25 Jahre Haft wegen Beteiligung an Mord an britischen Soldaten

    10. Februar 2012, 19:16
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    Todkranker half bei Anschlag auf Kaserne in Nordirland 2009

    Belfast - Wegen seiner Beteiligung am Mord an zwei britischen Soldaten in Nordirland muss ein todkranker Mann für mindestens 25 Jahre ins Gefängnis. Ein Richter in Belfast sagte dem 46-jährigen Brian Shivers am Freitag, eine Haftentlassung könne frühestens nach Ablauf dieser Frist in Erwägung gezogen werden. Shivers leidet an einer genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung und hat eine Lebenserwartung von schätzungsweise vier bis fünf Jahren. Die an der Tat Beteiligten müssten eine angemessene Bestrafung erhalten, sagte Richter Anthony Hart.

    Der Verurteilte war Mitglied der Real IRA, einer Splittergruppe der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee, die im März 2009 an einer Kaserne nordwestlich von Belfast einen Anschlag auf britische Soldaten verübte. Dabei wurden zwei Soldaten Anfang 20 getötet und zwei weitere Militärangehörige verletzt. Nach Angaben der Polizei nutzten die Angreifer eine Pizzalieferung, um das Feuer auf den Stützpunkt in der Ortschaft Massereene zu eröffnen. Eine Videoaufnahme zeigte vor Gericht, wie zwei Maskierte vor der Kaserne erschienen und das Feuer eröffneten. Auch die Pizzalieferanten wurden verletzt.

    Nach Angaben des Richters hatte Shivers versucht, das Fluchtfahrzeug zu verbrennen. Zwar habe er eine geringere Rolle als die beiden Schützen gespielt, aber er habe bedeutenden Anteil an der sorgfältig geplanten Tat gehabt, begründete Hart das Urteil. Im vergangenen Monat war Shivers unter anderem der versuchten Tötung und des Waffenbesitzes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

    Der Friedensvertrag von 1998 hatte die Gewalt in Nordirland größtenteils beendet. Dennoch kam es seither sporadisch zu weiteren Anschlägen. In den Jahrzehnten der Gewalt zwischen Protestanten, die Teil des Vereinigten Königreichs bleiben wollen, und Katholiken, die sich der Republik Irland anschließen wollen, kamen rund 3500 Menschen ums Leben. (APA)

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