Gewinnbringende Autoherstellung

Schon wieder eine Revolution im Autobau

10. Februar 2012, 16:36
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    Wolfsburg, Stammsitz des Autogiganten VW. Bis 2018 führt der Konzern in seinen weltweit 90 Fabriken eine standardisierte Produktions-Baukasten-strategie ein. Zweck: dramatische Reduktion der Komplexität, damit der Kosten.

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    Wie alles begann: Ford revolutionierte die (Auto-)Produktion mit dem Fließband.

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    Dann kam Japan mit "just in time", und die Zukunft gehört wohl VWs modularer Fabrik-Idee.

Die Autoherstellung muss ständig neu erfunden werden. VW nennt seine Revolution modulare Baukästen. Neuerungen in der Produktion gab's schon öfter

Wichtige Vorhaben müssen zur längerfristigen Aufrechterhaltung der allgemeinen Motivation einen griffigen Namen bekommen. Wenn Volkswagen, also Wolfsburg, also Norddeutschland, diesen Satz beherzigt, kommt etwas besonders Knackiges, um nicht zu sagen Sperriges heraus: modularer Querbaukasten. Klingt eher nach Holzspielzeug denn nach der großen Revolution im Automobilbau. Und dennoch: Die VW-Gruppe organisiert den technischen Aufbau ihrer Fahrzeuge vollkommen neu. Das heißt, man passt Inhalt und Herstellung der Autos den neuen und künftigen technischen Möglichkeiten in Konstruktion und Produktion an - und natürlich auch den globalen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Sehen wir uns in der Geschichte um, so sind gravierende Veränderungen der Konstruktions- und Herstellungsweise immer schubweise und gleichzeitig erfolgt. Und der Motor dahinter war immer, den führenden Hersteller vom Thron zu stürzen. Vielleicht ist das allein schon die Erklärung, warum gerade Volkswagen und nicht etwa Fiat oder Toyota oder Renault mit einem völlig neuen Konzept aufgeigt. VW möchte General Motors und Toyota ordentlich panieren und zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen (nach Toyotas Schwächeanfall 2011 ist man an den Japanern bereits vorbei gezogen).

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden seitens VW mit Markensammeln bereits geschaffen: Zehn Konzernmarken mit Entwicklungs- und Produktionsstätten rund um den Globus. Nun will man nicht nur das Überleben des riesigen Konzerngebildes sichern, sondern auch noch die Rendite von ein paar Prozent auf zweistellig hochfahren.

Schon Henry Ford baute in der Urzeit des Automobils, anfangs des vorigen Jahrhunderts, vergleichsweise billige Autos von hoher Qualität. Aber sie hatten ein Problem: Sie waren verwechselbar, er ließ sich tatsächlich nur ungern dazu überreden, auch andere Farben als Schwarz anzubieten. Das nützte Alfred Sloan von General Motors und zettelte sozusagen die erste Revolution in der Automobilindustrie an. Im Grunde stand er vor einer ähnlichen Situation wie VW heute: GM-Gründer und Finanzgenie William Durant hatte zahlreiche Autohersteller aufgekauft. Nun musste die Produktion neu organisiert werden. Flexibles Eingehen auf Kundenwünsche war gleichzeitig schon damals das Wichtigste.
Japan und die Fantasie

Mit Erwachen der japanischen Autoindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg zog sukzessive eine neue Kultur in die Autoproduktion ein. Während die situierte US-Autoindustrie schon um 1955 einen Höhepunkt der Massenproduktion feierte und sich die europäische Autoindustrie allmählich vom Zweiten Weltkrieg erholte, war in Japan aufgrund schwierigster wirtschaftlicher Bedingungen viel Fantasie gefragt. Während Ford noch immer vom Hochofen bis zur kleinsten Schraube fast alles selbst erzeugte und unüberschaubare Mengen an Teilen lagern musste, erfand man bei Toyota die schlanke Produktion.

Abgekürzt gesagt: Eine mehr als militärische Straffung des Produktionsablaufs ermöglichte das Weglassen von Zwischenlagern. Das führte unter anderem 1986 zu folgendem Ergebnis: Während man im GM-Werk Framingham 31 Stunden zur Herstellung eines Autos benötigte, schaffte man die gleiche Arbeit im Toyota-Werk Takaoka in 16 Stunden.

Die Straffung von Arbeitsabläufen hat natürlich auch ihre Grenzen, so kann man ganze Module von Zulieferunternehmen fertigen lassen, dann dauert die Arbeit bei der Montage immer kürzer. Aber irgendwann verschieben sich die Kosten nur mehr, anstatt sich zu verringern.

Wenn VW heute seine Arbeit global neu organisiert, so geht es um weit mehr als nur Zeit und damit Geld zu sparen. Es geht darum, die Kompetenzen neu zu bündeln. Autobauen hieß bis jetzt Maschinenbau, die Kompetenz in Sachen Elektrik und Elektronik lag bei den Zulieferern. Mit steigender Bedeutung des Elektrischen im Automobil stellt sich immer wieder von Neuem die Frage: Was ist denn die Kernkompetenz eines Autoherstellers? Was macht denn eine Marke eigentlich aus? (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/10.02.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 50
1 2
Stahl_____666
00
14.2.2012, 12:53
.

Noch mehr Werbung geht net?

MQB ist doch nichts anderes als die logische Fortführung der seit 2007 eingeführten MLB Plattform.

MLB hat längs eingebaute Motoren und MQB halt quer eingebaute. Aber das Rad wird dadurch auch nicht neu erfunden.

DITC101
02
13.2.2012, 18:47

netter artikel, aber der leser weiß nach dem lesen immer noch nicht worum es eigentlich geht.

Napoleon XIV.
01
14.2.2012, 12:29
Ich schon. Werbung.

Hitower3
00
14.2.2012, 10:58
Dear Modulare Querbaukasten

stellt innerhalb des VW-Konzerns die technische Plattform (Motor, Getriebe, Achsen, Chassis) dar, auf die insgesamt 43 verschiedene Fahrzeuge mit quer eingebautem Motor konstruiert werden.
Der Fortschritt gegenüber dem derzeitig bei vielen Herstellern verwendeten Baukästen ist, dass mit dem MQB eine größere Flexibilität möglich ist. So können beispielsweise einige Module auch zwischen so unterschiedlichen Baureihen wie einem VW Polo und einem Skoda Superb geteilt werden. Hieraus ergeben sich größere Skalen- und Synergieeffekte und somit eine Kostenersparnis.
Neben dem MQB gibt es auch noch den Modularen Längsbaukasten, welcher seit 2007 bei Audi eingesetzt wird (A4, A5, A6, A7, A8, sowie Q3 und Q5 und in Zukunft der Q7).

siid
00
13.2.2012, 12:36
Verlängert sich dadurch die Garantie?

Reduziert sich auch der Preis?
Steigt die Qualität?

christianr
00
14.2.2012, 12:27
nein,

nur die reparaturfreundlichkeit verringert sich nicht unbeträchtlich - aber das hat die autobauer (die zidröhn) noch nie interessiert....

Napoleon XIV.
00
14.2.2012, 12:32
Nein, die Reparaturfreundlichkeit schon gar nicht.

Es werden keine Einzelteile mehr verbaut, sondern nur noch Module, die das Zehnfache kosten. Schützt die Hersteller eine Zeit lang vor Nachbauern.

HansPeter10
03
13.2.2012, 12:09

Was jetzt neu ist haben wir im Artikel nicht erfahren. Baukastensystem ist an sich ein alter Hut. ???

Fritz Meyer
00
13.2.2012, 09:15
Und ich meinte schon...

die hätten endlich Roboter gebaut, die ihnen die Autos auch abkaufen. ;)

readymate
11
13.2.2012, 12:29
Die sind schon erfunden!

Schauen Sie sich doch in den Spiegel...!

.

Und jedem seine eigene Busspur
00
13.2.2012, 06:13
Durch die Modularität

liefert sich der AUtomobilhersteller an seine Zulieferer aus. Seine Unverwechselbarkeit geht in hohem Maße verloren. Konzerne wie Magna werden spriessen, und das Fachwissen von gewissen Baugruppen geht im Konzern verloren. Leiharbeitsmodelle werden boomen, und grössere Transportwege werden die Umwelt belasten und die Strassen verstopfen....

NoComment
00
13.2.2012, 14:27

wurscht, hauptsache der shareholder value steigt (kurzfristig)!

Dramaqueen
02
13.2.2012, 01:28
modularer Querbaukasten

Hab glatt die Erklärung überlesen wie das gedacht ist. Oder ist es doch nicht beschrieben worden.

jassl11
00
12.2.2012, 15:25

ja hoffentlich. derzeitige autos sind so was von unzeitgemäss. viel zu kompliziert und zu teuer, vom ökonomischen gar nichts zu reden. aufbau mit modulen - klingt besser. zum glück geht so langsam aber sicher der prestige-status-effekt vom auto weg, zu einem zweck-aber-spass gerät.

Uniquin
 
00
12.2.2012, 11:37

kann doch nur ironisch gemeint sein, die überschrift. die revolutionen im autobau trudeln doch mit der geschwindigkeit einer weinbergschnecke ein. inzwischen gibts selbst fürs fahrradlicht die ledbeleuchtung nicht nur aus hochpreisdeutschland, sondern als billigkopie aus china. im kfz bereich hat sich das bis heute nicht herum gesprochen das das led licht besser ist und weniger energie verbraucht. wenn jetzt wer mit dem kostenargument kommen möchte: fürs fahrtrad ist das ledlicht leistbar, sollte also auch für den pkw möglich sein. die letzte revolution mag der hybridantrieb vor xx jahren gewesen sein, in anbetracht wie der sich durchsetzt wohl eher ein rohrkrepierer.

SagServus
00
14.2.2012, 11:38

Ein Fahrradlicht ist aber auch nicht wirklich mit einem Autoscheinwerfer vergleichbar.

Fürs Fahrradlicht reicht eine 3€ LED Leuchte.

Ein Scheinwerfer bei einem KFZ muss aber eine entsprechende Ausleuchtung der Straße bewerkstelligen.

Das nächste Problem mit LED: Das LED Modul ist entsprechend teuer. Sprich statt 20€ für eine Birne, zahlst dann wahrscheinlich 300€ und noch mehr wenn dir ein Scheinwerfer eingeht.

NoComment
00
13.2.2012, 14:30

und im winter, wenn dann das led-licht vorne voll mit eis ist weil es kaum wärme erzeugt, beheizen wir halt die scheibengläser, so wie das jetzt schon bei div. heckleuchten mit led der fall ist. was den scheinwerfer wiederum komplizierter und teurer macht.

ob das "innvoation" oder "revolution" ist?

HansPeter10
00
13.2.2012, 12:13

Der Hybridantrieb ist ein Schmarrn und dient lediglich dazu im Prüfzyklus ein bisschen bessere Durchschnittswerte im Abgas zu erreichen. und dafür sollen die Autofahrer Unsummen belchen.

Hefeweizerlbier
00
12.2.2012, 12:37

An ein Autolicht werden höhere Anforderungen gestellt. LED sind punktförmige Lichtquellen mit hoher Leuchtdichte, was hohe Blendungsgefahr bedeutet. Um genügend Beleuchtungsstärke zu erhalten, muss man viele LEDs bündeln. Die Umschaltung Abblendlicht / Fernlicht ist daher aufwändig.
Für den Radfahrer, der 20 m vor sich in den Boden leuchtet, ist das natürlich egal.

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
12.2.2012, 01:20
just in time

das "Wegfallen von Zwischenlagern" ist nur ein Auslagern der Zwischenlagerung an die Zulieferer

zeitnah erforderliche Mengen werden nämlich eher produziert, wenn die Mengenbedarfsvorschau und die Produktion dieser Mengen in einer Hand liegen

es ist dann direkter und einfacher koordinierbar, und sowohl Lagerhaltung von Vorausproduktionen als auch Überstunden zur Produktion zwangsläufig entstehender Fehlmengen fallen geringer aus

All diese Nachteile wurden, wie gesagt, nur den Zulieferern umgehängt

dank Marktmacht des Nachfragers, der das Geld in der Hand hält, und zu Lasten der Arbeitsbedingungen und Löhne bei den Zulieferern

daß das Endwerk dann weniger Stunden BEI SICH braucht, um das Auto zu bauen, sagt volkswirtschaftlich nix aus

gaisbock
01
12.2.2012, 08:55

stimmt leider nicht.
Es sagt auch volkswirtschaftlich etwas aus - allerdings nix gutes.

Tintininafrica
42
11.2.2012, 20:34
VW

Warum Viele VW Golf fahren?
Vergleichen sie zB. aus dem Jahr 2000: Golf IV, gegenüber Opel Astra, Toyota Corolla oder Ford Focus.
Golf IV ist auch noch nach 10 Jahren absolut zeitgerecht technisch und auch vom Design her. Und die Anderen?

jassl11
01
12.2.2012, 15:28

weltweit ist der golf auf rang 10, der corolla auf platz 1. sie sehen das nur aus europäischer sicht; da stimmt es aber natürlich.

Parkschwein
13
11.2.2012, 23:22

der golf iv ist genauso schirch wie die andern, der focus schaut etwas besser aus, der corolla ist unfair weil der war schon schirch wie er rauskommen ist.

Tintininafrica
30
11.2.2012, 20:34
VW

Warum Viele VW Golf fahren?
Vergleichen sie zB. aus dem Jahr 2000: Golf IV, gegenüber Opel Astra, Toyota Corolla oder Ford Focus.
Golf IV ist auch noch nach 10 Jahren absolut zeitgerecht technisch und auch vom Design her. Und die Anderen?

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