Engpass

EU-Bildungsbericht warnt vor Lehrermangel in mehreren Staaten

10. Februar 2012, 14:08

In Österreich könnte es zu Engpass durch Pensionierungen kommen - Größter Lehrermangel in naturwissenschaftlichen Fächern

Brüssel - Nicht nur in Österreich ist in Zukunft mit einem Engpass bei Lehrern zu rechnen. Ein Bildungsbericht der EU-Kommission warnt nun vor einem Lehrermangel in mehreren europäischen Staaten, darunter Deutschland, Belgien, Luxemburg, Türkei, Großbritannien und Niederlande. Der Bericht wurde am Freitag den EU-Bildungsministern in Brüssel vorgelegt.

Im französischsprachigen Teil Belgiens hätten 46 Prozent der 15-jährigen Schüler zu wenig Mathematiklehrer. In Deutschland fehlen bei 42 Prozent in derselben Altersgruppe Lehrkräfte in den Naturwissenschaften und bei 18 Prozent Mathematiklehrer. In Österreich besteht der größte Lehrermangel (11 Prozent) in naturwissenschaftlichen Fächern, gefolgt von Sprachlehrern (6,7 Prozent) und von Mathematiklehrern (5,8 Prozent). Am stärksten ausgeprägt ist der Lehrer-Engpass in der Türkei und Luxemburg, wo es jeweils 79 Prozent der Schüler an Mathe-Lehrpersonal mangelt. Basis der Erhebungen sind die Zahlen aus der PISA-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für 2009.

Österreich und Deutschland droht Lehrer-Engpass

Dem EU-Bericht zufolge droht Österreich neben Deutschland und Italien in den kommenden Jahren aufgrund einer Pensionierungswelle ein Lehrer-Engpass. So sind in der Sekundarstufe II (berufsbildende mittlere Schule, Lehre, Matura) 23 Prozent der Lehrer in Österreich in der Altersgruppe von 50 bis 55 sowie 16 Prozent von 55 bis 59 Jahren.

In der Mehrzahl der EU-Staaten seien Investitionen im Bildungsbereich auch bis zum Krisenjahr 2008 stabil geblieben, heißt es weiter in dem Bericht. In der Antwort auf die Krise hätten mehrere Regierungen spezielle Maßnahmen erwogen, um die bestehende Mittelausstattung weiter abzusichern. Im Durchschnitt geben die 27 EU-Staaten demnach weiter rund 5,1 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Bildung aus. Österreich wendete laut dem EU-Bericht im Jahr 2008 5,5 Prozent seines BIP für die Bildung auf. Spitzenreiter ist Dänemark mit 7,8 Prozent des BIP, Schlusslicht die Slowakei mit 3,6 Prozent.

Das Unterrichtsministerium sieht sich durch den EU-Bericht am Freitag bestätigt. Dieser würde anerkennen, dass in Österreich trotz der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise im Bildungsbereich nicht gekürzt werde "und der Reformpfad in die richtige Richtung weise", betonte das Ministerium in einer Aussendung. Die öffentlichen Investitionen Österreichs in den Bildungsbereich würden weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. Gemeinsam mit dem am Donnerstag veröffentlichten OECD-Bericht, "in dem unter anderem die Einführung der Neuen Mittelschule als ein erster Schritt zu einem längeren gemeinsamen Lernen und einer späteren Selektion hervorgehoben wird", würden die heimischen Reformen international "starken Rückenwind" bekommen, so Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ).(APA)

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[Cotton]
00
28.4.2012, 12:30

Jetzt studieren soviele sehr viele Leute Lehramt. Da gibts bald wieder genug Lehrer. Vermutlich aber nicht in Mathematik, Chemie, Physik etc, die Fächer finden nach wie vor nicht so viel Anklang.

Kelbo
00
13.2.2012, 23:32

Kein Wunder! Es studieren ja alle Lehramt Deutsch, Geschichte, PP und Spanisch... So kann das nichts werden!

Fritz Meyer
00
13.2.2012, 09:28
Schon seit Jahrzehnten bekannt.

Und wird von der Politik "tapfer" ignoriert.

SiSe
01
12.2.2012, 23:57

ageh, unsere selige Frau G. hat uns doch in einem Brief erklärt, dass wir ja nicht Lehrer werden sollen, da wir ja schon zuviele haben...

D/E
04
12.2.2012, 19:55
Lieb, wie die vor einem Mangel warnen, der schon lange da ist.

Erinnert mich irgendwie an Averell Dalton, der das Ohr auf die Schienen legt und den Zug nicht hört.

niewieder nett
 
03
12.2.2012, 18:13

baujahr 1981. maturiert 2000. uns haben sie ab 14 eingetrichtert: werdet nicht lehrer. wir haben zuviele lehrer. ihr werdet keine arbeit finden usw usw.

LL MM
00
12.2.2012, 21:40

2000 war allerdings die Situation größtenteils so und es war abzusehen, dass sie sich in den Jahren drauf nicht verändert wird, was dann auch eintraf. Ob jemand mit dem Ausblick zwischen 2010 und 2015 eventuell dann doch gute Jobchancen zu haben, gekördert hätte werden können, ist eine durchaus umstrittene Frage.

Abgesehen davon, da man von gewissen Entwicklungen nix wusste.
Da waren einerseits die Stundenkürzungen 2003, die die Situation verschäften. Allerdings sind im selben Jahr gegen Ende viele 55- bis 60jährige in die Pension geflüchtet.
Dann kam die Pensionsreform, die die Jobchancen für Junge wieder verschlechterte. Später abgefedert durch die Hacklerpension...

Shadowhunter
00
13.2.2012, 19:27

Selbst 2005 wurde den Maturanten noch gesagt, dass man auf keinem Fall Lehramt studieren sollte. Nachdem ein Lehramtsstudium in Mindeststudienzeit 9 Semester dauert hieße dass, dass die ersten 2010 fertig werden und somit in den von Ihnen genannten Zeitraum fallen.
Aber die Frau Gehrer und somit die ÖVP konnten das ja nicht vorhersehen, man weiß ja nicht, wann die Leute im pensionsfähigen Alter sind, ist ja nicht bekannt, wie alt welcher Lehrer ist.

Erwin Wolfram
00
12.2.2012, 16:19
...

schade, dass die selektion schon heute bei den lehrern stattfindet, da kann man dann darauf bauen, dass kleine und grosse unfaelle in zukunft, aus voellig unbekannten und "unerwarteten" gruenden ueblich werden... die eu ist fuer jeden buerger eine schande, die nur durch die lokalen authoritaeten getoppt wird... ich lehne das ab!

haueinsdrauf
01
12.2.2012, 15:30

der lehrermangel kann so eklatant nicht sein. ich bewerbe mich seit jahren beim stadtschulrat für BMS/BMHS in angeblich sehr gefragten fächern, und hatt nie eine chance auf eine anstellung bzw. überhaupt ein vorstellungsgespräch. ich weiß nicht, obs auch daran liegt, kein parteibuch zu haben...? zum glück bin ich auf diesn job nicht angewiesen. in meiner jugend hat mir jeder (erfolgreich) davon abgeraten, lehrer zu werden, um nicht als arbeitsloser zu enden

sternsteinblitz
00
13.2.2012, 07:43

Vielleicht gibt es beim SSR für Wien gar keine Möglichkeit für incomings mehr, da eigentlich immer alle weg wollen? ;)

nice
00
12.2.2012, 19:04
detto

die wollen mich auch nicht trotz meiner zahlreichen zusatzqualifikationen, wahrscheinlich, weil ich in beim nö lsr angestellt bin ... oder was weiß ich.
transparenz im einstellungsverfahren würde unserem schulsystem echt nicht schaden.

Sigrun1
02
12.2.2012, 11:34

in Deutschland gibt es Lehrermangel und Stundenausfälle seit Jahrzehnten, aber von mehr Geld für Bildung wird nur vor Wahlen geredet und nachher nichts getan. Ist es in Ö auch so? das ist ja nicht zu glauben!

F. Ritzl
10
11.2.2012, 18:03
Was ist aus den Lehrern geworden, die taxifahren müssen, bis sie endlich einen Platz kriegen?

War die Zeit einmal od. sind das die, die alle die selben 2 Fächer belegen, in welchen wir einen Überschluß haben?

Mein' ich ernst, die Frage ...

D/E
11
11.2.2012, 18:54
Sagen wir einmal so:

Die Kombi Französisch/Geschichte gehört nicht unbedingt zu den gesuchten.

Mathematik, Latein. Deutsch, Englisch, Physik, Chemie sind an AHS/BHS eklatante Mangelfächer.

Ann Dido
00
13.2.2012, 09:43
Mangelfächer

für Englisch und Deutsch: in Tirol sicher noch nicht

Shadowhunter
11
12.2.2012, 12:19
Deutsch und Chemie = Mangelfächer???

Zumindest in der Steiermark stimmt das absolut nicht, kann ich aus eigener Erfahrung berichten.

Murmelchen1
00
13.2.2012, 14:47
Englisch und Chemie in Salzburg auf alle Fälle -

vor allem aber auch Mathematik. Angeblich auch Latein - kann ich aber nicht beurteilen, da ich nicht an einer AHS bin. Bei Deutsch könnte ich im Moment nicht zustimmten. Massenhaft Lehrer gibts für Geschichte/Geografie.

*Andreas*
21
12.2.2012, 14:02

Ja, wie wäre es mit ein bisschen Mobilität?

Shadowhunter
00
13.2.2012, 19:30

Meine Freundin fährt 45min zu ihrem Arbeitsplatz in einer NMS, da AHS-mäßig nichts frei ist. Pro Tag 1,5 Stunden unterwegs, fünf mal die Woche und dann Mobilität einfordern? Sie sollten sich das nächste mal ihr Posting sparen, wenn Sie keine Ahnung vom vorliegenden Fall haben.

*Andreas*
00
13.2.2012, 19:34

Abgesehen davon fahre ich jeden Tag 40-45 Minuten zur Uni. Auch damals, in einer Kleinstadt, brauchte ich ca. 25 Minuten zur Schule.

Sorry, aber das als große Belastung hinzustellen, ist wirklich lächerlich.

*Andreas*
00
13.2.2012, 19:32

Mobilität heißt auch, näher zum Arbeitsplatz zu ziehen.

Mobilität wird immer mehr gefordert, zumindest innerhalb Europas. Und jetzt ist es zu viel verlangt, in ein anderes Bundesland zu gehen?

Shadowhunter
00
13.2.2012, 20:07

Schon mal was von Beziehung, Familie, etc. gehört? Vermutlich nicht.

*Andreas*
00
13.2.2012, 20:12

Es gibt genügend Leute, die diese Dinge auf europäischem Level managen können und Sie wollen mir erzählen, dass dies innerhalb Österreichs nicht möglich ist? Sie erklären mir, dass 45 Minuten eine extreme Belastung sind?

Sie können ja gerne bei Ihrer Meinung bleiben. Mir tut das nicht weh. Aber mit dem Unverständnis vieler Menschen müssen Sie eben rechnen.

Shadowhunter
00
14.2.2012, 06:48

Ich habe mich nirgends darüber beschwert, dass 45min eine enorme Belastung sind. Ich habe nur gesagt, dass 45min in eine Richtung durchaus Mobilität beweisen. Wenn Sie dahinen eine Beschwerde interpretieren, ist das Ihre Sache. Ich habe nur gesagt, dass Sie nicht sofort Mobilität einfordern sollten, wenn Sie von diesem einen Fall, über den ich schreibe keine Ahnung haben.

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