Donau für Schiffe weitgehend gesperrt

10. Februar 2012, 12:45
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In Italien schneit es heftig - Frostig-kalt nach wie vor auch in Österreich

Rom/Moskau/Wien - Wegen des extremen Winterwetters ist es am Freitag in Italien zu erheblichen Schwierigkeiten im Flug-und Bahnverkehr gekommen. Die italienische Fluggesellschaft Alitalia musste zwölf Flüge zwischen Rom und Mailand canceln. Verzögerungen gab es auch auf den Flughäfen der Adria-Städte Rimini und Perugia. Der Airport von Pescara wurde wegen der verschneiten Landebahnen bis Samstag geschlossen.

Heftig schneite es in der Lombardei, in Umbrien und in der Toskana. Im Mailänder Raum wurde die Autobahn A1 für den Lkw-Verkehr gesperrt. In Ligurien tobten heftige Winde. In Triest erreichte der Sturm eine Geschwindigkeit von bis zu 117 km/h. Schneefälle wurden auch in Süditalien, darunter in Kalabrien gemeldet. Auch im Bahnverkehr kam es zu Problemen. Gefahren wurde nach einem "Schnee-Plan" mit weniger Zügen.

In Venedig klagten Hoteliers, dass viele Touristen wegen der Kälte ihren Aufenthalt in der Lagunenstadt an diesen Faschingstagen abgesagt haben. Über zehn Prozent der Reservierungen für das bevorstehende Wochenende seien abgesagt worden, klagte Vittorio Bonacini, Präsident des venezianischen Hotelierverbands.

40 Todesopfer in Italien

Auch in Rom schneite es heftig. Die Stadt befürchtet wegen der bis Samstag zu erwartenden Schneefälle chaotische Zustände, wie jene, die vergangene Woche den Verkehr in der Hauptstadt zum Erliegen gebracht hatten. Ämter und Schulen blieben am Freitag geschlossen. In Rom wurde eine 42-jährige Obdachlose tot aufgefunden. Die Leiche befand sich in einer natürlichen Grotte an der Peripherie der Stadt. Die Frau soll erfroren sein, teilten die Behörden mit. Seit Anfang Februar wurden mehr als 40 Todesopfer wegen der Kältewelle in Italien gemeldet.

Die Donau ist mit einer Länge von 2.860 Kilometern eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen in Europa. Sie fließt durch zehn Länder. Überall in Europa sind Schiffe wegen der Eiseskälte blockiert. Auch die Straße von Kertsch, eine Meerenge zwischen dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer, ist komplett vereist. Dort hingen nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzministeriums vom Donnerstagabend 126 Schiffe fest, darunter 120 aus dem Ausland.

Armenien sperrte Flughäfen

Die bittere Kälte in Russland mit Temperaturen bis zu minus 50 Grad Celsius hat bisher mindestens 110 Menschen das Leben gekostet. Allein seit Anfang Februar seien landesweit mehr als 40 Kältetote entdeckt worden, teilte das Zivilschutzministerium in Moskau mit. Die russische Hauptstadt erlebe den strengsten Winter seit 70 Jahren, sagte Vizebürgermeister Pjotr Birjukow am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. In Kliniken werden derzeit Hunderte wegen Erfrierungen behandelt. Auch in den nächsten Tagen soll das Gebiet der früheren Sowjetunion ein "Frostblock" bleiben.

Im Asowschen Meer zwischen Russland und der Ukraine waren am Freitag 96 Schiffe wegen dicker Eisschollen nahezu manövrierunfähig. Einige Kapitäne hätten mitgeteilt, dass langsam Treibstoff und Nahrung zur Neige gehen, informierte der russische Küstenschutz. Die Rettungskräfte seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die Kaukasusrepublik Armenien schloss am Freitag wegen Schnees und Nebels vorübergehend alle internationalen Flughäfen. "Nichts geht mehr", sagte ein Sprecher der Behörden in der Hauptstadt Eriwan.

In der Ukraine gab das Gesundheitsministerium die Zahl der Toten weiter mit mindestens 135 an, auch hier waren die meisten Obdachlose. Mehr als 2.400 Kälteopfer liegen in Krankenhäusern. Mindestens 130.000 Frierende hätten die landesweit rund 3.400 Wärmepunkte aufgesucht und heiße Getränke und Essen bekommen, teilte die Regierung in Kiew mit.

Frostig-kalt nach wie vor auch in Österreich

In 257 Orten Österreichs sind die Temperaturen in der Nacht auf Freitag unter minus zehn Grad gelegen. Der tiefste Wert mit minus 31,5 Grad wurde laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der höchstgelegenen Wetterstation am Brunnenkogel in den Ötztaler Alpen auf 3.440 Meter Seehöhe gemessen.

In den bewohnten Regionen war es in Galtür (1.577 Meter) mit minus 23,2 Grad am kältesten. Die wärmste Nacht wurde mit minus 9,1 Grad im Kärntner Gmünd gemessen. Selbst im Flachland, etwa im niederösterreichischen Schöngrabern im Waldviertel auf 253 Metern Seehöhe, zeigte das Quecksilber frostige minus 17,7 Grad. Anhaltend kalt war es auch in Güssing (Burgenland, 219 Meter Seehöhe) mit minus 15,8 Grad oder in Laa/Thaya (Niederösterreich, 184 Meter Seehöhe) mit minus 15,5 Grad.

Mit minus 31,5 Grad am Brunnenkogel wurde in der vergangenen Nacht auch der tiefste Wert in diesem Winter gemessen. In bewohnten Regionen hält Tannheim in Tirol (1.100 Meter Seehöhe) mit minus 28,9 Grad am 6. Februar, den Kälterekord. (APA)

  • Die Eis hat die Donau fest im Griff: Hier in Ungarn, ...
    foto: epa/mohai

    Die Eis hat die Donau fest im Griff: Hier in Ungarn, ...

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    Rumänien ...

  • und Serbien.
    foto: epa/koca sulejmanovic

    und Serbien.

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