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Paris - Frauen, die sich während ihrer Schwangerschaft einer Chemotherapie unterziehen müssen, brauchen sich einer Studie zufolge keine Sorgen um die Gesundheit ihres Babys zu machen: Das Kind wird durch eine Chemotherapie nicht geschädigt, fanden Wissenschaftler in der am Freitag im renommierten Wissenschaftsmagazin "The Lancet Oncology" veröffentlichten Studie heraus.
Europäische Krebsspezialisten untersuchten 68 Schwangerschaften, aus denen 70 Kinder hervorgingen. Im Durchschnitt waren die Frauen in der 18. Woche schwanger, als bei ihnen Krebs diagnostiziert wurde. Die Babys kamen im Durchschnitt in der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt.
Kein Hinweis auf etwaige Schäden
Die Wissenschaftler untersuchten die Kinder bei der Geburt, im Alter von 18 Monaten und im Alter von entweder fünf, acht, neun, elf, 14 oder 18 Jahren. Geprüft wurden der allgemeine Gesundheitszustand, etwaige Schäden des zentralen Nervensystems, des Herzens oder des Gehörs. Auch die Wahrnehmungs- und andere Geistesfähigkeiten wurden getestet.
Die Spezialisten fanden keinen Hinweis darauf, dass die Kinder durch die Krebsbehandlung geschädigt worden seien, hieß es in der Studie. Frühgeborene hatten geringere kognitive Fähigkeiten, doch dies ist auch ohne Chemotherapie oft der Fall.
"Kindern, die vor der Geburt einer Chemotherapie ausgesetzt waren, geht es genauso gut wie anderen Kindern", unterstrichen die Wissenschaftler in ihrer Studie. Sie rieten Ärzten deshalb, bei schwangeren Frauen mit einer Chemotherapie nicht zurückhaltend zu sein. Auch sollten Ärzte deshalb die Geburt nicht früher einleiten, in der Hoffnung, das Baby so zu schützen.
Keine Chemo nach der 35.SSW
Eine Chemotherapie könne ab der 14. Schwangerschaftswoche verabreicht werden, stellten die Krebsexperten weiter fest. Die Entbindung sollte so geplant werden, dass sie mindestens drei Wochen nach der letzten Chemotherapie stattfindet, damit sich das Knochenmark erholen kann und um das Risiko einer Blutvergiftung oder schweren Blutung bei Mutter und Kind zu vermeiden. Eine Chemotherapie sollte demnach auch nicht nach der 35. Schwangerschaftswoche stattfinden, weil dies plötzliche Wehen auslösen könne.
In der Untersuchung wurde kurz darauf verwiesen, dass weitere Untersuchungen zu Langzeitschäden nötig seien. Die Studie wurde von Frederic Amant vom Krebsforschungsinstitut der Katholischen Universität im belgischen Löwen geleitet. (APA)
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aber Thunfisch, Tirmaisu, Erdnüsse, Lachs, Zitrusfrüchte, warm baden, Aspirin schlucken, essen während der Wehen, ein paar Tschick, ein Bier, Kaffee, Skifahren, Eislaufen, etc.etc.etc. ist alles furchtbar schädlich und zu unterlassen.
Ich bin höchst erstaunt...;)
Ist so nicht richtig. Nur will eben keiner der erste sein, der ein Medikament in großem Stil an Schwangeren ausprobiert und deswegen weiß man es schlicht und einfach nicht.
Ab einer bestimmten Molekülgröße werden die allermeisten Medikamente von der Placenta davon abgehalten, in den fetalen Blutkreislauf überzugehen und wirken so nicht auf das Kind (gesichert ist das z.B. bei Insulin oder Heparin). Darunter fallen durchaus auch einige Chemotherapeutika.
fast nicht zu glauben. eine frage die mich interessieren würde: würde bei babys deren mütter eine chemotherapie während der schwangerschaft bekommen haben später bei ihnen selbst (als krebspatiennInnen) gut greifen oder entsteht hier schon im mutterleib eine art immunität?
"The most common reason for acquisition of resistance to a broad range of anticancer drugs is expression of one or more energy-dependent transporters that detect and eject anticancer drugs from cells [...]." (Annu Rev Med. 2002;53:615-27)
Das ist tatsächlich so... Kommt auf die Medikamente an und wie weit die Schwangerschaft schon ist, aber im Prinzip stimmt das.
Wann immer es sinnvoll möglich ist, wird das Kind entbunden, bevor die Chemotherapie startet, aber was machens in der 21. Woche? Das ist es gut, wenn es solche Daten zur Sicherheit gibt.
Diese Situation ist zum Glück aber sehr, sehr selten.
Und: Wir OnkologInnen und unsere Patientinnen wissen sehr genau, welche Nebenwirkungen die Therapien haben können.
Eben deswegen ist es notwendig, seriöse Untersuchungen über mögliche Schäden anzustellen, um eine gute Entscheidung für die Betroffenen zu ermöglichen.
Im konkreten Fall eben mit einem erfreulichen Ergebnis, das nicht selbstverständlich war - es hätte ja gut sein können, dass es anders gewesen wäre. Da hilft uns die Wissenschaft, Klarheit zu gewinnnen.
vor 2 Jahren (?) hat es geheißen, es gäbe eine ganz tolle neue krebstherapie, die chemo (endlich?) ersetzen würde. was ist denn daraus geworten?
gibt es schon eine ersatztherapie, eine "körperfreundlichere"?
(kommt wohl auf die krebsart/ fortschritt der krankheit an ..?)
würde mich über eine antwort freuen.
thx!!
Gehts ein bisschen genauer als "schädigen den Körper"? Damit zeigen sie eher, dass Sie sich nicht gut auskennen.
Die Frage ist: Was macht man, wenn eine schwangere Frau an Krebs erkrankt? Nichts zu tun und abzuwarten ist potentiell für die Mutter tödlich, eine Chemotherapie könnte für das Kind gefährlich sein. Das ist ein schweres (und zum Glück seltenes) Dilemma, vor dem diese Frauen und ihre ÄrztInnen stehen.
Es gibt inzwischen zum Glück einige Untersuchungen, die eben zeigen, dass die Therapie in der Schwangerschaft gut wirkt und eben *nicht* mit einem erhöhten Fehlgeburts- oder Fehlbildungrisiko für das Kind verbunden ist.
z.B. eben diese aktuelle Arbeit oder hier eine aus 2010 für Brustkrebs: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20164696
"The majority of children who were exposed to chemotherapy in utero did not demonstrate significant complications." ebd.
Klingt nicht nach 'keinen Nebenwirkungen', und dass die Spezialisten "keinen Hinweis darauf" fanden, "dass die Kinder durch die Krebsbehandlung geschädigt worden seien", heißt auch nicht, dass sie unschädlich ist!
Kann schon sein, dass es gute Gründe gibt, dass man das trotzdem in Kauf nimmt. Ich bin zwar nicht vom 'Fach', aber ich kann lesen und lass mich nicht gerne für blöd verkaufen. Natürlich würde auch ich das Mittel nehmen, wenn ich keine andere Wahl habe.
dass natürlich jede Chemo jede Zelle, gesunde oder kranke, schädigt (außer lokale Injiziierung), und man natürlich der werdenden Mutter die Sorge um ihr Ungeborenes nehmen möchte, umgeht man einfach damit, indem man sagt: Chemo schadet dem Ungeborenen nicht.
Das ist praktisch, man muss sich dann weiters keine Gedanken mehr machen.
Dabei wissen die Schulmediziner gar nicht, ob das stimmt. Sie wissen nur, "dass es den Kindern gut geht", was immer das bedeutet. Welche Schäden die mütterliche Chemo bei ihnen verursacht hat, wird man erst anhand eines Vergleichs der Krankheitsbilder (Allergien, Infekthäufigkeit, Schleimhautstörungen ...) beurteilen können. Und das tut natürlich die Pharmaindustrie, die die Studien finanziert, nicht ...
Na, sind wir wieder einer Verschwörungstheorie auf der Spur?
"fluchtpunkt" scheint vom Fach zu sein und argumentiert selbst fuer Laien verständlich, logisch und richtig.
Woher nehmen solche Leute wie Sie immer den Mut, sich mit Fachleuten auf solche Diskussionen einzulassen. Denn dass Sie keine Ahnung haben, ist sehr offensichtlich.
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