Viele bunte Autos und kein Ende

10. Februar 2012, 16:38

Die Zeichen für die Autobranche stehen nicht gut. Autofahren verliert an Attraktivität und keine Zuwächse im Autokauf sind die Folge

Auch wenn 2011 das beste Jahre der Geschichte für Österreichs Autohandel war, stehen die Zeichen in den gesättigten Märkten, im Wesentlichen Westeuropa, Nordamerika und Japan, für die Autobranche nicht gut. Der Leidensdruck durch das Automobil steigt rasanter als die Verlockungen der motorisierten individuellen Mobilität. Zunehmende Verkehrsdichte, zunehmende Restriktionen und rapide steigende Kosten knabbern an der Attraktivität des Autofahrens. Während Land- und Speckgürtelbewohner noch auf das Auto angewiesen sind, zeigen urbane Bewohner der halbwegs gebildeten Milieus gebremstes Interesse an automobiler Fortbewegung.

Das heißt, für Autohersteller wird der europäische Markt in nächster Zeit ziemlich schwierig. Keine Zuwächse mehr im Autoverkauf bei sinkenden Kilometerleistungen wegen hoher Spritpreise müssten sich gleichzeitig aber günstig auf die Umwelt auswirken, jedenfalls auf den CO2-Ausstoß.

Doch wer daraus einen bevorstehenden Schwächeanfall der Autoindustrie und daraus eine Entlastung der CO2-Situation ableitet, irrt gewaltig. Denn global ist das Auto ein gefragtes Produkt wie nie zuvor. Die Autohersteller rechnen mit hohen Zuwachsraten in den wirtschaftlich aufstrebenden Ländern. So werden derzeit schon in China doppelt so viele Autos produziert wie in Japan. Weltweit wurden 2010 knapp 80 Millionen Pkws, Lkws und Busse hergestellt, Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund erscheint vielen nur eine Forderung realistisch dass jedes einzelne Auto so wenig verbraucht wie nur möglich. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/10.02.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 89
1 2 3
zu teuer und man wird reifer

Da wir am Land wohnen, benötigen wir "leider" 2 Autos - aber wir haben und dies bewusst ausgesucht, soll also kein Jammern sein. Das aktuelle Auto meiner Frau ist jetzt 10 Jahre alt und wird nun durch einen neuen Opel Corsa ersetzt - erstaunlich, wie günstig dieses Auto zu bekommen ist - mit guter Ausstattung. Damit will ich sagen, dass wir keine Premium-Marke, viele PS und Super-Prestige brauchen - somit schlecht für die Autoindustrie. Da aber momentan alles leider gewaltig teurer und gleichzeitig die Gehälter gekürzt werden, wird sich die Wirtschaft im Allgemeinen noch wundern. Ich freu mich schon auf den FlexFix-Fahrradträger und den geringen Benzinverbrauch ;-)

kurzes beispiel:

audi a6 avant,bj 2004, 1.9 tdi pumpe düse: wegen aufsitzens vorn den unteren teil der plastikstossstange verbogen (eingedellt) - ansicht des werkstättenmeisters: ca 700,- euro für austausch.
endgültige kosten: 4200,- euro. LEIDER laufen unter dem plastikteil: verdampfer für die klimaanlage (abgerissen) und eine kühlschlange fürs motoröl (abgedrückt)... grossflächige ausbau aller komponenten.
auf meinen sager, dass ich mir um 60000,- ats früher(keine schlechten) autos gekauft habe, zuckt der meister die schultern und schaut indigniert - ich bin halt kein wirklicher AUDIot...

Vom Volksauto zum Industrieauto

Kann mich der Meinung nur anschließen. Autos sind heutzutage nicht mehr für das Volk, sondern für die Industrie (wo diese Industrie liegt weiß auch kein Mensch). Als ein Auto noch für jedermann gebaut wurde, war das auch so gemeint. Den zahllosen Beispielen von kleinsten Reparaturen zu horrenden Kosten kann ich nur beipflichten.

Das Ford T Modell ist bis heute eines der meist verkauften Autos weltweit und sicherlich auch ein Grund hierfür war die Benutzerfreundlichkeit und der Preis. In den 20iger Jahren kostete dieses Auto nur ca 2.491 EUR (aktueller W-Kurs und heutige Kaufkraft). Das Auto konnte jeder selbst reparieren und instandhalten.

Heutzutage ist man ja noch schon froh, wenn man die kaputten Glühbirnen selbst tauschen kann.

In den 20iger Jahren kostete dieses Auto nur ca 2.491 EUR (aktueller W-Kurs und heutige Kaufkraft).

Natürlich kann bei Wiki immer ein sch... stehen: Nach der Umstellung auf Fließbandfertigung am 14. Januar 1914 wurde der Verkaufspreis von 850 $ (19.426 $ in heutiger Kaufkraft) auf 370 $ (8.456 $ in heutiger Kaufkraft) gesenkt. (auszug aus wiki zum Ford T Modell).

Nur klingen die Werte auf wiki weitaus plausibler als die 2500€ von ihnen.

Wenn Sie auf Wikipedia lesen, sollten Sie auch den englischen Teil lesen.

"By the 1920s, the price had fallen to $290 (equivalent to $3,289 today) because of increasing efficiencies of assembly line technique and volume."

"wo diese industrie liegt, weiß auch kein mensch"

die industrie ist genau dort, wo sie leben .. auf dem planeten erde ..

und wenn sie nicht begreifen, dass die menschheit ein globales komplexes gesellschaftliches und wirtschaftliches system entwickelt hat, kann ich ihnen auch nicht weiterhelfen ..

und mal ernsthaft .. ihre milchmädchenrechnung geht nicht auf .. es gab kaum in den 20iger jahren für durchschnittlich 2 monatsgehälter ein auto!

und wenn sie mit dem technologischen fortschritt überfordert sind, dann seien sie bitte so konsequent wie die amish-people in den usa und ziehen auf ihrgendeine farm im nirgendwo ..

'Vor diesem Hintergrund erscheint vielen nur eine Forderung realistisch dass jedes einzelne Auto so wenig verbraucht wie nur möglich'

Nicht unbedingt. Die Herstellung des Stahls, Aluminium, Plastiks und der Zusammenbau des Autos ist sehr Energieintensiv. Wenn es gelingt das Auto 16 Jahre anstatt 8 Jahre auf der Strasse zu halten spart dies viel mehr Energie als ein hochkomplizierter Motor der vielleicht 1Liter weniger pro 100km braucht als ein einfacher den jeder einigermassen geschickter Mensch reparieren kann.

Weniger Autos zu produzieren und Altmetall zu recyclen sind natürlich auch gut. Aber wenn Sie in den 8 Jahren nicht weniger als 50000km fahren, kann ich ihre Überlegung nicht nachvollziehen.

Aluminium braucht in der Produktion 64MJ/kg. 1l Benzin hat ca. 30MJ.

PRIMÄRerzeugung

Und dann?
Und Ressourcenverbrauch der irreversibel ist?
Und man darf ja nur die Verbrauchsdifferenz als Grundlage nehmen.

das ist bereits wissenschaftlich belegt.

zur info:
massiver Ressourcenverbrauch bereits bei der Herstellung eines PKW:
http://www.youtube.com/watch?v=-JZiBN7tEjg

Worauf wollen Sie hinaus?

Mein Auto fährt seit knapp 18 Jahren.
Würds mir wer zahlen, würd ich sofort auf ein moderneres und umweltfreundlicheres Auto umsteigen.

"würds mir wer zahlen" ..

jetzt wollen sie also auch noch geld dafür, dass sie mit dem zustand ihrer umwelt und lebensbedingungen verantwortungsvoller umgehen?

das ist so als würden sie ihre eigene wohnung vergiften und dafür geld fordern, das nicht mehr zu tun ..

Was für ein Schwachsinn!
Ich kann mir einfach kein neues Auto leisten, muss also mit der alten Dreckschleuder weiter fahren. Wenn Sie so ein großes Problem damit haben, immer her mit den Moneten! Das wär dann wohl eine Win-Win Situation.

ruhig blut

was den ressourcenverbrauch (und vermutlich auch den schadstoffausstoss, aber das hab i net recherchiert) betrifft bist du weitaus besser dran wenn du deine aktuelle schleuder fährst bis sie irreparabel eingeht.

die tendenzen, "neue autos sind super weil sie so sauber sind und weniger schadstoffe produzieren", sind reine marketing-gags der autoindustrie für den europäischen markt. west- und mitteleuropa ist durchmotorisiert, da ist nichts mehr zu holen, also gibts wachstum nur durch kürzere produktzyklen. da autos immer teurer werden muss man sich halt was einfallen lassen um die leute dazu zu bewegen, alle 3 oder 4 jahre ein perfekt funktionstüchtiges gerät gegen ein schweineteures minimal besseres einzutauschen.

klar, die euro-abgasnormen sind reiner marketing-gag, tatsächlich kommt das gleiche raus wie beim verbleiten benzin ...

natürlich stösst ein auto das eine strenge abgasnorm erfüllt

weniger schadstoffe aus als eines das dies nicht tut.

aber wenn man jedes auto über die lebensdauer (12 - 16 jahre, 500.000 km oder so) fährt und dann erst ein neues besorgt verbraucht man weniger ressourcen, energie und verursacht auch weniger umweltverschmutzung als wenn man alle 3 jahre ein neues ordert.

das ist aber sehr schätzomativ alles, oder? es gibt nur grobe schätzungen bezüglich energieverbrauch bei der herstellung, die noch dazu von hersteller und modell stark abhängig sein werden, zum thema umweltverschmutzung gibts garnix.

ein bissl mehr als grobe schätzungen sinds schon

aber natürlich schwankend nach hersteller, modell, etc.
man weiss ja in etwa unter welchen bedingungen wo gewisse komponenten hergestellt werden.

ich schätze mal (!!)
dass bei überwiegend in deutschland hergestellten autos (z.B.; man könnte auch mit magna argumentieren, aber inzwischen werden ja teile überall auf der welt gefertigt)

unsere jetzige situation mit abgasnormen weitaus besser ist als wenn lauter vw käfer rumfahren würden. also bessere luftqualität trotz mehr verkehr.

da Käfer war dreckiger als die Neuwagen .. klingt logisch ABER

http://www.energie-lexikon.info/rebound_effekt.html
ein blick auf den Energieverbrauch im PKW-Sektor zeigt, dass absolute Zahlen im Energieverbrauch steigen, nicht gesunken sind! --> siehe Rebound-Effekt.

natürlich, NOx, SOx, etc. sind gesunken, diese Wahnsinnswerte haben wir zum Glück in den griff bekommen, aber CO2 und Energie ... da ist Österreich kilometerweit entfernt.

da Käfer is dreckiger als die Neuwagen .. klingt logisch ABER

tatsächlich haben die zurückgelegten Personenkilometer durch den Rebound-Effekt dermaßen zugelegt, dass Effizienzgewinne sich defakto nicht im Energieverbrauch widerfinden. http://www.energie-lexikon.info/rebound_effekt.html
Tipp: sich einmal die Verkehrs-CO2-Emissionsverläufe/Energieverbrauch der Vergangenen Jahrzehnte ansehen. da ist nichts von einer Reduktion zu erkennen. soviel dazu.

genau - und weil das produkt ja soooo dermaßen gefragt ist muss man eintausch und abwrackprämien erfinden, die kübel über herstellereigene mietwagenfirmen zulassen, damit die statistik passt, alle 3 jahre ein facelift machen, um die begehrlichkeit zu pushen, wärend sich die branche durch heillose überproduktion tatkräftig an der resourcenvernichtung beteiligt.

ich vermisse die zeiten, als autos noch für die ewigkeit gebaut wurden, und man sich nicht alle 3 jahre einen neuen, abgelutschten, charakterlosen plastikeimer in die garage stellen mußte, nur weil der nachbar das auch macht - fahr lieber mit einem oldtimer - der hat charakter, den kann ich selber reparieren, und der fährt auch.

Ich bitte um konkrete Beispiele aus der Vergangenheit welche ohne erheblichen Wartungs- und Instandsetzungsaufwand signifikant haltbarer sind als heutzutage gefertigte Autos (Und nein, der XY des Bruders der ständig in der Werkstatt steht ist nicht repräsentativ für irgendwas)

Und bitte nicht mit der komplizierten Elektronik kommen welche die eigene Wartung am Fahrzeug erschwert: Erstens stimmt das nicht (nur das Werkzeug ist ein anderes), zweitens wäre ohne diese Elektronik eine moderne Abgasreinigung ebenso unmöglich wie ABS und ESP.

PS: Wenn eine 2CV Charakter hat, dann einen miesen.

na dann wünsch ich Dir aber z.b bei Mercedes ab Baujahr 2007 beim Bremsen wechseln viel Spaß. Ich hoffe der Schmäh ist dir gewiss.
Oder bei einem "spinnerten" Busmodul in einem BMW.
Das erinnert mich gleich an den 850i mit seinem 2 Batterie-System und den gerne auftretenden Elektrik- Eigenheiten.

Es hat schon was das die Fehlersuche bei "alten" Autos einfacher ist. Von der Behebung ohne 15 Plastikabdeckungen ganz zu schweigen.
Früher habens eine Prüflampe gebraucht und waren für jede Fehler gerüstet. Heute geht ohne Diagnoseprogramm und Stecker nichts.

Posting 1 bis 25 von 89
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.