Chinas Außenhandel schrumpft rasant

10. Februar 2012, 08:21
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Der Handelsriese bekommt nicht nur den weltweiten Konjunktur­abschwung zu spüren. Auch das Neujahrsfest, an dem die Arbeit ruht, macht sich bemerkbar

Peking - Chinas Handel ist im Jänner gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich geschrumpft. Die Importe sanken im Jänner um 15,3 Prozent, die Exporte gingen wegen der geringeren Nachfrage um 0,5 Prozent zurück. Damit hat die Volksrepublik die Markterwartungen bei weitem verfehlt. Analysten hatten mit einer Steigerung der Ausfuhren um 4,8 Prozent gerechnet, bei den Einfuhren waren sie von plus 0,5 Prozent ausgegangen. Im Dezember waren die Exporte um 13,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum gestiegen, die Importe um 11,8 Prozent.

Der Handelsbilanzüberschuss stieg im Jänner auf 27,3 Mrd. Dollar (20,5 Mrd. Euro) , das ist der höchste Wert in sechs Monaten. Im Dezember hatte der Überschuss 16,5 Mrd. Dollar betragen.

Die Daten sind allerdings verzerrt: In diesem Jahr fiel das Neujahrsfest in den Jänner. Damit hatte der Monat lediglich 17 Arbeitstage im Vergleich zu 22 Arbeitstagen im Januar 2011. Im vergangenen Jahr feierten die Chinesen ihr wichtigstes Fest im Februar. Analysten warnten deshalb davor, die Daten überzubewerten. "Ich denke, die schwachen Export- und Importzahlen spiegeln vor allem saisonale Faktoren durch das Neujahrsfest wider", sagte Sun Junwei von HSBC Global Research in Peking. Man dürfte nicht zu viel in die Daten eines einzelnen Monats hineininterpretieren, der üblicherweise sehr unterschiedlich ausfällt. (APA/Reuters)

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    Zum chinesischen Neujahrsfest ruht die Arbeit tagelang.

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