Viele bunte Autos und kein Ende

Die Zeichen für die Autobranche stehen nicht gut. Autofahren verliert an Attraktivität und keine Zuwächse im Autokauf sind die Folge

Auch wenn 2011 das beste Jahre der Geschichte für Österreichs Autohandel war, stehen die Zeichen in den gesättigten Märkten, im Wesentlichen Westeuropa, Nordamerika und Japan, für die Autobranche nicht gut. Der Leidensdruck durch das Automobil steigt rasanter als die Verlockungen der motorisierten individuellen Mobilität. Zunehmende Verkehrsdichte, zunehmende Restriktionen und rapide steigende Kosten knabbern an der Attraktivität des Autofahrens. Während Land- und Speckgürtelbewohner noch auf das Auto angewiesen sind, zeigen urbane Bewohner der halbwegs gebildeten Milieus gebremstes Interesse an automobiler Fortbewegung.

Das heißt, für Autohersteller wird der europäische Markt in nächster Zeit ziemlich schwierig. Keine Zuwächse mehr im Autoverkauf bei sinkenden Kilometerleistungen wegen hoher Spritpreise müssten sich gleichzeitig aber günstig auf die Umwelt auswirken, jedenfalls auf den CO2-Ausstoß.

Doch wer daraus einen bevorstehenden Schwächeanfall der Autoindustrie und daraus eine Entlastung der CO2-Situation ableitet, irrt gewaltig. Denn global ist das Auto ein gefragtes Produkt wie nie zuvor. Die Autohersteller rechnen mit hohen Zuwachsraten in den wirtschaftlich aufstrebenden Ländern. So werden derzeit schon in China doppelt so viele Autos produziert wie in Japan. Weltweit wurden 2010 knapp 80 Millionen Pkws, Lkws und Busse hergestellt, Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund erscheint vielen nur eine Forderung realistisch dass jedes einzelne Auto so wenig verbraucht wie nur möglich. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/10.02.2012)

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