Unmut auch bei SPÖ- und ÖVP-Anhängern groß
Linz - Die Bevölkerung stellt der Bundesregierung kurz vor
der Präsentation des Sparpakets kein gutes Zeugnis aus: Mehr als
jeder zweite Österreicher ist mit ihrer bisherigen Arbeit
unzufrieden. Auch bei SPÖ- und ÖVP-Anhängern ist der Unmut über die
Koalitionsparteien groß. Das geht aus einer Umfrage des Linzer
Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, deren Ergebnisse am Freitag
veröffentlicht worden sind.
Das Institut hat im Jänner 1.025 repräsentativ für die Bevölkerung
ab 16 Jahren ausgewählte Personen persönlich befragt. Dabei erklärten
nur 15 Prozent, dass die Regierung ihre Aufgaben alles in allem gut
bewältigt hat. 51 Prozent antworteten mit "nicht gut gemacht". Bei
den Anhängern von FPÖ/FPK/BZÖ sind 74 Prozent unzufrieden, bei jenen
der Grünen 64 Prozent. Auch bei den Wählern von SPÖ - mit 41 zu 31
Prozent - und ÖVP - mit 43 zu 21 Prozent - überwiegt die Meinung,
dass die rot-schwarze Koalition ihre Aufgaben nicht ausreichend gut
erledigt hat.
Die jetzt registrierte Stimmungslage gleiche in ihrer Düsterkeit
ungefähr jener vor 17 Jahren, so IMAS. Im Jänner 1995 gaben lediglich
zwölf Prozent an, dass die damalige SPÖ-ÖVP-Regierung gut arbeitet,
55 Prozent teilten diese Ansicht nicht.
Dennoch sagten 54 Prozent der Befragten in der aktuellen Erhebung,
dass es den Menschen in Österreich wirtschaftlich besser geht als in
den meisten anderen Ländern Westeuropas. Nur neun Prozent antworten
mit "schlechter", 28 Prozent mit "weder/noch". 53 Prozent glauben,
dass sie in einer schwierigen Zeit leben, 31 Prozent sprachen von
einer glücklichen. (APA)