Regierung Uribe präsentierte Statisten als Guerillas

13. Februar 2012, 06:15
  • 7. März 2006: Die zuvor unbekannte FARC-Einheit "Cacica La Gaitana" gibt den Kampf auf.
    foto: ap/luis ramirez

    7. März 2006: Die zuvor unbekannte FARC-Einheit "Cacica La Gaitana" gibt den Kampf auf.

  • Chef-Unterhändler Restrepo (r.) sammelt persönlich die Waffen ein. Mehr Bilder der Veranstaltung hier.
    foto: reuters/kena betancur

    Chef-Unterhändler Restrepo (r.) sammelt persönlich die Waffen ein. Mehr Bilder der Veranstaltung hier.

Slumbewohner erhielten Geld für Darbietung - Haftbefehl gegen Chefverhandler

Luis Carlos Restrepo, der vom kolumbianischen Ex-Präsidenten Álvaro Uribe zum Chefverhandler mit der FARC-Guerilla ernannt wurde, ist angesichts eines Haftbefehls ins Ausland geflohen. Dem ehemaligen Unterhändler wird vorgeworfen, eine öffentlichkeitswirksame Waffenübergabe inszeniert zu haben.

Am 6. März 2006 hatte Restrepo vor Journalisten eine Gruppe von angeblichen Kämpfern der FARC-Guerilla präsentiert, die vor laufenden Kameras ihre Waffen niederlegten. Dass sich eine ganze Kompanie der ältesten Guerillatruppe Lateinamerikas gemeinsam ergibt, wurde als großer Erfolg für Präsident Uribe gefeiert.

Mittlerweile ist bekannt, dass die "Guerillakämpfer" in Elendsvierteln der Hauptstadt Bogota rekrutiert worden waren und für ihre Teilnahme an dem Schauspiel eine Entschädigung erhielten. Einige Ausrüstungsgegenstände, die die "Überläufer" mitbrachten, stammten aus Armeebeständen, der Großteil der präsentierten Waffen war schrottreif. 

Zivilisten ermordet

Mehrere Teilnehmer an der Veranstaltung in Alvarado in der kolumbianischen Provinz Tolima sind seither an die Öffentlichkeit getreten, um den Sachverhalt aufzuklären. Die falschen Überläufer haben also ihren Einsatz zumindest überlebt. 1.500 bis 2.000 Zivilisten wurden hingegen in der Regierungszeit Uribes von der Armee ermordet, um die Leichen dann als getötete FARC-Kämpfer präsentieren zu können (derStandard.at berichtete).

Restrepo ist bereits das dritte Mitglied der Regierung Uribe, das vor der Strafverfolgung ins Ausland geflüchtet ist: Maria del Pilar Hurtado, die ehemalige Chefin der Geheimpolizei DAS, genießt politisches Asyl in Panama, weil sie die Telefone von Journalisten und Oppositionellen abhören ließ. Der ehemalige Innenminister Sabas Pretelt de la Vega floh vor Korruptionsvorwürfen nach Costa Rica. (bed)

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9 Postings
Dieses Theater spielen der rechten Diktatoren unter Mithilfe der Amigeheimdienste wird anscheinend alle 10 Jahr offiziell

Wie war das mit der -roten Moschee- vor ca 3 Jahren noch einmal ? Die Belagerung durch angebliche Terroristen . Menschen vor Ort sahen das alles ein bisschen anderes als was in den westlichen Medien berichtet wurde . Aber Medien manipulieren immer . Sonst würde es ja keine liberale oder konservative oder wasweissich Presse geben (Irgendwas mit Besetzung durch hungrige EinwohnerInnen die dann recht blutig beendet wurde . Aber ich kann mich auch irren)

glaubt einer dass die weltweit aktiven geheimdienste

keine ahnung von solchen praktiken hatten?

der "schmäh" ist nur der grosse bruder von genua-schule aufmischen und tierschützer mit grossem tamtam als terroristische vereinigung durchs dorf zu treiben. damit in dem lärm schwerere machenschaften untern tisch fallen, und die bürger entmutigt werden, sich irgendwo einzumischen.

chavez ist kein heiliger, aber das toppt er nicht. möge er dieser rechts-cabale noch sehr lange ein PITA sein..
bitte helft der bolivarischen revolution.

"Dass sich eine ganze Kompanie der ältesten Guerillatruppe Lateinamerikas gemeinsam ergibt, wurde als großer Erfolg für Präsident Uribe gefeiert."

Wahnsinn. Der Verbrecher Uribe inszeniert eine Show um daraus politisches Kapital zu schlagen. Dabei hatte es niemals so stattgefunden wie behauptet.

Warum gibt es eigentlich nicht die Todesstrafe für "Politiker", und zwar ausschliesslich nur für diese?

Es ist doch offensichtlich das "Politiker" sich bereichern und andere Menschen systematisch und kalkuliert belügen. Das sind doch keine Freunde, das sind eindeutig Feinde.

seien sie bitte nicht so naiv

setzen sie statt politiker "menschen" ein und es stimmt genau so und genau so wenig. das leben ist ein spiel in dem manche gewinnen und andere verlieren und die regeln sind hart umkämpft.

diesen schwachsinn glauben sie gell

lustigerweise sind leute mit dieser meinung meisten immer gleich entsetzt über anarchos, rebellen etc.

das leben ist kein spiel, es ist heilig
aber mit ihrer einstellung sinnentleert

Das menschliche Leben ist absolut unnötig und im kosmischen Massstab nicht erwähnenswert

Nicht einmal wenn man von 4Mio Jahre als Menschenleben ausgeht . Aber man kann trotz allem die paar Jahrzehnte die dem Menschen bleiben sinnvoll verbringen . Das Leben als Spiel zu sehen erleichtert es um einiges . Sich selbst belügen und sein Leben als heilig zu bezeichnen ist lächerlich

hmh, wo sind denn heute die ganzen uribe anhaenger hier im standard?

In einem Venezuela-Artikel, gegen Chavez hetzen.

Ts, ts, jetzt ham Sie sie aufgescheucht...

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