Präsidentschaftsbewerber buhlen um republikanische Basis
Washington - Im Rennen um die republikanische
US-Präsidentschaftskandidatur haben die derzeit führenden Bewerber
Mitt Romney und Rick Santorum vor Tausenden Konservativen um
Unterstützung geworben. Beide versuchten am Freitag auf einer
Aktivisten-Konferenz in Washington, sich als "wahrer" Vertreter
sozialkonservativer Werte zu präsentieren.
Dabei kam Santorum nach seinem sensationellen Dreifachsieg bei den
republikanischen Vorwahlen mit Rückenwind in die Bundeshauptstadt.
Die USA seien auf der Idee begründet, "dass alle Rechte von Gott
stammen", sagte der Ex-Senator vor jubelnden Zuhörern. Bei der
Präsidentschaftswahl am 6. November gehe es auch um die Freiheit von
Religion und die zunehmende Kontrolle der Menschen durch die
Regierung. Diese müsse aufhören.
Santorum versuchte, sich scharf gegen den Favoriten Romney
abzugrenzen - allerdings ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. Die
Republikaner sollten keinen Kompromisskandidaten aussuchen. "Wir
werden nicht länger politische Ideen und Prinzipien aufgeben und uns
für sie entschuldigen, um im November einen hohlen Sieg zu erringen."
"Ich habe Konservativismus
gelebt"
Viele Sozialkonservativen begegnen Romney wegen seiner moderaten
Politik im früheren Amt als Gouverneur von Massachusetts mit Argwohn.
Romney versuche die Zweifel zu zerstreuen, indem er seine
konservativen Positionen auflistete: Nein zu Abtreibungen, zu
Steuererhöhungen, Schwulenehen und einer "übermächtigen" Regierung,
die sich in alles einmische und Privatinitiativen ersticke. "Ich
weiß, was Konservativismus ist, denn ich habe Konservativismus
gelebt", sagte Romney. Er spielte dabei auf seine Jahre als
erfolgreicher Geschäftsmann, eine mehr als 40-jährige Ehe und festen
Familienzusammenhalt an.
Mit den Konservativen an seiner Seite, so Romney, werde er es im
November erfolgreich mit dem demokratischen Präsidenten Barack Obama
aufnehmen, der sich zur Wiederwahl stellt. "Dieser Mann, dessen
Unfähigkeit und Versagen so viel unnötigen Schmerz für Amerikaner
gebracht hat, wird uns nicht bezüglich unserer Werte belehren", sagte
der ehemalige Gouverneur.
Santorum hatte am Dienstag die Vorwahlen in den US-Staaten
Colorado, Minnesota und Missouri für sich entschieden. Romney selbst
hat zwei Vorwahlsiege in der Tasche. Er gilt weiter als Favorit, muss
aber jetzt noch härter und länger als erwartet um die Nominierung als
Präsidentschaftskandidat kämpfen. In der Nacht auf Sonntag (MESZ)
werden die Ergebnisse der Vorwahl im US-Staat Maine bekanntgegeben.
Nach einem von der Webseite realclearpolitics.com ermittelten
Durchschnitt mehrerer Umfragen liegt Santorum derzeit auf Platz drei
der republikanischen Bewerber, knapp hinter Ex-Parlamentspräsident
Newt Gingrich. Mitt Romney führt das Feld souverän mit 34 Prozent an. (APA)