Langer Zeitraum

Sterberisiko entspricht Einschätzung der eigenen Gesundheit

10. Februar 2012, 08:33

Unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen oder niedriger Bildungsstand

Die Art und Weise, wie Menschen ihre Gesundheit einschätzen, bestimmt ihre Überlebenswahrscheinlichkeit in den folgenden Jahrzehnten. Forschende des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich belegen: Das Sterberisiko steigt bei der Einschätzung von "sehr gut" über "gut", "es geht", "schlecht" bis "sehr schlecht" kontinuierlich an - und zwar unabhängig von bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, niedriger Bildung oder bestehenden Erkrankungen.

Wie schätzen Sie Ihre Gesundheit ein? Diese Frage wird häufig in Fragebogen zum Gesundheitszustand gestellt - die Antwort darauf hängt mit der Überlebens- beziehungsweise Sterbewahrscheinlichkeit der befragten Person zusammen. Dass eine pessimistische Einschätzung mit einem erhöhten Erkrankungs- oder Sterberisiko einhergeht, liegt auf der Hand. Man kann annehmen, dass Personen, die ihre Gesundheit als schlecht einschätzen, durchschnittlich ein ungünstigeres Gesundheitsverhalten zeigen, oft sozial benachteiligt sind, eine fragile Gesundheit haben oder bereits erkrankt sind. Doch der Zusammenhang bleibt bestehen, auch wenn man solche Faktoren berücksichtigt. Dies belegen frühere Studien, die ihre Teilnehmer aber nur über wenige Jahre nach der Befragung beobachteten.

Selbsteinschätzung hat Bestand

Nun zeigen Forschende des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich: die Selbsteinschätzung der Gesundheit hängt auch über einen langen Zeitraum von über 30 Jahren mit der Wahrscheinlichkeit zu überleben beziehungsweise zu sterben zusammen. In der in der Schweiz durchgeführten Studie hatten Männer, die ihre Gesundheit als "sehr schlecht" einschätzten, ein über 3,3-fach höheres Sterberisiko verglichen mit gleichaltrigen Männern mit der Bewertung "sehr gut". 1,9-mal so hoch war das Sterberisiko bei Frauen mit "sehr schlechter" Gesundheit im Vergleich zu jenen mit "sehr guter". Dabei nahm das Risiko von der optimistischsten zur pessimistischsten Einschätzung kontinuierlich zu: Personen mit "sehr guter" Gesundheit hatten günstigere Überlebenschancen als solche mit "guter" Gesundheit, letztere bessere als solche mit "mittelmässiger" Gesundheit und so fort. "Die stetige Risikozunahme und die lange Dauer von über 30 Jahren zwischen der Selbsteinschätzung und dem Ende der Beobachtungszeit macht es praktisch unmöglich, dass vorhandene Krankheiten oder eine dunkle Vorahnung Hauptursachen für den beobachteten Zusammenhang sind", erklärt der Leiter der Studie Matthias Bopp.

Risikofaktoren mit einbezogen

Selbst unter Berücksichtigung von Bildungsstufe, Zivilstand, Belastung durch Rauchen, bestehenden chronischen Krankheiten, Medikamenteneinnahme, Blutdruck und Blutzucker schwächte sich der Zusammenhang zwischen selbsteingeschätzter Gesundheit und Sterberisiko nur geringfügig ab.
Bei den Männern betrug der Unterschied im Sterberisiko der besten und schlechtesten Einschätzung immer noch 1:2,9 - bei den Frauen 1:1,5. "Unsere Resultate deuten darauf hin, dass Menschen, die ihre Gesundheit als sehr gut einschätzen, Eigenschaften haben, die ihre Gesundheit fördern und erhalten", folgert der Präventivmediziner David Fäh. Und er ergänzt: "Dazu könnten auch eine positive Lebenseinstellung, eine optimistische Sichtweise der Dinge und eine grundsätzliche Zufriedenheit mit dem eigenen Leben gehören."

Die Studienergebnisse unterstützen die von der Weltgesundheitsorganisation vertretene, breite Auffassung von Gesundheit, nicht bloß als Abwesenheit von Krankheit, sondern als vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden. "Gute Ärztinnen und Ärzte sollten also nicht nur nach dem Vorhandensein von Risikofaktoren oder Krankheiten suchen, sondern auch prüfen, welche Gesundheitsressourcen ihre Patienten haben und diese gegebenenfalls fördern und festigen", fordert David Fäh. 

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14 Postings
Green Spirit
00
13.2.2012, 10:25
Quanten

Mind over matter, könnte hier eine wichtige Rolle spielen

AlBundyFan
 
00
13.2.2012, 09:51
Man kann annehmen, dass Personen, die ihre Gesundheit als schlecht einschätzen, durchschnittlich ein ungünstigeres Gesundheitsverhalten zeigen, oft sozial benachteiligt sind, eine fragile Gesundheit haben oder bereits erkrankt sind.

Doch der Zusammenhang bleibt bestehen, auch wenn man solche Faktoren berücksichtigt.

ja sicher - wenn man alle gründe für diese annahmen herausnimmt woauf soll dann die einschätzung der personen beruhen?
ich denke nicht, daß man diese obenstehenden annahmen herausnehmen kann.

es gäbe nämlich dann genau 1 gründe für die befragten menschen so zu entscheiden:
- sie können in die zukunft sehen

und warum soll jemand behaupten es geht im schlecht, wenn es ihm garnicht schlecht geht und er keinerlei symptome irgendeiner physischen oder psychischen beeinsträchtigung zeigt? und vor allem: damit noch recht haben.

Colette
00

das ist ein ganz einfaches statistisches verfahren, die riskiofaktoren herauszunehmen (konstant zu halten). natürlich können immer noch andere variablen eine rolle spielen, die in der studie gar nicht erhoben wurden.

Erwin Wolfram
00
13.2.2012, 01:34
...

das zwangsweise aufgepraegte fremdbild (meist durch msisbrauch existierender mechanismen, verfahren) scheint zu funktionieren, aber nur kurz...

pirat was sonst
00
12.2.2012, 21:33
Kraft durch Freude

hat uns ja schon immer weit gebracht.
Positives Denken ist eine Seuche, mit der es sich die Denkfaule Elite richtet: https://www.youtube.com/watch?v=PJGMFu74a70

Erwin Wolfram
00
12.2.2012, 21:10
uebersetzung

die terroristischen methoden der medien eine selbsteinschaetzung aufzupraegen funktionieren, scheinbar, kurz...

Vertrauen Sie keinem Arzt oder Apotheker
16
11.2.2012, 14:20
sondern werden Sie ein mündiger Patient!

Die Selbsteinschätzung dürfte schon ziemlich treffsicher sein, denn niemand kennt meinen Körper so gut wie ich selbst. Als Krebspatient lernte ich, auf ihn zu hören bzw.in ihn hineinzuhören, auch alle medizinischen Lehrmeinungen bis hin zur Medikamentengabe kritisch zu hinterfragen. Letzteres ist besonders angebracht, vor allem das Lesen des Beipackzettels!! Der praktische Arzt hat mir gestern ein Antibiotikum verschrieben erst beim Lesen des Beipackzettels ich kam ich darauf, dass ich allergisch bin. Auch der vom Hersteller empfohlene abschließende Labortest wurde einfach ignoriert. Der Arzt hat in meinen Augen grob fahrlässig gehandelt u. meine Gesundheit gefährdet, außerdem die Krankenkasse geschädigt, weil ich die Arznei wegwerfen muss

tignosa
00
13.2.2012, 10:35
Hausarzt wechseln

ich hatte auch mal so ein Genie, wenn man sich den Fuß verstaucht hat, hat er einem in den Hals geschaut, wenn man einen Fremdkörper im Auge hatte, dann garantiert ins andere ("Sie ham nix") und nur dorthin. Letzteres Beispiel ist 100% wahr und war mein Anlass zum Wechseln. Bin jetzt recht zufrieden.

Je m'appelle Mirabelle L.
 
02
10.2.2012, 22:04

self fulfilling prophecy.

Gute Laune ist kein Verbrechen
17
10.2.2012, 12:10
Lässig. Ich geh schon seit längerem davon aus, 120 zu werden.

Kann das jedem nur empfehlen, und der Artikel scheint mir Recht zu geben.
...oder sollte ich sicherheitshalber auf 240 erhöhen? :-)

chg4711
112
10.2.2012, 09:31
Ganz einfach: Die Menschen wissen wie's ihnen geht.

Und liegen damit meist richtig. Den Zusammenhang umzudrehen, wie es der Artikel tut, ist fragwürdig.

tho_mi
00
10.2.2012, 20:42

Seh ich ähnlich. Ein Mensch kann in etwa einschätzen wie es um seine Gesundheit bestellt ist, da sollte es nicht überraschend sein, dass es da einen Zusammenhang mit der Lebenserwartung bzw. dem Sterberisiko gibt.

ruzika
11
10.2.2012, 16:47
sie meinen,

die menschen wissen wie es ihnen geht und sind auch noch dazu bereit, wahrheitsgetreu darüber auskunft zu geben.

das glauben sie wohl selbst nicht.

svr1900
 
00
10.2.2012, 10:18

Seh ich auch so.

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