Sparpaket

Keine wesentlichen Einschnitte bei Bildung

10. Februar 2012, 20:56

Geld für Bildungsreformen bis 2016 abgesichert - Milliarde für Hochschulen gesichert

Wien - Der Bereich Bildung ist beim Sparpaket weitestgehend ungeschoren davongekommen. So wurden im "Konsolidierungspaket" für die Jahre 2013 bis 2016 insgesamt 1,6 Milliarden Euro für bereits fixierte Bildungsreformen festgeschrieben. Einsparen muss nur das Unterrichtsministerium nur bei seinen Ermessensausgaben, das soll allerdings ausschließlich über Straffung der eigenen Verwaltung gelingen. Konfliktträchtige Themen wie das neue Lehrerdienstrecht wurden ausgespart.

Mit den 1,6 Mrd. Euro ist laut Unterrichtsministerium die Finanzierung von zusätzlichem Personal für die Neue Mittelschule, aber auch von Maßnahmen wie Bildungsstandards, Senkung der Klassenschülerhöchstzahl oder Anlaufkosten für die Einführung der Modularen Oberstufe sichergestellt. Zusätzlich soll es auch weiterhin die 80 Mio. Euro Offensivmittel pro Jahr für den Ausbau ganztägiger Schulangebote geben.

Interne Verwaltungsvereinfachungen

Auf der Minusseite steht eine Kürzung der Ermessensausgaben, von der mehrere Ressorts betroffen sein werden. Insgesamt sollen 170 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden, zehn Prozent davon soll das Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur beitragen. Allerdings sollen davon weder Schüler noch Kunst- und Kultureinrichtungen etwas merken, wie im Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied betont wird. Stattdessen sollen die Ausgaben durch interne Verwaltungsvereinfachungen und Straffung von Abläufen reduziert werden.

Abschaffung der Bezirksschulräte

Einsparungen in nicht näher definierter Höhe soll auch die bereits lange angekündigte Reform der Schulverwaltung bringen. Hier sollen im Verlauf der kommenden Woche mit VP-Bildungssprecher Werner Amon die Details geklärt werden. Dabei könnte nicht nur die vielfach angedachte Abschaffung der Bezirksschulräte umgesetzt werden. Zur Debatte stehe auch das von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller vorgeschlagene Modell, laut dem alle Bundesländer die Verwaltung der Landeslehrer von ihren Schulabteilungen an den Landesschulrat - und damit an den Bund - abgeben. In Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark ist dies schon jetzt der Fall. Einen Zeithorizont für diese Maßnahmen will man im Ministerium allerdings noch nicht nennen.

Keine Studiengebühren

Die Hochschulmilliarde für die Jahre 2013 bis 2015 ist durch das Konsolidierungspaket abgesichert worden, auf das Festschreiben von Reformen im Hochschulsektor wurde in dem von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle als "Reformpaket" gelobten Programm hingegen vollkommen verzichtet. So wurde etwa der Hochschulplan, der u.a. eine Studienplatzfinanzierung für die Unis bringen soll und derzeit mit der SPÖ ausverhandelt wird, trotz der zu erwartenden Mehrkosten mit keinem Wort erwähnt.

Auch Hinweise auf den weiteren Umgang mit den innerkoalitionär heftig umstrittenen Studiengebühren fehlen. Für sie gibt es nach der Aufhebung der entsprechenden Gesetzespassagen durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) ab 1. März keine Rechtsgrundlage mehr und sie müssten daher neu geregelt werden. Dabei geht es für die Unis immerhin um eine Summe von 30 bis 35 Mio. Euro pro Jahr. Vor der Schaffung umfangreicher Ausnahmeregelungen, durch die derzeit rund 85 Prozent der Studenten befreit sind, waren es rund 160 Mio. Euro pro Jahr. Je nach Rechtssicht können ohne Neuregelung gar keine Gebühren mehr eingehoben werden oder aber die Unis autonom über Beiträge in beliebiger Höhe entscheiden.

"Effizienz und Leistung"

Töchterle lobte am Freitag in einer Aussendung, dass trotz der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Wissenschaft und Forschung investiert werde. Gleichzeitig hob er hervor, dass sein Ressort durch den angekündigten Hochschulplan-Strukturfonds "einen wichtigen Beitrag auf Basis von Effizienz und Leistung" leiste. In diesen Fonds sollen 450 der insgesamt 990 Mio. umfassenden "Hochschulmilliarde" fließen, die als "Belohnung" für die Erfüllung bestimmter Kriterien (Steigerung der Zahl prüfungsaktiver Studenten oder Absolventen, Kooperationen etc.) ausgeschüttet wird. (APA)

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23 Postings
Fritz Meyer
00
13.2.2012, 09:30
Tja, es sollte aber keine "wesentlichen Einschnitte"...

sondern "spürbare Erhöhungen" geben.

Aber diese Politik investiert derzeit lieber immer noch in ihre "Sponsoren" als in das Gemeinwohl.

SiSe
01
12.2.2012, 09:48

nachdem man in Loipersdorf im Hochschulbereich rd. 400 eingespart hat, konnte man diesmal großzügigerweise davon absehen...

europademokratie
10
12.2.2012, 08:52
In Kärnten werden zwei neue Religionsinspektoren (katholisch) vom Land eingesetzt!!

In Zeiten der Sparmaßnahmen und der Infragestellung aller Inspektoren (auf Bezirks- und Landesebene) fragt man sich - warum wird das gemacht? Sind das Versorgungsposten auf Steuerzahlerkosten? Warum werden noch immer die Inspektoren der Religionsgemeinschaften aus Steuergelder bezahlt?

LL MM
00
12.2.2012, 21:54

Ach, an Stelle der Inspektoren gibt es bald Bildungsmanager. Diese erhalten diesen Job nicht mehr durch Freunderlwirtschaft, sondern durch professionelles Networking.

Sie sehen also, auch im Bildungsbereich wird Österreich langsam fortschrittlich, modern und wird bald endgültig im 21. Jahrhundert angelangt sein. :-)

wizenstain
00
11.2.2012, 22:42
Keine wesentlichen Einschnitte bei Bildung

sehr erfreulich, super!

absurdistanerin
02
11.2.2012, 22:25

und was, wenn man das geld, das für die neubeschilderung verstaubter und trotzdem nicht wirklich reformierte schulformen rausgeschmissen wird, lieber in den elementarbereich stecken würde?

byron sully
02
11.2.2012, 19:41

was für zeiten sind das, wo das bildungsbudget schon ohnehin unterhalb des notwendigen minimums liegt und man sich noch darüber freut, daß es wenigstens keine einschnitte gibt?

Eric der coole
00
11.2.2012, 16:22
Völliger Unsinn

...alle Bundesländer die Verwaltung der Landeslehrer von ihren Schulabteilungen an den Landesschulrat - und damit an den Bund - abgeben. ....., Oberösterreich, ....... ist dies schon jetzt der Fall.

völlig falsch - lediglich die AHS, BHS LehrerInnen ressortieren zum Bund alles andere ist im Bereich des LSR f.OÖ, sogar eine eigene Lehrerkrankenkasse...

G. Lavant
12
11.2.2012, 15:38
Keine wesentlichen Einschnitte

Mein Gott, bin ich froh!
Ich habe schon befürchtet, man könnte sich die Kosten für das Make-Up der Frau BM nicht mehr leisten.

A. Sieberer
00
11.2.2012, 11:25

Keine wesentlichen Einschnitte?

Für die Lehrer, die ausreichend Alternativen in der Privatwirtschaft haben, wie Mathe, Physik, Chemie, technische Fächer, Wirtschaft,.... vergrößert sich der Einkommensunterschied wahrscheinlich noch einmal um 5%. Mal sehen....

Der Chronist
51
11.2.2012, 15:11

3 Monate Urlaub (bezahlt!), Halbtagsarbeit - ich glaube kaum, dass jemand in die Privatwirtschaft geht, der das schätzt. LehrerInnen wissen genau, warum sie LehrerInnen werden.

Und wer einmal als LehrerIn gearbeitet hat, findet so leicht keinen vergleichbar guten Job in der Privatwirtschaft - erstens sind die weg vom Wissenserwerb auf dem jeweils letzten Stand und zweitens: Wer einmal von Neugebauer vertreten wurde, ist potentiell unbequem als ArbeitnehmerIn. Die sind einfach zu verwöhnt.

alla riscossa
00
12.2.2012, 23:46
träumer!

auf die lehrer wartet also ein paradies-und viel zu wenige gehen hin! was ist da los? bei diesen einstiegsgehältern und so vielen ferien inkl. halbtagsjob! diese ösis, ein volk von ignoranten, suchen sich nur jobs wo gehackelt und nix gezahlt wird, die lehrerpfründe interessieren die nicht, ich verstehs nicht!

Der Chronist
00
14.2.2012, 08:02

Ich wäre gerne Lehrer in einem Gymnasium aufm Land, in Wien-Nähe oder in einer anderen Landeshauptstadt mit Universität. Das wäre ein feines Leben: Halbtags arbeiten, daneben studieren, und wenn man Hauptfächer unterrichtet, hat man auch die Möglichkeit, das Jungvolk zu bändigen. Aber blöderweise bin ich nicht AHS-Lehrer geworden, selbst schuld. Silly me.

jepp eh
01
11.2.2012, 22:04

die Sommerferien sind nicht bezahlt. Man bekommt 10 Monate Gehalt aufgeteilt auf 12 Monate.

A. Sieberer
00
11.2.2012, 15:23

Geht auch nicht um die, die jetzt schon Lehrer sind, sondern eher um die, die jetzt schon fehlen!

Mary F.
00
11.2.2012, 13:53
Ich sehe das aehnlich

Wir werden solange kein neues Lehrerdienstrechtbekommen, bis uns hinten und vorn lehrende Techniker und Naturwissenschaftler fehlen.

Mehr zu arbeiten macht einem Junglehrer im Regelfall nicht viel aus, nicht viel zu verdienen hingegen schon.

Chri_Kn
00
11.2.2012, 18:16

Lehrende Techniker und Naturwissenschaftler machen das mit unter nicht nur wegen dem Geld.

Die einzigen richtigen Techniker und Naturwissenschafter die ich kenne und unterrichten machen das teilzeit um künftige Arbeitnehmer fürs Unternehmen zu suchen.

Die die Vollzeit in der Mittel- und Oberstufe unterrichten sind ohnehin keine richtigen Techniker und Naturwissenschafter sondern Pädagogen mit einer Ahnung von dem was die Kollegen in den spezialisierten Studiengängen machen.

Ich seh die Gefahr eher dass jemand die Lehrerschiene erst gar nicht einschlägt als die dass diese wieder verlassen wird.

Mary F.
00
11.2.2012, 18:18
"Ich seh die Gefahr eher dass jemand die Lehrerschiene erst gar nicht einschlägt als die dass diese wieder verlassen wird"

So hab ich auch das auch gemeint.

A. Sieberer
00
11.2.2012, 15:25

Bin gespannt, was im neuen Dienstrecht steht. Allerdings , was man so hört, wird man die Uni-Absolventen im gesamten Unterstufenbereich nicht mehr einsetzen. Da geht´s dann auch billiger!

LL MM
00
11.2.2012, 21:22

Hmmm. Was mir bekannt ist, möchte man doch alle zu Mastern machen (von der Kindergartenpädagogin bis zum Oberstufenlehrer). Mit mindestens 5,5 Jahren Studium.

Da kann (oder darf) es ja keinen Unterschied geben, wenn jemand an einer anderen Instutition ausgebildet wurde.

Gibt es da jetzt eine neue Entwicklung?

A. Sieberer
00
11.2.2012, 22:09

Studium schon, PH, Uni für alle ist bis jetzt noch sehr unwahrscheinlich.

Er staunt
00
11.2.2012, 10:45

"Keine wesentlichen Einschnitte bei Bildung"

Da gibt's aber mittlerweile auch wirklich kaum noch was, was man kürzen könnte...

Eric der coole
02
11.2.2012, 09:58
Schwindel

Abschaffung der Bezirksschulräte, da meint die VP die Gremien (Kollegien der BSR, die sowieso nichts kosten und auch nix anstellen können) , die anderen glauben, dass BezirksschulinspektorInnen abgeschafft werden - wahrscheinlich am St.Nimmerleinstag, sonst würden im Amtsblatt nicht schon wieder solche Psoten ausgeschrieben sein...ein Schmäh von vorn bis hinten!!!

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