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In der von Georgien abtrünnigen Schwarzmeerregion Südossetien hat sich nach Angaben von Oppositionellen ein Staatsstreich ereignet. Die ehemalige Unterrichtsministerin Alla Dschiojewa, die sich als Siegerin der umstrittenen Präsidentenwahl im vergangenen November betrachtet, wurde bei einer Razzia der Polizei in ihrem Büro in der Hauptstadt Zchinwali schwer verletzt. Ihren Unterstützern zufolge erlitt die 62-Jährige dabei einen Schlaganfall.
Für den Nachmittag hatte sie ihre Amtseinführung geplant. Im ersten Wahlgang war Dschiojewa wenige Stimmen hinter dem von der Regierung unterstützten Anatoli Bibilow geblieben, bei der Stichwahl zwei Wochen später aber mit 56 Prozent vorne gelegen. Dass sie sich einseitig zur Präsidentin ausrufen lassen will, betrachten Regierungsanhänger als "Aufruf zur gewaltsamen Machtübernahme" und als Rechtfertigung für den Polizeieinsatz. Anhänger Dschiojewas vermuten eine Order des ehemaligen Präsidenten Eduard Kokoity hinter der Razzia.
Ende Jänner hatte Dschiojewa ein Abkommen mit der Regierung aufgekündigt, das ein Ende der von ihren Unterstützern organisierten Straßenproteste und ihr Antreten bei einer Wahlwiederholung im März vorsah. Der seit 2001 regierende Kokoity, der eine enge Union mit Russland anstrebt, musste sein Amt aufgeben und die Macht an einen Parteifreund und ehemaligen Premierminister des De-facto-Staats übertragen. Bei dem Urnengang waren etwa 50.000 Menschen wahlberechtigt. (red)
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Führung und Opposition werfen einander kriminelle Methoden vor
http://www.nachrichten.at/nachricht... 391,816399
"Schlag mit dem Gewehrkolben: Die südossetische Oppositionsführerin Alla Dschiojewa, die sich am Samstag als Präsidentin vereidigen lassen wollte, wurde nach einem Polizeiüberfall auf ihr Büro bewusstlos ins Krankenhaus gebracht.
Sie hatte im November die Wahlen zu einem international nicht anerkannten so genannten „Präsidenten“ der zu Georgien gehörenden und von russischen Besatzungstruppen besetzten Teilrepublik Südossetien gewonnen.
Moskau benötigt in Südossetien eine absolut hörige Figur, Dschiojewa galt als zu unberechenbar. Es geht auch um "Teilhabe" russischer Stellen an der milliardenschwere Finanzhilfe für das Gebiet.
Hallo tramtatam! war tatsächlich ein paar Tage verhindert. Aber eigentlich ist das Wesentliche gesagt: Die Überschrift "selbsternannt" ist etwas irritierend. Auch schafft es der Standard, das Thema fast ohne die Erwähnung Russlands als reine "interne Angelegenheit" der ossetischen Separatisten hinzustellen. Das ist schon eine Menge manipulativer Energie (=politcal correctness) festzustellen.
Andererseits ist es löblich, dass das Thema überhaupt gebracht wird. Und immerhin begeben sie sich nicht auf das niedrige Niveau von euronews, die offenbar auf russische Gelder zur Aufrechterhaltung des Sendebetriebs angewiesen sind. (Die hatten einen 20-Sekunden-Beitrag: in Zchinwali bekam eine alte Politikerin einen leichten Schlaganfall)
Um nicht missverstanden zu werden: Die Frau, die da jetzt nach Gangstermanier kaltgestellt wurde, und die den Russen (als "Schutzherren" des von Georgien geraubten Landes) offenbar nicht passt, ist weder prowestlich, noch progeorgisch, noch Demokratin. Sie ist nur vom falschen Syndikat. Und in dieser feinen Gesellschaft, aus der sich die "politische Klasse" des von Georgien geraubten Landes rekrutiert, werden Konflikte noch sehr robust ausgetragen.
Die Russen wollen halt grundsätzlich Ruhe in ihren geraubten Territorien, da man nie weiß, in welche Richtung sich gewalttätige politische Konflikte entwickeln.
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