Wiener Börse: ATX schließt sehr schwach

10. Februar 2012, 18:44
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Griechenland-Sorgen drücken Märkte deutlich ins Minus

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei gutem Volumen mit deutlich tieferen Notierungen beendet. Der ATX büßte 70,6 Punkte oder 3,14 Prozent auf 2.175,10 Einheiten ein. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 50 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.225 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,95 Prozent, DAX/Frankfurt -1,39 Prozent, FTSE/London -0,73 Prozent und CAC-40/Paris -1,48 Prozent.

Der ATX verabschiedete sich mit einem klaren Kursminus ins Wochenende. Die übrigen europäischen Indizes tendierten ebenfalls im roten Bereich, wenn auch weniger deutlich. Auch zum Wochenausklang standen die griechischen Schuldenprobleme im Blickpunkt des Anlegerinteresses.

Die Euro-Finanzminister hatten Griechenland weiter unter Druck gesetzt und ihren Beschluss für das neue Hilfsprogramm am späten Donnerstagabend auf kommenden Mittwoch vertagt. Nur wenn Athen innerhalb einer Woche weitere Bedingungen erfüllt, kann Griechenland mit dem dringend benötigten zweiten Rettungspaket rechnen, war bekannt geworden.

Die kleine rechtsgerichtete Regierungspartei Laos hat heute angekündigt, gegen das vereinbarte Sparpaket stimmen zu wollen und damit am frühen Nachmittag für verstärkten Abgabedruck an den Finanzmärkten gesorgt. Inmitten der Rettungsbemühungen ist in Griechenland auch die stellvertretende Außenministerin von der sozialistischen Partei PASOK aus Protest gegen die Sparvorgaben zurückgetreten.

Marktteilnehmer in Wien begründeten die Kursverluste aber auch mit Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. Kaum nennenswerte Impulse kamen hingegen von den veröffentlichten US-Konjunkturdaten.

Finanzwerte unter größten Verlieren

Ein Branchenvergleich in Europa zeigte Finanzwerte und Aktien aus dem Rohstoff-Sektor unter den größten Verlierern. Diesem Trend konnten sich die heimischen Branchenvertreter nicht entziehen.

So rutschten unter den Bank-Aktien die Titel von Raiffeisen 3,85 Prozent auf 27,19 Euro ab und Erste Group sackten 6,99 Prozent auf 18,38 Euro ab. Die Analysten der RCB haben ihre Einstufung für die Erste-Papiere von "buy" auf "hold" reduziert, das Kursziel jedoch von 16 auf 22 Euro angehoben.

voestalpine mussten ein Minus von 6,38 Prozent auf 25,59 Euro hinnehmen. Nomura hat den europäischen Stahl-Sektor abgestuft. RHI sanken um 2,92 Prozent auf 17,96 Euro. Zu den größten Verlierern zählten auch Zumtobel, die um 5,62 Prozent auf 13,76 Euro sanken.

Wienerberger verloren 4,49 Prozent auf 8,95 Euro. Die RCB hat das Anlagevotum von "buy" auf "hold" gesenkt, das Kursziel von 9,5 Euro wurde hingegen bestätigt. Unter den wenigen Gewinnern fanden sich Rosenbauer mit plus 1,79 Prozent auf 39,70 Euro.

Die zehn größten Kursgewinner

1. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG +4,36 Prozent

2. BENE AG +2,42 Prozent

3. BWT AG +2,29 Prozent

4. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG +1,79 Prozent

5. BRAIN FORCE HOLDING AG +1,22 Prozent

6. WARIMPEX FINANZ- UND BET. AG +0,77 Prozent

7. AGRANA BETEILIGUNGS-AG +0,64 Prozent

8. TEAK HOLZ INT. AG +0,55 Prozent

9. S IMMO AG +0,34 Prozent

10. OBERBANK AG ST +0,32 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer

1. ERSTE GROUP BANK AG -6,99 Prozent

2. VOESTALPINE AG -6,38 Prozent

3. ZUMTOBEL AG -5,62 Prozent

4. WIENERBERGER AG -4,49 Prozent

5. SEMPERIT AG HOLDING -3,92 Prozent

6. RAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG -3,86 Prozent

7. CONWERT IMMOBILIEN INVEST SE -3,82 Prozent

8. PALFINGER AG -3,80 Prozent

9. POLYTEC HOLDING AG -3,78 Prozent

10. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -2,98 Prozent (APA)

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