Santorum und Romney beschwören ultrakonservative Werte

10. Februar 2012, 21:56

Präsidentschaftsbewerber buhlen um republikanische Basis

Washington - Im Rennen um die republikanische US-Präsidentschaftskandidatur haben die derzeit führenden Bewerber Mitt Romney und Rick Santorum vor Tausenden Konservativen um Unterstützung geworben. Beide versuchten am Freitag auf einer Aktivisten-Konferenz in Washington, sich als "wahrer" Vertreter sozialkonservativer Werte zu präsentieren.

Dabei kam Santorum nach seinem sensationellen Dreifachsieg bei den republikanischen Vorwahlen mit Rückenwind in die Bundeshauptstadt. Die USA seien auf der Idee begründet, "dass alle Rechte von Gott stammen", sagte der Ex-Senator vor jubelnden Zuhörern. Bei der Präsidentschaftswahl am 6. November gehe es auch um die Freiheit von Religion und die zunehmende Kontrolle der Menschen durch die Regierung. Diese müsse aufhören.

Santorum versuchte, sich scharf gegen den Favoriten Romney abzugrenzen - allerdings ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. Die Republikaner sollten keinen Kompromisskandidaten aussuchen. "Wir werden nicht länger politische Ideen und Prinzipien aufgeben und uns für sie entschuldigen, um im November einen hohlen Sieg zu erringen."

"Ich habe Konservativismus gelebt"

Viele Sozialkonservativen begegnen Romney wegen seiner moderaten Politik im früheren Amt als Gouverneur von Massachusetts mit Argwohn. Romney versuche die Zweifel zu zerstreuen, indem er seine konservativen Positionen auflistete: Nein zu Abtreibungen, zu Steuererhöhungen, Schwulenehen und einer "übermächtigen" Regierung, die sich in alles einmische und Privatinitiativen ersticke. "Ich weiß, was Konservativismus ist, denn ich habe Konservativismus gelebt", sagte Romney. Er spielte dabei auf seine Jahre als erfolgreicher Geschäftsmann, eine mehr als 40-jährige Ehe und festen Familienzusammenhalt an.

Mit den Konservativen an seiner Seite, so Romney, werde er es im November erfolgreich mit dem demokratischen Präsidenten Barack Obama aufnehmen, der sich zur Wiederwahl stellt. "Dieser Mann, dessen Unfähigkeit und Versagen so viel unnötigen Schmerz für Amerikaner gebracht hat, wird uns nicht bezüglich unserer Werte belehren", sagte der ehemalige Gouverneur.

Santorum hatte am Dienstag die Vorwahlen in den US-Staaten Colorado, Minnesota und Missouri für sich entschieden. Romney selbst hat zwei Vorwahlsiege in der Tasche. Er gilt weiter als Favorit, muss aber jetzt noch härter und länger als erwartet um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat kämpfen. In der Nacht auf Sonntag (MESZ) werden die Ergebnisse der Vorwahl im US-Staat Maine bekanntgegeben.

Nach einem von der Webseite realclearpolitics.com ermittelten Durchschnitt mehrerer Umfragen liegt Santorum derzeit auf Platz drei der republikanischen Bewerber, knapp hinter Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich. Mitt Romney führt das Feld souverän mit 34 Prozent an. (APA)

Odo
20
12.2.2012, 01:51
Zwei gute Nachrichten heute für Mitt Romney:

1. Er hat die Vorwahlen in ME gewonnen, zwar nur recht knapp mit 39 % der Stimmen gegenüber 36 % von Ron Paul, aber nach den Wahlniederlagen am Dienstag immerhin mal wieder ein Wahlerfolg. Und seine schärfsten Rivalen Santorum und Gingrich hat Romney weit hinter sich gelassen. Allerdings ist auch in ME der Parteitag nicht an das Ergebnis der Vorwahl gebunden.

2. Romney hat die "Straw Poll" bei der im Artikel genannten CPAC gewonnen. Romney kam auf 38 %, Santorum auf 31 %, Gingrich abgeschlagen nur auf 15 %. Zumindest auf dieser Konferenz hat Romney also bei den Konservativen punkten können.

Enrico Knaak
01
12.2.2012, 16:58
Das nennen Sie Sieg?

Ich würde sagen, knapp an einer Riesen- Blamage vorbei. Es wäre der 4. in Folge gewesen.

Als Mitt Romney- Fan waren die letzten Tage zweifellos hart. Aber Sie haben sich schnell an das Backen kleinerer Brötchen gewöhnt.

Aber ernsthaft: Klar ist Romney weiterhin Favorit. Ich meine, wir reden hier über Rick Santorum. Nach South Carolina habe ich ihn erstmals reden gehört. Kategorie: Vollpfosten.

Und dass Mitt Romney in Michigan eine Menge Geld in die Hand nehmen muss, um ihn abzuwehren, kann ihm gar nicht schmecken. Der Plan sah hier sicherlich einen billigen Mittnahme- Erdrutsch vor.

Romneys Geld reicht zudem kaum unendlich. Hat jemand Zahlen über sein cash-on-hand? Der Mist hat ihn bislang mehr gekostet, als gedacht.

Odo
00
12.2.2012, 17:12
Am Geld wird Mitt Romney mit Sicherheit nicht scheitern, weder bei der Vor- noch bei der Hauptwahl.

Das sieht man beispielsweise daran, dass Präsident Obama nun auf einmal seine Vorbehalte gegen die "Super-Pac" über Bord wirft, weil er Angst hat, dass Romney ihn dadurch bei den Wahlkampfgeldern überflügeln könnte. Im übrigen könnte Mitt Romney wenn alle Stricke reißen auch auf sein Privatvermögen zurückgreifen.

Raptor Jesus
00
12.2.2012, 04:21
Maine ist ein Blue State

Hätte mich sehr stark gewundert wenn Gingrich oder Santorum gewonnen hätten.

Glasperlenspieler
00
11.2.2012, 17:26
Laut der neuen PPP-Umfrage

liegt Santorum jetzt national 15% vor Romney:

38% Santorum
23% Romney

PPP hat auch gerade eine neue Michigan-Umfrage in Bearbeitung, und auch da scheint es so als wäre Santorum vorne. Ist zwar erst der Zwischenstand nach einem von drei Umfragetagen, aber daran sollte sich nicht viel ändern. Sollte Romney in seinem "Heimatstaat" Michigan verlieren, ist sich glaub ich nicht mal mehr Odo sicher ob Romney noch der Kandidat wird ... ;-)

Odo
00
12.2.2012, 01:40
"PPP hat auch gerade eine neue Michigan-Umfrage in Bearbeitung, und auch da scheint es so als wäre Santorum vorne."

In MI geht der Wahlkampf jetzt ja erst richtig los. Mit dem Heimvorteil und dem deutlichen finanziellen Vorteil im Rücken sehe ich Mitt Romney da weiter in der Favoritenrolle. Und bislang war es ja auch immer so, dass das "Momentum" nach dem Wahlsieg eines Kandidaten nicht sonderlich lange anhielt. Insofern dürfte der "Hype" um Santorum bald abflauen.

WeAreChange
00
11.2.2012, 08:11
Eine Theorie zu den Siegen von Santorum

http://youtu.be/eLNSB-P-tks

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