60.000 Gasthermen in Wien vorübergehend illegal

10. Februar 2012, 11:58
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Seit 1. Jänner gelten niedrigere Grenzwerte - Neue Verordnung ab Herbst revidiert dies wieder

Mit dem Auslaufen einer Übergangsregelung für Wiener Gasthermen gelten seit 1. Jänner niedrigere Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Stickoxid. Wie die Tageszeitung "Die Presse" berichtet, erfüllen rund 60.000 Gasthermen in der Bundeshauptstadt die neuen Werte nicht. Laut Abgas- und Emissionsgrenzwertverordnung müssen sie ausgetauscht werden.

"Das Kohlenmonoxid ist weniger das Problem. Meist überschreiten ältere Thermen die Werte beim Stickoxid und müssen getauscht werden", erklärt Michael Mattes, Innungsmeister der Wiener Installateure. Betroffen seien in erster Linie Thermen, die um die 20 Jahre alt sind.

Unzulässig im Frühjahr, zulässig im Herbst

Die Prüfung der neuen Grenzwerte führen Rauchfangkehrer durch. Erfüllt ein Gerät die Emissionsnormen, erhält es eine Prüfplakette, die fünf Jahre lang gilt. Damit steht heuer die Überprüfung von Thermen an, deren Werte zuletzt 2007 gemessen wurden - zu diesem Zeitpunkt galten noch höhere Grenzwerte. Rund 60.000 Wiener Haushalte müssten demnach ihre grundsätzlich funktionstüchtigen Heizthermen gegen neue austauschen, schätzt Mattes.

Aber: Noch heuer soll die sogenannte Paragraf-15a-Vereinbarung umgesetzt werden, in der die Länder die neuen Abgasgrenzwerte für Heizthermen präzisieren. Von Wien werden jedoch keine Stickoxidwerte mehr gefordert. Dadurch kann der Fall eintreten, dass eine Therme im Februar wegen zu hoher Emissionswerte ausgetauscht werden muss, eine Prüfung im Herbst aber bestehen würde.

Rauchfangkehrer setzen Frist bis Herbst

Den Rauchfangkehrern ist diese Problematik bewusst, deshalb setzen sie Besitzern von Thermen mit zu hohen Stickoxidwerten eine Frist bis Herbst, um diese auszutauschen. "Dann sollte die Paragraf-15a-Vereinbarung in Kraft sein", sagte Josef Rejmar von der Wiener Innung der Rauchfangkehrer zur "Presse". Die beanstandeten Geräte würden dann mitunter wieder legal.

Sofort abgedreht werden Thermen nur, wenn Gefahr im Verzug ist: "Wenn die Kohlenmonoxidwerte so hoch sind, dass Lebensgefahr besteht", so Rejmar. Bei leichteren Kohlenmonoxid-Überschreitungen reiche eine Reinigung. (red, derStandard.at, 10.2.2012)

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    Eine neue Verordnung ab Herbst revidiert die neuen Grenzwerte für Stickoxid wieder.

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