Sparen

Länder ziehen fix mit, aber verpflichten Bund zu Zahlungen

9. Februar 2012, 18:59
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    foto: apa/gubisch

    Steirisch sparen: Landeshauptmann Franz Voves und Finanzlandesrätin Bettina Vollath.

Ein Drittel der neuen Einnahmen soll an Länder gehen

Graz - Der Bär ist noch nicht erlegt, aber das Fell wird bereits verteilt: Sollte der Bund über neue Steuern frisches Geld ins Budget bekommen, wollen die Länder und Gemeinden eine fixe und bedingungslose Beteiligung - also gemäß des Finanzausgleichsschlüssels zumindest ein Drittel.

Diese Forderung steht gleich zu Beginn einer Punktation an Bedingungen, die die Länder für ihre Zustimmung zum Sparpaket von der Bundesregierung abverlangen. Das Okay der Länder zum Spar- paket ist jetzt jedenfalls fix, wie der steirische Landeshauptmann Franz Voves - als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz - am Donnerstag in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz bekanntgab. Die Landeshauptleute hätten sich darauf geeinigt, jene bereits kolportieren 5,2 Milliarden Euro an Konsolidierungsbedarf bis 2016 beizusteuern.

Dies allerdings nur unter klaren Voraussetzungen, denen Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger aber bereits zugestimmt hätten. Voves: "Der Bund akzeptiert unsere Bedingungen." Der Konsolidierungsbeitrag der Länder sei "die größte Herausforderung, die wir jemals eingegangen sind, eine unglaubliche Latte". Deshalb bedürfe es klarer Finanzrahmen für die nächsten Jahr. Eine Grundbedingung: Was immer auch kommen mag, eine über die 5,2 Milliarden Euro hinausgehende Mehrbelastung dürfe es nicht geben. Es dürfe keine neuen Überraschung geben. Daher sei es auch notwendig, etwa die zwischen Bund, Ländern und Gemeinden paktierte Vereinbarung über die Pflegefinanzierung (den Pflegefonds), die 2014 ausläuft, gleich bis 2016 zu verlängern. Wie überhaupt in Zukunft die Länder stärker in die Entscheidungen des Bundes miteingebunden werden wollen.

Sollte etwa eine Steuerreform durchgeführt werden, dürfe dies nur "im Einvernehmen mit den Ländern" erfolgen. Voves: "Wenn wir schon so ein Riesenvolumenzusagen, soll uns nicht durch die Hintertüre etwas anderes treffen."

In Einklang zu bringen sei auch der Finanzausgleich, die Krankenanstaltenfinanzierung und der Stabilitätspakt, die allesamt 2016 auslaufen. Sollte es hier Änderungen geben: nur im Einvernehmen mit den Ländern und Gemeinden, sagte Voves. Wie die Länder ihre Konsolidierungsbeiträge aufbringen, sei ihre Sache, entscheidend sei, dass sie bis 2016 ein Nulldefizit schreiben. Voves: "Es geht letztlich auch darum, dass Österreich aus dem Defizitbeobachtungsverfahren Brüssels herauskommt." (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2012)

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12 Postings
Mostbluzza
00
13.2.2012, 13:51
die länder gibts noch?

die hätt ich zuerst abgeschafft oder zumindest eine volksabstimmung gemacht.

entweder leisten wir uns die spassvögel x9 dann ist es auch okay. oder eben nicht, dann weg damit.
wenn das volk mit mehrheit etwas abstimmt ist es so, sorry liebe verfassung. da gäbs noch ein paar dinge, die man ändern musste bzw rein gehörten, wie

parteienfinanzierung, korruptionsgesetze, presseförderung, justizreform usw ....

wer beantragt da endlich bürgerreferenden, wo hunderttausende abstimmen können/sollten/dürfen???

PS: aber bitte so einfach formulieren, dass mans auch unterschreiben kann und nicht boykottieren muss, weil ein satz drinnen einer partei hilft.

Gummi
 
00
11.2.2012, 09:24
Bund als Steuereintreiber für die Länder ...

dies ist auch bereits ein jahrzehntealtes Urprinzip: Bund treibt Geld für die Länder (Länder fordern ja wieder IHREN Anteil an Steuererhöhungn) ein - so funktoniert das politische Spiel: Die Länder sind aufgrund der geschaffenen Machtverteilung jedoch die "wahren" Regenten, wie sie ja auch immer beweisen. WARUM sollten die Parteien dieses einfach Prinzip durchtrennen? Funktioniert ja prächtig. OK es prescht dann halt wieder mal ein Landeshäuptling mit "vorgespieltem, manchmal vielleicht auch ehrlichem Reformwillen" vor, das gehört halt auch zum Spiel ... was tut man nicht alles für uns Wähler. Danke - Danke - Danke!

Fraho
01
11.2.2012, 06:18
es gibt keinen vernümnftigen Grund für die Landesgesetzgebungen seit wir in der EU sind!

Wozu brauchen wir für 8 Mill. EW ganze 9 Landeskaiser und den ganzen Hofstaat dazu inmitten der EU mit 500 Mill. EW ganze 9 Landesgesetzgebungen wo uns doch die EU bereits über 80 % der Gesetze vorschreibt.
Niemand kann begründen wozu OÖ andere Gesetze, Verordnungen und Förderungen braucht als ein anderes Bundesland hat.
Genauso steht es mit dem Bundesrat, der noch KEIN einziges Gesetz seit seinem Bestehen verhindert hat sondern nur ein Auffangbecken für Parteigünstlinge dient.
Diese 9 Landegesetzgebungen abzuschaffen wäre die einfachste und gerechteste Einsparmöglichkeit gewesen und würde die MitbürgerInnen überhaupt nicht belasten.

aiuto
00
14.2.2012, 18:18
Sie haben schon recht, aber

unsere Landeskaiser und ihre Parteifunktionäre wllen doch versorgt werden,... und dann ist ihnen auch das Sparpaket egal.
mir fehlen bei den Ländern noch immer Jahresberichte der Fachabteilungen
mit einer peinlich genauen Auflistung der ausgezahlten Föderungen. Die Stadt Graz macht das mustergültig .... zumindest für die politischen Funktionäre zugänglich. Ich konnte noch nicht überprüfen, ob man diese Auflistung auch übers Internet einsehen kann.

Mostbluzza
00
13.2.2012, 13:54
in tirol gibts andere schonzeiten für tiere

wie in nö. das ist schon verwirrend, wenn die raika nö an der landesgrenze jagen geht ... aber das regelt man schon. man kennt sich.

also weg mit den ländern. gö.

Fraho
00
11.2.2012, 06:18
es gibt keinen vernümnftigen Grund für die Landesgesetzgebungen seit wir in der EU sind!

Wozu brauchen wir für 8 Mill. EW ganze 9 Landeskaiser und den ganzen Hofstaat dazu inmitten der EU mit 500 Mill. EW ganze 9 Landesgesetzgebungen wo uns doch die EU bereits über 80 % der Gesetze vorschreibt.
Niemand kann begründen wozu OÖ andere Gesetze, Verordnungen und Förderungen braucht als ein anderes Bundesland hat.
Genauso steht es mit dem Bundesrat, der noch KEIN einziges Gesetz seit seinem Bestehen verhindert hat sondern nur ein Auffangbecken für Parteigünstlinge dient.
Diese 9 Landegesetzgebungen abzuschaffen wäre die einfachste und gerechteste Einsparmöglichkeit gewesen und würde die MitbürgerInnen überhaupt nicht belasten.

el magnifico
31
10.2.2012, 07:58
ein ECHTER beitrag

wäre gewesen, wenn sich die länder abgeschafft hätten.

bayern -> bevölkerungsmäßig größer als österreich und braucht keine 9 "parlamente"

tschechien -> vor dem eu-beitritt noch die grenzen der "nuts-verwaltungsgrenzen" neu gezogen um an regionalförderungen der eu zu kommen ...

Chien de Pique
00
10.2.2012, 15:47
Sehen Sie es ein, so doch relativ große Gebiete lassen sich kaum als eine Einheit zentralistisch regieren; sogar Luxemburg ist schon auf zwei Ebenen unterteilt. 9 "Provinzen" hätten wir wohl

auch im Zentralstaat, weg fiele nur die parallele Gesetzgebung (wofür es absolut Argumente gibt, was aber durchaus auch Mehrkosten bedeuten könnte, weil man sich bei der Vereinheitlichung wohl meist eher an den oberen, teureren Standards orientieren würde!).
Entweder wir hätten dann auch weiter gewählte "Provinztage" mit eingeschränkter´, rein administrativer Kompetenz oder wir hätten 8 reine, eingesetzte Beamtenregierungen (Wien wäre wohl weiterhin ein Sonderfall, wie es auch nicht daran denkt, seine Bezirke und deren trotz minimaler Kompetenz demokratische Strukturen aufzugeben), worin ich keinen Gewinn sähe, nur weiteren Demokratieabau!

Chien de Pique
00
10.2.2012, 15:28
Eine Föderation in einen Einheitstaat zu verwandeln, ist natürlich prinzipiell möglich, aber es ist in der

ganzen jüngeren Weltgeschichte ausgesprochen selten passiert und noch seltener unter demokratischen Bedingungen und ohne Auflösung in Untereinheiten. Das ist ein absoluter Umbruch, eine Revolution, die das gesamte Staatswesen umstürzt und auf neue Beine stellt, wie gesagt, fast ohne Beispiel (man kann natürlich dafür sein, auch wenn sich mir das kaum erschließt, und die Verwaltung dadurch nicht zwangsläufiger wirklich weniger würde). Es wäre bei uns die III. Republik, beinahe tabula rasa, kaum ein Stein im System bliebe auf dem anderen. Das kann man nicht damit vergleichen, wenn Zentralstaaten die willkürlichen Grenzen ihrer Untereinheiten neu definieren; an 14 Regionen mit 14 Verwaltungssitzen und Parlamenten ist nichts Schlechtes!

Chien de Pique
00
10.2.2012, 15:27
Hm, Bayern hat aber 7 Bezirke, 7 Bezirksregierungen (sind allerdings Behördenregierungen) mit 7 RegierungspräsidentInnen und 7 Regierungssitze (München, Landshut, Bayreuth, Ansbach, Würzburg, Augsburg, Regenburg) und 71

Kreistage und gewählte Landräte. Diese Tage sind natürlich keine Parlamente, haben nur administrative Aufgaben, aber es sind in Summe fast 80 zusätzlich zum Landtag gewählte demokratische Versammlungen!
Natürlich ist das kein Föderalismus im Föderalismus, aber es ist eine auf mehr Ebenen als in Ö demokratisch ausgestaltete, dezentrale Verwaltung.
Und wahrscheinlich gerade deshalb eine ziemlich gute!
Um hier auch nur annährend gleichzuziehen, müssten wir vielmehr zumindest zusätzlich die Bezirke demokratisieren, Bezirkshauptmann/frau vom Volk wählen lassen und 83 gewählte Bezirkstage schaffen. Ich wäre klar dafür, uU selbst um den Preis des Föderalismus, aber es ist das Gegenteil dessen, was die DemokratieeinsparerInnen anstreben.

Mostbluzza
00
13.2.2012, 13:55
super das heisst dann,

wir können einen roten bürgermeister wählen und einen schwarzen bezirkshauptmann.

geil. mal was neues.

Fraho
00
11.2.2012, 06:20
Angestellter oder Beamter einer Landesregierung?

Es gibt keinen vernünftigen Grund für die Beibehaltung der Landtage seit wir in der EU sind.
Für den Vollzug haben wir die BHs.

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