Attentäter soll im Gefängnis beobachtet werden
Oslo - Die norwegische Justiz hat am Freitag eine
intensive psychiatrische Beobachtung für den Attentäter Anders
Behring Breivik angeordnet. Die Beobachtung könne "wertvolle
Informationen" liefern, die sonst nur schwer zu beschaffen seien,
entschied das Gericht in Oslo. Es gab damit dem Ende Jänner von zwei
neuen Psychiatern gestellten Antrag statt, mit denen der
Rechtsextremist Behring Breivik nicht zusammenarbeiten will.
Behring Breivik soll allerdings nicht - wie von den Experten
vorgeschlagen - für drei bis vier Wochen in eine Einrichtung in
Dikemark südwestlich von Oslo eingewiesen werden. Vielmehr sollen aus
Sicherheitsgründen Spezialisten aus Dikemark Behring Breivik im
Ila-Gefängnis in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt ausführlich
beobachten, um sein Verhalten bewerten zu können. Die Beobachtungen
sollen sodann in das Gutachten der beiden Psychiater eingehen. Das
neue Gutachten soll bis zum 10. April eingereicht werden, am 16.
April beginnt der Prozess.
Behring Breivik hatte im vergangenen Juli zunächst im
Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet.
Anschließend erschoss er in einem Sommerlager der regierenden
Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 überwiegend jugendliche
Teilnehmer.
Im November hatten zwei vom Gericht beauftragte Gutachter Behring
Breivik wegen "paranoider Schizophrenie" für unzurechnungsfähig
erklärt. Opfer-Anwälte dagegen forderten ein neues Gutachten, da
mehrere Nebenkläger das Vorgehen Behring Breiviks während des
Massakers auf Utöya als methodisch und rational wahrnahmen. (APA)