Solidarität eines Spitzengrüppchens

Hintergrund | 9. Februar 2012, 19:24

Den Einzelnen kostet der Obolus immerhin vierstellige Summen aufwärts

Es ist ein kleiner, aber potenter Kreis, der die "Solidarabgabe" zahlen soll - und zwar, wie sich abzeichnete, in Form höherer Steuern auf das 13. und 14. Monatsgehalt, das derzeit nur mit sechs Prozent besteuert wird. Mehrere Modelle standen zur Debatte, eines sieht laut STANDARD-Infos wie folgt aus: Der Steuersatz wird in zwei Stufen angehoben, ab Jahreseinkommen von 180.000 und 300.000 Euro. Die Tarife sollen bei 25 und 50 Prozent liegen. Lediglich 0,2 Prozent (erste Stufe) bzw. 0,05 Prozent der Lohnsteuerpflichtigen (zweite Stufe) verdienen in diesem Fall genug, um von der Solidarabgabe betroffen zu sein. Den Einzelnen kostet der Obolus aber immerhin vierstellige Summen aufwärts: Wer etwa zwischen 180.000 und 200.000 im Jahr verdient, verliert im Schnitt 3600 Euro. Verdiener zwischen 300.000 und 350.000 fallen um rund 13.000 Euro um. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2012)

immofuchs
00
13.2.2012, 10:14

angenommen:
* diese Gehälter werden von Führungskräften verdient
* diese Führungskräfte bestimmen über die Verteilung der Gehälter im Unternehmen
* diese Führungskräfte werden als erstes ihren Nettoverlust ausgleichen/eigene Gage erhöhen
* die Gesamtlohnkosten müssen sinken
Wenn alle "angenommen" zutreffen, zahlt das wieder der kleine Arbeitnehmer, und zwar durch den Wegfall angemessener Lohnerhöhungen/Lohnanpassungen.
BRAVO!

Dr.Michi
01
10.2.2012, 12:30

Ich frage mich warum man nicht eine vernünftige Grenze einführt (zb Höchstbeitragsgrundlage), bis zu der man 13. und 14. völlig steuerfrei gestaltet, und darüber hinaus wie ein "normales" Einkommen versteuert. Hier die Steuergeschenke für die "normal gut situierten" fortzuschreiben und bei der oberen Promille zuzulangen ist schäbig. Offenbar wollten die Politiker nichts beschließen was sie selber trifft.
Die untere Grenze (180k) wird erst ab Staatssekretär erreicht, die obere (300k) gerade noch vom Bundespräsidenten. Die breite Gesetzesgeber-Masse bleibt von der Steuererhöhung unberührt.

Hubert Hawkins
00
10.2.2012, 13:53

Bei rund rund 3,9 Mio. unselbstständig Erwerbstätigen sind das ca. 7.800 bzw. 2.000 Personen, also deutlich mehr als es Staatssekretäre und Bundespräsidenten gibt.

Dr.Michi
00
10.2.2012, 15:49

Sicher, aber dass die Grenze just da gezogen wird ist schon eigenartig.
Die obere Grenze trifft alle die mehr als der Bundespräsident verdienen, da kann man schnell einen kausalen Zusammenhang sehen.
Und bei der unteren Grenze (also ab der überhaupt mehr Steuern fällig werden) trifft es nur Leute die mehr haben als der mutmaßliche Leiter der Arbeitsgruppe im Ministerium die das ganze ausgearbeitet hat :-)

Hubert Hawkins
00
10.2.2012, 16:37

Es ging ja nicht darum eine Massensteuer zu konzipieren sondern ein Symbol zu setzen. Das Budget wird man mit diesen zusätzlichen Steuereinnahmen nicht sanieren.
Wenn Sie mich fragen was gerecht ist: Wenn man den 13. und 14. schon nicht abschaffen (im Sinne von auf das Monatseinkommen alliquotieren) will, dann kann man ihn zum normalen Steuersatz besteuern.
Das würde vermutlich keine Regierung überleben.

paradiselost
39
mein taschentuchvorrat reicht nicht mehr aus,

wenn ich an diese armen menschen denke, die monatlich nur zwischen 12.857 und 21.428 EUR verdienen und nun solche enormen einbussen erleiden werden.

Der Alte Orthograph
 
11
10.2.2012, 08:59
Ich frage mich,...

...wer auf die Idee kommt, für dieses Posting ein rotes Stricherl zu vergeben.

Muß wohl ein armer, armer Besserverdiener sein.

des haaßt oaråndsch!
 
11
10.2.2012, 08:30
Ich frage mich,...

...wer für so eine Aussage ein rotes Stricherl vergibt?

Wahrscheinlich war es so ein armer, armer Besserverdiener.

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