PKK-Gespräche: Festnahme von Geheimdienstlern angeordnet

10. Februar 2012, 22:03

Erdogan-Regierung soll kurdischen Rebellen wichtige Zusagen gemacht haben

Ankara - Im Streit um die Rolle des türkischen Geheimdienstes MIT bei Verhandlungen mit der kurdischen Rebellengruppe PKK hat ein Staatsanwalt die Festnahme von vier Geheimdienstlern angeordnet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu vom Freitag soll unter anderem der frühere MIT-Chef Emre Taner festgenommen werden. Die türkische Regierung lehnt eine Vernehmung der Geheimdienstvertreter ab.

Neben Taner sollen der frühere ranghohe Geheimdienstmitarbeiter Afet Günes und zwei Agenten festgenommen werden, die noch im Dienst sind. Sonderstaatsanwälte in Istanbul hatten Taner, Günes, und den derzeitigen Geheimdienstchef Hakan Fidan am Donnerstag zu vertraulichen Gesprächen mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) befragen wollen. Nach Angaben des Fernsehsenders NTV lehnte der Geheimdienst dies aber ab und begründet dies damit, dass Regierungschef Recep Tayyip Erdogan eine Zusammenarbeit mit den Ermittlern erst genehmigen müsse.

Enger Berater

Fidan, ein enger Berater Erdogans, gehörte zu Abgesandten des Geheimdienstes MIT, die sich in den vergangenen Jahren auf Weisung der Regierung mit Repräsentanten der PKK getroffen hatten. Erdogan selbst hatte die in Oslo geführten Geheimgespräche, bei denen Wege zu einer friedlichen Lösung des Kurdenkonflikts ausgelotet werden sollten, im Jahr 2010 publik gemacht.

Laut der Zeitung "Aksam" wurden bei den Gesprächen unter anderem eine Zulassung des Kurdischen als zweite offizielle Landessprache, eine Entlassung von PKK-Chef Abdullah Öcalan aus der Haft in den Hausarrest sowie das Recht der Kurden zur Aufstellung eigener Sicherheitskräfte vereinbart. Die Staatsanwaltschaft habe den Vereinbarungstext bei Ermittlungen gegen die PKK-Organisation KCK gefunden, die laut Justiz den Aufbau paralleler Staatsstrukturen im Kurdengebiet betrieb.

Ein Oppositionsabgeordneter in Ankara hatte schon vor längerer Zeit Strafanzeige gegen die Geheimdienstler eingereicht; türkische Nationalisten sehen Zugeständnisse an die PKK als Landesverrat. Erdogans Regierung lehnt ein Verhör der Agenten durch die Staatsanwaltschaft aber ab. Nach Presseberichten will die Regierung notfalls per Gesetzesänderung die Befugnisse der Sonderstaatsanwälte einschränken.

Staatschef Abdullah Gül sprach am Freitag von "unglücklichen und störenden Entwicklungen". Verteidigungsminister Ismet Yilmaz sagte dem Sender NTV, der Geheimdienst MIT habe "seine Verantwortung gemäß dem Gesetz" erfüllt. Die Verhandlungen mit der PKK blieben letztlich erfolglos, die Auseinandersetzungen zwischen türkischer Armee und PKK-Kämpfern wurden sogar noch heftiger. Die PKK kämpft seit 1984 mit Waffengewalt gegen die Regierung in Ankara. In dem Konflikt wurden bisher rund 45.000 Menschen getötet. (APA)

Meric Ekinci
11
10.2.2012, 23:57
Tiefer Staat

http://de.wikipedia.org/wiki/Tiefer_Staat

bitteschön. Hat sich nicht viel verändert.

Interrupt
11
11.2.2012, 08:48

naja. das ganze hat den schönheitsfehler, dass es nicht nachweisbar ist.

solche verflechtungen gibt es in jedem größeren staat. es liegt in der natur der sache, dass sich alles was zu viel macht bekommt sich auch eigenständig macht. teilweise ist dies gut, teilweise schlecht. zu verhindern ist es aber nicht. ein beispiel dazu ist baltasar garzon.

ausserdem darf man nicht ausser acht lassen, dass die MIT irgendwelche aufträge bekommen haben dürfte über die nicht gesprochen werden wird, die aber einen einfluss auf ihr handeln hatten. es fehlen einfach zu viele bausteine um wirklich über falsch und richtig urteilen zu können. daher sind solche meldungen eher nicht zu kommentieren.

Meric Ekinci
01
11.2.2012, 14:12

Wer sagt das falsch auch nicht richtig ist?
Das sind Besprechungen die gemacht werden müssen. Weil wir alle wissen dass es den geruilla krieg von damals schon lange nicht mehr gibt. Es gibt keinen PKK Türkei Krieg. Es gibt nur waffenindustrien und Geopolitik.

Lg

Interrupt
10
11.2.2012, 19:13

in der politik gibt es niemal ein "falsch" oder "richtig". es gibt nur ziele und mittel zum ziel zu gelangen. dann gibt es noch "eindrücke" ob diese akzeptabel sind.

dieser "waffenindustrie und geopolitik" ansatz ist mir etwas zu einfach. es ist immer möglich ALLES auf irgendeine industrie und damit verbundene politik zu reduzieren. aber damit ist nichts erklärt und begriffen, also auch keine mittel gegeben irgendwas zu ändern.

die PKK hat sich in der türkei formiert nicht weil türken kurden schlecht behandelt haben, sondern weil die untersten schichten - zufällig kurden - ein besseres leben haben wollten. etc. etc. etc. antwort der türkei: GAP und militär. etc. etc. etc. immer das gleiche, weltweit ...

Meric Ekinci
00
11.2.2012, 23:42

Ja der ansicht war ich bis vor zwei jahren auch noch. undzwar radikal dieser meinung. bis ich mich weiter damit heschaftigt habe. Desto weiter ich gegraben habe desto mehr wurde ich mir im klaren dass es keinen krieg zwischen nationen mehr gibt sondern nur noch kriege zwischen borsianern/waffenindustrie/energieindustrie/olindustrie und restlichen industrien wie zb mercedes, microsoft, google usw. wenn man sich ansieht von wem bush und von wem obama gesponsert wurde versteht man das ganze und alle kriege ergeben auch einen sinn. und wenn man sich ansieht wen soros zb sponsert oder wer die akp sponsort dann sieht man standig dieselben geldgeber.

lg

Interrupt
00
12.2.2012, 08:15

da muss ich ihnen aber leider sagen, dass sie recht spät "aufgewacht" sind. schon der zweite weltkrieg wurde nur um ressourcen geführt, also von der industrie diktiert. das gesamte osmanische imperium war auf kriegsWIRTSCHAFT ausgerichtet gewesen. keiner ist da wegen überzeugungen in den krieg gezogen. immer waren es handfeste wirtschaftliche anreize.

Meric Ekinci
00
12.2.2012, 17:57

ich glaube sie verstehen nicht was ich gemeint habe. ich rede weder von den osmanen oder sonst wen. ich rede von FIRMEN die sich gegeneinander bekriegen und die millitärische macht der nationen dafür nutzen.

also wenn obama etwas tut dann tut es nicht er sondern GOOGLE MICROSOFT usw. weil das seine geldgeber waren bei den us wahlen.

bei bush waren es jedoch firmen wie standard oils etliche waffenindustrien und leute aus der energiewirtschaft.

deshalb die verschiedenen wege die während der amtszeit gegangen werden.

Meric Ekinci
11
10.2.2012, 23:54
MIT und PKK unter einer Decke

Was für eine Überraschung.

serenad00
04
10.2.2012, 22:52
Erdogans Regierung lehnt ein Verhör der Agenten durch die Staatsanwaltschaft aber ab. Nach Presseberichten will die Regierung notfalls per Gesetzesänderung die Befugnisse der Sonderstaatsanwälte einschränken.

Achsooo es geht also doch. Da werden Gesetze geändert, wenn es die EIGENE LEUTE trifft.

im Hintergrund tobt seit langem der islamische Machtkampf zwischen (Sektenführer) Gülen vs. RTE.

zu den Oslogesprächen mit der PKK : Erdogan meinte noch 2010, jeder der mit der PKK verhandeln würde, sei "verachtenswert, würdelos und ehrlos" Eigentor für RTE :-))

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