken und Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Zugleich hatte er allerdings eingeräumt, dass "Unternehmen, die sich dazu entschließen, in den USA zu bleiben, einen der höchsten Steuersätze in der Welt abbekommen". Unter den Industrienationen seien nur in Japan die Unternehmenssteuern noch höher als in den USA. Obama verwies damals allerdings darauf, dass andere Länder auf die wichtige Einnahmenquelle der Mehrwertsteuer zurückgreifen könnten, die es in den USA nicht gibt.

Anfang November findet in den USA die Präsidentenwahl statt. Zentrales Thema ist die Wirtschaft. Eine grundlegende Reform der Unternehmenssteuern noch vor der Wahl gilt als sehr unwahrscheinlich. Mit seinen Plänen dürfte es Obama nach Einschätzung von politischen Analysten vor allem darum gehen, der Wirtschaft ein klares Signal des Entgegenkommens zu geben. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Nizza wird Präsident Obama für den Karneval präpariert.

Share if you care.