Ashton wirbt für härtere Sanktionen

10. Februar 2012, 17:54
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EU-Außenbeauftragte: Moskau soll Resolution unterstützen

Berlin/Damaskus - Mindestens 750 Zivilisten seien in der letzten Woche vom syrischen Regime getötet worden, sagte Ferhad Ahma vom Syrischen Nationalrat (SNC) am Freitag in Berlin. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, einzuschreiten und härtere Sanktionen zu verhängen. Humanitäre Maßnahmen seien dringend nötig. Eine militärische Intervention forderte der SNC hingegen nicht - diese sei nur das letzte Mittel.

Allein in Homs wurden am Donnerstag nach Angaben der Aktivisten mindestens 107 Menschen getötet. Die Stadt ist von Armeeposten umzingelt. Die letzte Lebensmittellieferung ist zehn Tage her, die Heizölvorräte gehen ebenfalls zu Ende.

Aleppo, Syriens zweitgrößte Stadt, wurde am Freitag von mindestens zwei Explosionen erschüttert. Nach Angaben des Staats-TV wurden 25 Menschen getötet und 175 verletzt, es handle sich um "terroristische" Angriffe gegen ein Gebäude des Militärgeheimdienstes und den Sitz der Ordnungspolizei. Assad-Gegner machten dagegen das Militär für die Anschläge verantwortlich.

Appell an Russland

Unterdessen hält die internationale Kritik am syrischen Regime an: US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Situation in Syrien am Donnerstag als "abscheuliches Blutvergießen" , EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton appellierte an Russland, doch noch eine UN-Resolution gegen die Gewalt in Syrien zu unterstützen. Zudem warb sie für härtere Sanktionen gegen das syrische Regime. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sieht in Syrien einen Fall für den Internationalen Strafgerichtshof.

Libyen wies am Donnerstag alle syrischen Diplomaten aus. Bereits im Oktober hatte es den Syrischen Nationalrat als legitime Vertretung anerkannt. (Reuters, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2012)

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