Alle hacken auf Mölzer hin

Kolumne10. Februar 2012, 17:43
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Der Feldzug gegen die Freiheitlichen

Kolumnist sein ist ein harter Job. Vor allem das vermaledeite Ausgewogenheitsgebot macht einem zu schaffen. Aus Gründen der Ausgewogenheit muss in diesem Geviert pflichtschuldigst in alle Richtungen ausgeteilt werden, doch heute - Trompetenstoß und Trommelwirbel - kündigt der Krisenkolumnist feierlich an, dass er fürderhin die FPÖ samt allem, was rechts von ihr kreucht und fleucht, vor hämischen Bemerkungen und fiesen Witzen verschonen wird.

Es ist dies ein Akt der Mitmenschlichkeit gegenüber einer Partei der Opfer. Sensible Politiker wie Karl-Heinz Grasser haben dem auf den Freiheitlichen lastenden Druck schon vor Jahren nicht mehr standgehalten und sind zur ÖVP gewechselt. Und Andreas Mölzer sieht man inzwischen schon äußerlich an, dass alle ständig auf ihn hinhacken. Man möchte Mölzer, wenn er im Fernsehen auftaucht, jedesmal in die Arme nehmen, knuddeln und ihm tröstend über die Schmisse streichen.

Hier einige Beispiele dafür, wie im notorisch linkslastigen Österreich die Gewalt gegen rechts aus dem Ruder läuft:

  • Unbekannte brechen in den Weinkeller eines freiheitlichen Bezirksrats in Braunau am Inn ein und stehlen ein halbes Dutzend Flaschen Grünen Veltliner. Die Täter gehen so brutal vor, dass ein Hitlerbild an der Kellerwand zu Boden geworfen wird.
  • Mit einem Kopfstoß zerkratzt Alt-Juso K. in der Wiener Innenstadt den wertvollen runenverzierten Schlagring eines Ballbesuchers. Das seit 1933 im Familienbesitz befindliche Erinnerungsstück wird durch Blutspuren praktisch unbrauchbar.
  • Wie zum Hohn erhalten Mitglieder der schlagenden Burschenschaft Aussauffia e.V. in einem Wiener Innenstadtbeisel mehrere Krügel lauwarmes Bier serviert. Nachträglich stellt sich heraus, dass der Wirt des Lokals Sozialdemokrat ist.
  • Obwohl er fleißig gelernt hat, bekommt Wolf-Hadubrand Rosenkranz, jüngster Sohn von Barbara Rosenkranz, auf zwei Matheschularbeiten en suite ein "Nicht genügend" . Die Familie vermutet einen Racheakt für die Präsidentschaftskandidatur der Mutter, kann aber nichts beweisen.

Diese Gewaltakte häufen sich. Kein Wunder, dass es einen neuen FPÖ-Parteigruß gibt: "Wie geht's, du Opfer?" Hisst die Jammerlappen! Zückt die Taschentücher! Die nächste Attacke der linkslinken Jagdgesellschaft auf die Blauen kommt bestimmt!

(DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 11./12. Februar 2012)

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