Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die meisten Kälterezeptoren des Körpers sind im Gesicht, vor allem in Nase und Mund.
Das Wissen um Todesarten ergibt sich in Extremsituationen. Zum Beispiel auf dem Mount Everest, wo der neuseeländische Bergführer Rob Hall wegen eines Schneesturms 1996 nicht mehr absteigen konnte und bei eisigen Temperaturen langsam erfror. Immer wieder hatte er dabei Funkkontakt mit den Kameraden: kurze Gespräche, die Aufschluss darüber geben, was körperlich und mental passiert und die Jon Krakauer in seinem Buch In eisigen Höhen festgehalten hat.
So viel vorweg: Der Körper hält extreme Temperaturen eine Zeit lang aus. Etwa 300.000 Kälterezeptoren durchziehen die Hautoberfläche, viele davon im Gesicht. Sie melden die Temperatur an das körpereigene Thermostat im Hypothalamus des Gehirns.
Grad um Grad
Die optimale Betriebstemperatur für den Menschen beträgt im Körperinneren 37 Grad Celsius. Sobald sich an dieser Kerntemperatur auch nur leicht etwas verändert, startet ein Abwehrprogramm. Die harmlosen Folgen: Ab einem halben Grad Untertemperatur beginnt der Mensch zu frieren. Die glatte Hautmuskulatur zieht sich zusammen, die Haare stellen sich auf. Das ist ein Relikt aus den Zeiten, als der Mensch noch behaart war und das Fell ein Luftpolster gegen den Frost erzeugen konnte. Dann ziehen sich die Blutgefäße unter der Haut und nahe der Körperoberfläche zusammen. Arme, Füße, Nase werden kalt. Das beeinträchtigt den Wärmeaustausch zwischen dem warmen Körperkern und den kalten Extremitäten. Aus Systemsicht passiert Folgendes: Der Körper versucht die Wärme in den lebenswichtigen Organen zu halten, fürs Überleben "Unwichtiges" wie Arme und Beine werden vernachlässigt.
Echte Unterkühlung, Hypothermie im Fachbegriff, beginnt bei zirka 35 Grad Körpertemperatur. Zittern ist das deutliche Zeichen dafür. Der Sinn dahinter: Um Energie zu mobilisieren, beginnen die Muskeln sich automatisch zu bewegen, um so wieder Wärme von innen zu erzeugen.
Sinkt die Körpertemperatur unter 32 Grad, hört das Zittern auf, die Muskeln werden steif, die Kälte betäubt die Nervenbahnen, sodass ein Unterkühlter eventuelle Schmerzen nicht mehr wahrnimmt. So war es auch bei Rob Hall am Mount Everest: Immer wieder fragten ihn seine Bergkameraden, ob er Schmerzen hätte, "nein, absolut nicht. Ich fühle mich gut", lautete die Antwort. Sein Körper war zu diesem Zeitpunkt bereits taub.
Mit Unterkühlung wird schließlich dann auch das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen. Die Ursache: Der Zellstoffwechsel wird insgesamt langsamer und beeinträchtigt sämtliche Organfunktionen. Das Sprechen fällt schwer, Halluzinationen setzen ein, in einem der letzten Funksprüche reagierte der verletzte Hall nur noch sehr langsam, seine Worte wurden zunehmend unverständlich. Bei einer Körpertemperatur unter 29 Grad schließlich verliert der Mensch das Bewusstsein.
Die Folgen
In diesem Zustand erscheinen die Menschen schon wie tot, obwohl die Organe im Körperinneren vielleicht noch arbeiten, wenn auch nur mehr sehr langsam. Das Herz schlägt lediglich zwei- bis dreimal pro Minute, Puls und Atmung sind kaum mehr messbar. Für den Bergführer auf dem Mount Everest kam auch da noch keine Hilfe - er starb.
Bei welcher Körpertemperatur genau der Tod einsetzt, ist jedoch individuell verschieden, es gibt dokumentierte Fälle, bei denen Menschen mit einer Körpertemperatur von 26 Grad noch gerettet werden konnten.
Für einige von Rob Halls Kameraden endete die Everest-Tour "nur" mit Erfrierungen. Ärzte unterscheiden drei Stadien. Das Stadium I kennt jeder Skifahrer. Die Haut rötet sich, wird taub; das Aufwärmen tut oft sehr weh, bleibende Schäden hat es nicht. Als Stadium II bezeichnet man Erfrierungen mit Blasenbildungen, die Haut platzt auf - oft bleiben Empfindungsstörungen zurück. Stadium III: Das Gewebe wird schwarz und stirbt ab - in dieser Situation müssen die betroffenen Körperareale amputiert werden.
Alkohol ist bei der Kälte übrigens ganz besonders trügerisch: Er weitet die Blutgefäße in den Extremitäten trotz Minusgraden, das Kältegefühl verschwindet, obwohl trotzdem viel Wärme über die Haut abgegeben wird. Das lässt den Körper noch schneller auskühlen. Über das Überleben kann in diesen Situationen auch die Speckschicht entscheiden. Es gilt: Je kugelförmiger der Körperbau, umso größer die Chancen im Eis. (Karin Pollack, DER STANDARD Printausgabe, 13.02.2012)
Weiterlesen:
Unterkühlung - Von außen nach innen
Erfrierung - Gefährliche Temperaturen
Wissen:
Auftauen
Eine Körperzelle kann man sich bei Minusgraden wie eine Bierflasche im Tiefkühlfach vorstellen. Im Inneren der Flasche, also in der Körperzelle, gefriert die Flüssigkeit, dehnt sich dabei aus und schädigt umliegende Strukturen. Zusätzlich ist das Gewebe auch nicht mehr gut mit Sauerstoff versorgt.
Das Aufwärmen ist dann aber genauso schmerzhaft, denn durch die Wärmezufuhr weiten sich die Blutgefäße. Plötzliches Erwärmen des Körpers kann deshalb im Extremfall sogar zu einem Kreislaufkollaps führen.
Bei Unterkühlung sollte schnelles Aufwärmen am Ofen oder heißes Duschen unter allen Umständen vermieden werden. Von innen her aufwärmen ist die Maßnahme für den Notfall. Etwas Warmes, Nichtalkoholisches zu trinken ist das, was Bergretter und Notärzte als Erstes empfehlen.
Auch Bewegung ist gut, weil der Körper dann beginnt, sich von innen wieder aufzuwärmen, damit wird auch die Gefahr eines Kreislaufkollapses reduziert. Vollkommen falsch gegen Erfrierungen sind "Hausmittel" wie mit Schnee abreiben oder die Haut massieren, damit richtet man mehr Schaden an, als man Positives bewirkt.
Ein interessantes Detail: Die Körpertemperatur eines Unterkühlten sinkt auch in der Wärme noch zirka 15 Minuten lang weiter ab, erst dann stabilisiert sich der Körper und beginnt, sich wieder langsam zu erwärmen. (pok)
Um Stürze zu verhindern und im Notfall zu helfen, entwickelten Forscher der TU Wien einen neuen Pflegeroboter
Die meisten Grill-Unfälle lassen sich durch einfache Sicherheitsvorkehrungen vermeiden - Experten geben Tipps
Das Risiko, bei einer Autokollision zu sterben, steigt bei Fettleibigen um 51 Prozent - Häufiger Verletzungen im Brustbereich
Knieband- und Wirbelverletzungen sind häufig - 6,7 Millionen Euro offene Auslandsforderungen
Eine Untersuchung des umstrittenen Getränks ist in Planung - Die Rezepte sollen ernährungsphysiologisch optimiert werden
Jeder dritte fehlsichtige Fahrzeuglenker verzichtet auf Brille oder Kontaktlinsen
Schon geringe Wassertiefen von zehn bis 20 Zentimetern können Kindern zum Verhängnis werden
Jährlich gibt es in Österreich etwa 1.000 Unfälle durch Feuerwerkskörper, die mitunter folgenschwer enden
Nicht immer lässt sich der Grund einer Chronifizierung verifizieren - Verkehrsunfallprävention als Schwerpunkt auf Orthopädiekongress in Berlin
Umgebaute Werbekästen sollen Herztod verhindern - Schnelle Erste Hilfe entscheidend
Wiener Marktamt beanstandete heuer vorerst nur eine Probe - Wegen fehlerhafter Kennzeichnung
Bisher dauerte der Nachweis von Cyaniden im Blut bis zu einer Stunde und war nur im Labor möglich- Der neue Test dauert rund zwei Minuten, lediglich ein Tropfen Blut ist notwendig
Arsen sei "keine intelligente Art", jemanden zu vergiften, meint Rainer Schmid, Toxikologe an der MedUniWien, im Zusammenhang mit dem Tod zweier Männer
Bergsport ist Risikosport - mit Potenzial für Gesundheit, Gemeinschaft und Erlebnis
Unverzügliche Hilfe vor Ort kann der Tourenpartner leisten - Verschüttete selbst sollten nur einen Befreiungsversuch wagen
Fast 50.000 Schüler verletzten sich im vergangenen Schuljahr - AUVA gibt Tipps zur Unfallvermeidung
Das Trendgetränk stellt für Kleinkinder eine Gefahr dar
Schon eine Dosis Amatoxin kann tödlich sein - Blut und Organe müssen schnell davon befreit werden
Staubdicht verpackt und zur Wundversorgung geeignet muss ein Verbandskasten sein
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.