Österreichs Nummer eins bezwingt Russlands Igor Kunizin zum Auftakt nach fünf Sätzen mit 6:2,6:7,6:4,3:6,6:1
Wr. Neustadt - Nach 4:04 Stunden stand er auf dem Platz und reckte
einen Österreich-Schal in Richtung der 3.500 Fans in der Arena Nova. Die
Erleichterung war Jürgen Melzer nach dem Auftaktmatch beim
Davis-Cup-Weltgruppen-Treffen gegen Russland in Wr. Neustadt anzusehen. Melzer
sorgte mit dem 6:2,6:7(3),6:4,3:6,6:1-Sieg über Igor Kunizyn für den so
wichtigen ersten Punkt für die ÖTV-Auswahl. Im Anschluss traf Andreas
Haider-Maurer bei seiner Davis-Cup-Heimpremiere auf die Nummer 1 der Gäste, Alex
Bogomolow jr.
"Ich bin überglücklich, dass es zu einem Sieg gereicht hat", meinte Melzer
unmittelbar nach dem Match. "Die Stimmung war sensationell. Ein Riesendank ans
Publikum, ohne die Fans hätte ich es nicht geschafft."
Starker Start
Das Match hatte für Melzer programmgemäß begonnen. Nach einem 16 Minuten
dauernden Game schaffte er das erste und entscheidende Break zum 3:1. Im zweiten
Satz hatte er bei 6:5 und 0:40 drei Bälle zur erlösenden 2:0-Satzführung. Doch
Kunizyn zeigte einmal mehr seine mentale Stärke. "Da hat er fünf unglaubliche
Punkte gespielt", erinnerte sich Melzer, der zähneknirschend das 1:1 in Sätzen
hinnehmen musste.
Im dritten Durchgang gelang es Melzer nach Break und Rebreak, seinem Gegner
neuerlich den Aufschlag zum 3:2 abzunehmen. Diesen Vorteil ließ er sich nicht
mehr nehmen, musste Satz vier aber dann auch nach weiteren 40 Minuten abgeben.
Erinnerungen an die US Open wurden wach, als Melzer in der zweiten Runde in New
York gegen jenen Kunizyn eine 2:1-Satzführung noch vergeben hatte und in fünf
Sets verloren hatte.
Das bessere Ende für Melzer
Aber Österreichs Nummer 1 und Nummer 40 der Welt übernahm gegen den
Weltranglisten-79. im letzten Satz von Beginn an das Kommando und stellte rasch
auf 3:0. Bei 5:1, 30:30 befreite sich Melzer und servierte mit den Assen 22 und
23 zum Sieg aus.
Der Druck, der auf Melzer gerade in dieser Auftakt-Partie gelastet hatte, war
groß. "Natürlich. Ich habe gewusst, ich muss diese Partie gewinnen, wenn wir den
Länderkampf gewinnen wollen."
In der Folge konnte Haider-Maurer zumindest etwas lockerer in sein Match
gehen. Immerhin spielt sein Gegner, Alex Bogomolow jr., erstmals Davis Cup und
hatte ebenfalls die Erwartungshaltung seines Teams im Rücken. (APA)