Haider-Maurer überrascht zum 2:0

10. Februar 2012, 21:23
41 Postings

Niederösterreicher bezwingt die russische Nummer eins Alex Bogomolow jr. in vier Sätzen und sorgt für eine komfortable Führung

Wr. Neustadt - Österreichs Davis-Cup-Team hat am Samstag im Doppel schon "Matchball" auf den ersten Viertelfinaleinzug in der Weltgruppe seit 17 Jahren. Andreas Haider-Maurer stellte am Freitagabend in der Arena Nova in Wr. Neustadt mit einem überraschenden 6:1,6:4,6:7(1),6:2-Sieg über Alex Bogomolow jr. nach 2:28 Stunden im Länderkampf mit Russland die 2:0-Führung her. Der 24-jährige Niederösterreicher feierte bei seiner Davis-Cup-Heim-Premiere gleich einen Erfolg.

Die ÖTV-Truppe hat damit in den ausständigen drei Partien drei Möglichkeiten, den noch erforderlichen dritten Punkt zum Aufstieg in die Runde der besten acht Nationen der Welt zu holen. Die Basis dafür hatte Jürgen Melzer gelegt. Der 30-jährige Niederösterreicher rang vor rund 3.500 Zuschauern Igor Kunizyn nach einem 4:04-Stunden-Marathon mit 6:2,6:7(3),6:4,3:6,6:1 nieder. Am Samstag haben es Oliver Marach und Alexander Peya in der Hand, mit einem Sieg im Doppel den Russen den Gang ins Play-off zu bescheren.

Kasachstan oder Spanien

Sollte sich Österreich durchsetzen, dann trifft die Truppe von Neo-Kapitän Clemens Trimmel vom 6. bis 8. April entweder auswärts auf Spanien oder zu Hause auf Kasachstan. Die Spanier führen übrigens nach dem ersten Tag (ohne Rafael Nadal und David Ferrer) auch mit 2:0.

"Ich denke, das war vielleicht mein größter Sieg. Weltgruppe, das erste Mal Davis Cup im eigenen Land - ich muss sehr zufrieden sein. Ich habe in den ersten eineinhalb Sätzen sicher mein bestes Tennis gespielt", freute sich Haider-Maurer, der seine Trainingsleistungen im Verlauf dieser Woche perfekt ins Match umgesetzt hatte.

Russisches Comeback

Nach einer soliden 2:0-Satzführung gelang es Bogomolow dann doch noch, eine "Verlängerung" zu erzwingen. Der Russe, der bei seinem ersten Davis Cup mit enormen Druck auf den Platz gegangen war, gewann den Tiebreak sicher. "Im dritten Satz, bevor man es zumachen muss, bin ich ein bisserl verkrampfter geworden", gestand Haider-Maurer, der schon mit 4:3 und Break vorangelegen war. "Aber im vierten Satz habe ich mich zum richtigen Moment wieder erfangen und habe aktiv gespielt."

Melzer hatte durch seinen Erfolg Bogomolow bei dessen Davis-Cup-Premiere Druck gegeben und Haider-Maurer wohl auch den Rücken gestärkt. "Ja, das war extrem wichtig auch für das gesamte Team. Es war eine Partie, in der ich Favorit war. Wenn wir den Länderkampf gewinnen wollen, dann muss ich die Partie gewinnen", meinte ein glücklicher Melzer, der seinen Sieg gegen Kunizyn auf dem Platz überschwänglich gefeiert hatte . "Ich habe versucht, die Fehlerquote niedriger zu halten als die Winner-Quote und über fünf Sätze ist sich das auch ausgegangen."

Melzer geschont

Zwar hat ihm der verloren zweite Satz nach drei Sätzbällen weh getan, "aber da hat er die ganze Zeit an seinem Limit gespielt." Melzer selbst glaubte nicht an einen Einsatz im Doppel am Samstag. "Ich habe da heute alles draußen gelassen, mehr habe ich nicht im Tank gehabt. Ich habe eine ziemliche Blase auf der kleinen Zehe aufgerissen, das ist sehr blutig, aber bis Sonntag ist das okay."

Kapitän Trimmel meinte zwar später, dass er die Aufstellung vornimmt, doch wird er wohl Melzers Kräfte schonen, sollte er zum vielleicht entscheidenden Einzel am Sonntag einlaufen müssen. Trimmel jedenfalls freute sich über seinen tollen ersten Tag auf der Bank.

"Wir haben sehr gut gearbeitet diese Woche und waren für alle möglichen Gegner vorbereitet. Das hat sich bezahlt gemacht, aber wir sind noch lange nicht durch", warnte der Neo-Kapitän. "Für den Sieg braucht man drei Punkte. Ich habe das dem Team auch gesagt: freut euch einmal zehn Minuten, dann beginnt der Fokus für morgen." Er ließ dann aber doch auch seine Gefühlslage erkennen. "Einen schöneren Start gibt es nicht, aber jetzt müssen wir die Emotionen runterfahren. In der Weltgruppe geht es zu eng her, dass wir jetzt schon sagen könnten, da sind wir durch."(APA)

  • Andreas Haider-Maurer spielt gleich einmal eine entscheidende Rolle.
    foto: epa/hochmuth

    Andreas Haider-Maurer spielt gleich einmal eine entscheidende Rolle.

Share if you care.