Rios Polizei beschließt im Karneval zu streiken

10. Februar 2012, 17:45

Verdreifachung des Mindestlohns gefordert – 14.000 Soldaten sollen beiKarneval für Ordnung sorgen

Die Protestbewegung brasilianischer Polizisten zieht Kreise. Zwar beendeten am Donnerstag in Salvador da Bahia 245 Militärpolizisten ihre zehntägige Besetzung des Landesparlaments, dann aber stimmten ihre Kollegen in Rio de Janeiro für einen unbefristeten Streik. Am Zuckerhut sollen jetzt während des Karnevals, der in einer Woche seinen Höhepunkt erreicht, statt der Polizei 14.000 Soldaten für Sicherheit sorgen.

Rios Polizisten und Feuerwehrleute fordern eine Verdreifachung ihres Mindestlohns auf umgerechnet 1540 Euro. Ihre Löhne gehören zu den niedrigsten in ganz Brasilien. Unklar war am Freitagmorgen, wie viele der insgesamt 70.000 Polizisten und Feuerwehrleute sich dem Ausstand anschließen wollen. Polizei- und Regierungssprecher versuchten, die Bevölkerung zu beruhigen. "Es wird ein friedlicher Streik" , sagte Francisco Chao, ein Sprecher der Zivilpolizei, "Vandalismus kommt nicht infrage" .

Bei den Protesten in Bahia hatten Polizisten Busse in Brand gesteckt, die Mordrate verdoppelte sich. Vor allem nachts hatte sich Salvador zeitweise in eine Geisterstadt verwandelt. Über die Fortsetzung des dortigen Streiks, der auch dort den Straßenkarneval empfindlich stören könnte, sind die Militärpolizisten gespalten.

Präsidentin Dilma Rousseff kritisierte vorgestern die Auswüchse der Proteste und lehnte eine Begnadigung von Streikführern ab. "Für Straftaten darf es keine Amnestie geben" , sagte die linke Staatschefin, "sonst werden wir ein Land ohne Spielregeln."

Gerade die derzeitige Krise zeige "strukturelle Mängel" des brasilianischen Rechtsstaates und der Sicherheitspolitik, beklagen Experten und verweisen auf Teilamnestien für streikende Polizisten aus dem Jahr 2010 und 2011. "Unsere Militärpolizisten sind nicht für die Demokratie ausgebildet" , meint der frühere Richter Wálter Maierovitch. Die Polizisten dürfen sich nicht gewerkschaftlich organisieren, geschweige denn streiken. Deshalb haben sie sich in oftmals konkurrierende "Vereinigungen" zusammengeschlossen, über die die Proteste koordiniert werden. "Aber niemand geht gegen diese Vereinigungen vor, denn natürlich wissen alle, dass die Polizistenlöhne lächerlich niedrig sind" , sagt Maierovitch.

Verständnis zeigt er für die Forderung nach einer Verfassungsänderung, die derzeit auf Eis liegt. Darin sind für die Polizisten verbindliche Mindestlöhne vorgesehen. Die Abstimmung darüber war wegen knapper Kassen auf 2013 verschoben worden. (Gerhard Dilger aus Porto Alegre /DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2012)

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Hört auf mich
12
11.2.2012, 10:54

Ich hasse Karneval.

Markus Miller 2
21
12.2.2012, 04:43
Na geh.....komm!

Mainz bleibt Mainz....Villacher Fasching.....Sambodromo in Rio.....es gibt doch wohl nichts SCHÖNERES und LUSTIGERES!
Spaßverderber!

dr. kokos
 
11
11.2.2012, 13:34

ich liebe karneval.

Hört auf mich
01
11.2.2012, 16:34

Jedem das Seine!

dr. kokos
 
21
11.2.2012, 18:39

klar. aber man sollte schon mal dran teilgenommen haben, sonst kann man es ja gar nicht beurteilen. hast du?

Hört auf mich
00
19.2.2012, 13:58

Ja hab ich schon. Und nicht nur in Europa, auch hier in Südamerika, wobei es hier noch ein bißchen niveauvoller als in Europa ist.

Markus Miller 2
00
12.2.2012, 04:39
Und...sie finden das Sambodromo wirklich toll?

PEACETIME
00
12.2.2012, 21:37
das "Sambodrome" ist ja nur für Touristen.

den richtigen Karneval auf der Straße finden Sie aber in Olinda oder Salvador. Sind die besten Karnevals die ich aus Brasilien kenne. Im Stadion ist es sehr teuer, viel besser ist es auf den Straßen mit all den Umzügen ab Jänner, mit Party auf der Straße und purer Lebensfreude, all den Partys und Festen ( die auch privat gefeiert werden) in diesen 2 Monaten und der generellen Ausgelassenheit, die vorherrscht.
Manaos ist übrigens auch sehr schön und ganz eigen und zu empfehlen. Muss man erlebt haben und erleben.

Timagoras
 
00
13.2.2012, 17:41
"das "Sambodrome" ist ja nur für Touristen"

.
einerseits schon, aber im tv schauen sich viele Cariocas die sambódromo-umzüge trotzdem an.
und wenn man zufällig morgens um 06:00 da vorbeikommt, ist es auch ziemlich schräg :o)

dr. kokos
 
00
13.2.2012, 16:36

das sambodromo ist keineswegs nur für touristen. es gibt überhaupt nur eine tribünensektion dort für touristen, alle anderen sind für einheimische. das sambodromo ist für mich eine große oper. das muss man einmal erlebt haben. und sehr viele brasilianer genießen das zumindest im fernsehen.

die linke und die linke hand des teufels
00
12.2.2012, 18:01

Es ist ja nicht nur das Sambodromo sondern die wochenlange Vorbereitung und die wöchentlichen Proben und schlussendlich ist der 48 stündige Umzug
all der kleinen Schulen in der Hauptstrasse

dr. kokos
 
00
12.2.2012, 15:26

ich finde das sehr schön ja, das muss man auch mal erlebt haben. aber in rio finde ich z.b. den straßenkarneval in der av. rio branco viel besser. und noch toller finde ich aber die karnevals von recife, salvador und trindad-tobago. da war ich überall schon. ich habe sozusagen schon den karneval-grand-slam absolviert. daher kann ich da auch ein wenig mitreden.

hansito
00
12.2.2012, 21:41

Ein Kasperl eben, wie er im Buch steht. Über Venezuela warens auch immer gscheit, aber mehr als ein Karnevalsgockel sinds halt nicht. :-)))))))

dr. kokos
 
00
13.2.2012, 16:41

so lernt man aber land und leute ziemlich gut kennen. für leute, die zum lachen in den keller gehen, ist das aber natürlich nichts. deine venezolanische frau kann einem eh leid tun mit dir.

Karl Buschina
00
11.2.2012, 10:12
Take No Prisoners: Self Defense Killings in Detroit Spike to 2200% Above National Average.,.Justifiable Homicide up 79%

http://www.shtfplan.com/headline-... 9_02102012

Jürgen Rembremerding
11
10.2.2012, 22:09
Hansi Pech
20
10.2.2012, 19:26
ist das der wert eines lebens?

..wieso, die bezahlung ist doch nur für lebende polizisten! (für einen toten bekommt die familie hochgerechnet sowieso viel mehr..)

PEACETIME
03
10.2.2012, 15:26
nicht gerade eine geeigneter Zeitpunkt für Polizeistreiks.

oder gerade doch?
Immerhin gilt die Karnevalszeit als die gefährlichste Zeit in Brasilien. Mord, Raub und Überfall ist also gerade in dieser Zeit keine Seltenheit.
In Rio ist es daher sicherlich besser, sich nur in gesichterten Gebieten zu dieser Zeit als Tourist aufzuhalten. Wer aber mehr auf traditionellen Karneval auf der Straße steht und weniger Kriminalität erleben will, der fährt nach Olinda, neben Recife, der neben dem Karneval in Salvador zum Schönsten in Brasilien zählt, und weitaus weniger gefährlich ist als in Rio oder eben Salvador. Zudem ist dort der karneval auf der Straße und nicht hinter den Tribünen eines Stadions, für dessen Eintritt man Unsummen berappen muss. Es geht auch gratis und bei tagelangem Durchfeiern;)

woifmoa
01
12.2.2012, 10:34

wenn es um sicherheit geht wäre wohl der karneval im nachbarland uruguay empfehlenswert.

PEACETIME
00
12.2.2012, 15:08
es kommt immer auf einen selbst auch an:

Ich reise viel, war und bin viel in Brasilien, aber überfallen bin ich noch nie worden, weder im Karneval, noch sonst wann auf Reisen oder in Brasilien.
Wenn man sich normal verhält, dann hat man auch in Brasilien kaum Probleme. Pech kann man überall haben. Das einzige Mal, dass ich überfallen wurde, war in Wien...

woifmoa
00
12.2.2012, 15:42

da haben sie wohl recht. ich meide trotzdem gegenden, die mir gefährlich vorkommen (z.b. würde ich nie in eine favela gehen, allerdings war ich noch nie in brasilien) und fahre gut damit: ich wurde überhaupt noch nie ausgeraubt. auch taschendiebe haben mich noch nie erwischt, dafür wurden mir in linz schon 3 fahrräder gestohlen :(

PEACETIME
00
12.2.2012, 18:48
2. Teil: Es ist gut sich auf sein Gefühl zu verlassen:

wo man sich nicht sicher fühlt, speziell in fremden Ländern und Kulturen, sollte man auch nicht hingehen. Bringt gar nix, denn selbst wenn nichts passiert ist der Wohlfühlfaktor trotzdem einiger Maßen gehemmt. Mit dieser Einstellung brauchen Sie sich wenig Sorgen zu machen leichtes Opfer zu werden.
Vorher erkundigen, auf was man aufpassen muss im jeweiligen Land, mit Leuten dort sprechen, sich daran halten, sich aufs eigene Gefühl verlassen, schauen, dass man auf der sicheren Seite ist.

PEACETIME
00
12.2.2012, 18:44
gerade in Ländern, in denen man nicht zu Hause ist, muss man darauf hören, was die Einheimischen sagen.

In Marokko zB kann man sich total frei bewegen, und bevor man in seltsame Ecken kommt, wird man von den Marokkanern darauf aufmerksam gemacht.

In Brasilien ist dort viel Kriminalität, wo es viel Touristen gibt. Das heißt, ich würde empfehlen Hotspots wie Rio nur kurz zu besuchen und dann dorthin zu fahren, wo es nicht viel Tourismus gibt. Da kann man das Leben,idem Fall das Brasilianische viel besser kennen lernen
Was Favelas betrifft: kommt drauf an wie man ausschaut. Geht man mit fetter Kamera und feinem Gewand hinein, dann ist man leichtes Opfer, quasi mit Schild umgehängt: Überfall mich, aber wenn man normal durchgeht, passiert in der Regel nichts mehr. Hat sich vieles verbessert für die Leute(Gratisstrom zB) Aber man sollte sie meiden

Hansi Pech
00
12.2.2012, 06:26

na ich sehe wir haben es hier mit einem brasilien- und karnevalsspezialisten zu tun. gratuliere. ich möchte noch daran erinnern das, prä-karneval bereits am laufen ist und es bereits etwas spät ist einen flug zu buchen, ich aber aus dem bitteren ton der postings jedoch herauslese, das da noch aus austria gepostet wird.

PEACETIME
00
12.2.2012, 06:54
släuft schon seit Jänner im Grunde;)

let the rhythm run;)

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