Wlodkowski: Sparpaket ist große Herausforderung für Bauern

10. Februar 2012, 19:00

Landwirtschaft erwartet vollen Einsatz der Regierung bei GAP-Reform

"Die Landwirtschaft hat immer bekundet, ihren Anteil an der Sanierung des Budgets zu leisten. Dieses Sparpaket stellt nun eine große Herausforderung für die Bauern dar. Denn darin sind nicht nur agrarspezifische Belastungen, wie der Wegfall der Mineralölsteuer-Vergütung oder die Besteuerung von Umwidmungsgewinnen, enthalten, sondern auch alle jene Maßnahmen, die die gesamte Bevölkerung treffen. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist jedoch die Tatsache, dass es dem Landwirtschaftsminister trotz spürbarer Agrarbudgetkürzungen gelungen ist, die Ausgleichszahlungen der EU-Agrarpolitik für die bäuerlichen Familien zu sichern. Um nicht deren Einkommen kürzen zu müssen, hat sich der Minister zu massiven Strukturmaßnahmen im Agrarressort entschlossen, die zusammen mit der 5%igen Bindung der Ermessensausgaben gewaltige Anstrengungen notwendig machen", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, heute zum Budgetkonsolidierungspaket der Bundesregierung. "Unser Dank gilt dem Landwirtschaftsminister auch dafür, dass er radikale Kürzungs- und Besteuerungspläne von AK und SPÖ in langen und zähen Verhandlungen abwehren konnte", so Wlodkowski.

Was wurde abgewehrt, was kommt?

Konkret verlangten die Verhandler von AK und SPÖ unter anderem eine Abgabe auf Düngemittel, die Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Maschinen, die Abschaffung der Pauschalierung, die Erhöhung der Grundsteuer, eine Kürzung der Förderungen insgesamt, die Streichung der Prämienunterstützung in der Hagelversicherung oder die Streichung des Agrarischen Investitionskredites. "Dieser massive Anschlag auf die bäuerlichen Familien konnte abgewendet werden", unterstrich Wlodkowski.

Konkret wird eine Abgabe auf Umwidmungsgewinne kommen und es soll die Vergütung der Mineralölsteuer gestrichen werden: "Wir verlangen jedoch, dass dies im Gleichklang auch für alle anderen bisherigen Teilnehmer an dieser Regelung, wie die ÖBB, gilt", forderte Wlodkowski.

Im Sozialbereich kommt es zur Anhebung der Abgabe für Land- und Forstbetriebe und zur Erhöhung des Beitragssatzes für die Pensionsversicherung, der ab Anfang Juli 2012 auf 16% angehoben wird. Neben einem Struktur- und Sparprogramm, das die SVB intern durchführt, wird auch das faktische Antrittsalter für die Pension von derzeit 57 in Ein-Jahres-Einzelschritten auf 60 Jahre erhöht.

Darüber hinaus wird eine 5%ige Bindung der Ermessensausgaben des Landwirtschaftsbudgets eingeführt, was bedeutet, dass pro Jahr rund EUR 50 Mio. zwar budgetiert, jedoch nicht ausgegeben werden. Diese Bindung kann jedoch durch den Erfolg des hauseigenen Strukturprogrammes, das in Summe bis 2016 rund EUR 100 Mio. bringen wird, reduziert werden.

Einheitswert-Hauptfeststellung rasch durchführen

"Wichtig für die Landwirtschaft ist, dass es möglichst rasch zu einer neuen Hauptfeststellung der Einheitswerte kommt. Denn dies ist zur Absicherung der Steuerpauschalierung und der Beitragsgrundlagen in der Sozialversicherung unbedingt notwendig", forderte Wlodkowski.

Nächste Herausforderung: EU-Agrarreform

"Die nächste riesige Herausforderung, die auf unsere Bauernfamilien zukommen wird, ist die Reform der EU-Agrarpolitik. Dabei sind nicht nur spürbare Einschnitte beim Budget in Diskussion, sondern es gilt auch, Vorschläge abzuwehren, die die Bauern mit zusätzlicher Bürokratie und Produktionseinschränkungen belasten würden. Wir erwarten uns von der Bundesregierung, dass sie einerseits bis Ende 2013 alle Verträge, die die Landwirte mit der EU haben, voll und ganz erfüllt und andererseits, dass sie mit vollem Einsatz in den Verhandlungen den Standpunkt der heimischen Bäuerinnen und Bauern vertritt", stellte Wlodkowski fest. (Schluss)

Rückfragehinweis: Landwirtschaftskammer Österreich Dr. Josef Siffert Tel.: +43/1/53441-8521 mailto: j.siffert@lk-oe.at www.lk-oe.at

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OTS0187 2012-02-10/19:00

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