Ungarn

Franken-Ausstieg kostete Banken 800 Millionen

András Szigetvari , 9. Februar 2012, 18:43

Wien/Budapest - Die Zwangskonvertierung von Fremdwährungskrediten in Ungarn wird die Banken im Land etwas mehr als 800 Millionen Euro (235 Milliarden Forint) kosten. Seit Ende September hatten Bankkunden in Ungarn die Möglichkeit, ihre in Schweizer Franken, japanischen Yen und Euro laufenden Kredite zu tauschen. Laut Gesetz mussten die Banken einen Fixkurs (180 Forint je Franken, 250 Forint je Euro) akzeptieren. Zum Vergleich: Ein Franken kostete am Donnerstag rund 239 Forint.

Bis Ende Jänner lief die Aktion, im Februar kann noch konvertieren, wer seine Tauschabsicht bereits bekundet hat und nachweisen kann, dass er über die Mittel verfügt, um seinen alten Kredit auszulösen.

Die ungarische Bankenaufsicht PSZAF hat inzwischen die Gesamtkosten der Aktion berechnet: Bis Ende Jänner wurden demnach 142.000 Hypothekendarlehen im Rahmen der Aktion getilgt, in 19.000 Fällen läuft die Bearbeitung noch. Damit hätten rund 18 Prozent der in Fremdwährungen verschuldeten Eigenheimbesitzer den Tausch in Anspruch genommen. Die Errechnung der Kosten ist komplex: Die PSZAF hat die Differenz zwischen realem und fiktivem Wechselkurs genommen. Die ungarische Regierung hat Banken zugestanden, ein Drittel der Verluste von der Bankensteuer abzuziehen - so kommt die PSZAF auf die rund 800 Millionen Euro.

Die Raiffeisenbank International gab Donnerstag an, dass sie die Aktion 76 Millionen Euro kosten wird, das ist etwas mehr als zuletzt angenommen. Die UniCredit Ungarn (Tochter der Bank Austria) hat für die Konvertierung Rückstellungen in Höhe von 60 Millionen Euro gebildet. Diese Summe sollte nach Angaben der Bank zur Deckung der Verluste ausreichen. Am teuersten wird es für die Erste Bank: Sie hat in der Bilanz mit 200 Millionen Euro vorgesorgt, dieser Wert wird nach Angaben des Kreditinstitutes nicht überschritten werden. (András Szigetvari, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 10.2.2012)

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Oddo Wolf
02
25.2.2012, 08:26
Das Bangster-Gsindl mit der Lizenz zum Falschgeld drucken hat sich allein durch Wechselkursgewinn 32.000 Mio Euro in die Taschen gestopft.

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800 Mio. Verluste. Mir kommen auch gleich die Tränen.
Schluss jetzt mit den Krokodilstränen. Ihr Jammerlappen von Bankern habt allein nur am Wechsekurs zwischen Franken und Forint 32.000 Mio verdient. Das 40-fache. Ohne die Zinsen. Dazu könnt ihr sicher noch ein paar 1000 Häuser einsacken von Ungarischen Bürgern, die in den kommenden 10-15 Jahren noch zahlungsunfähig werden. Das ganze noch gegen völlig risikoloses Luftgeld, das ihr per Mausklick am Computer generiert habt.
Unverschämte Abzocker! freche Räuberbande! Bangster-Gsindel mit der Lizenz zum Falschgeld drucken.

Ischgl
00
10.2.2012, 13:46
Exakt 37,5% mehr!

bei raiffeisen ist der Schaden um 37,5% mehr als noch vor ca zwei Wochen angekündigt. Entweder können die Herren dort niocht Rechnden, haben keinen Überblick oder hoffen auf die vergesslichen Aktionäre und Leser. Fas 40% mehr schaden in weniger als einem Monat. Für mich sind das keine Peanuts, sondern erodieren mein Vertrauen in die Qualitäten und der Ehrlichkeit dieser sogenannten Manager.

Chris Quast
00
22.2.2012, 19:00

jetzt musst mir aber schon erklären wie banker richen können wer ihrer kunden das angebot des staates annimmt. gut sie wissen über die finanziellen möglichkeiten jedes einzelnen kunden bescheid, die zahlungsbereitschaft der kunden, ihr umfeld, mögliche kurzfristige änderungen der regierung (zB mehr umstiegshilfen) abzuschätzen ist aber schon nicht mehr so trivial.
weiters heißt es dass teile der verluste über die bankensteuer refundiert wird. weiß man schon genau wieviel bankensteuer zu zahlen sein wird.

also so einfach ist das nicht

Vlado Tatko
01
10.2.2012, 10:03

Es ist interessant, dass bisher hat niemand die Höhe der Hypotheken in Ungarn, der Tschechischen Republik und in der Slowakei verglichen.
In Ungarn sind eine Hypothek durchschnittlich 20 000 EUR,
in der Slowakei 40 000 Euro,
in der Tschechischen Republik ist 60 000 EUR.
Während die Tschechen und Slowaken ihren Verpflichtungen reibungslos zurückzahlen, Die Ungarn mit vergleichbarem Einkommen haben die Probleme die Hälfte oder sogar ein Drittel zurückzahlen. Wo ist ihr Stolz? Das war nur eine bloße Schlauheit ist klar, weil sie die meisten der Schulden mit Bargeld bezahlt haben

Walter B.Stechlich
02
10.2.2012, 09:19

also wie ich 2002 meinen hausbau finanziert habe, habe ich mich für ein bauspardarlehen entschieden.
mir war das risiko eines fw-kredites einfach zu hoch, damals vor allem aber hinsichtlich des tilgungsträgers.

ach was haben da alle gelacht und mich feig und rückständig genannt. jahrelang haben sie mir ihre, ach so großen buchgewinne vor die nase gehalten.

und jetzt - großes wehklagen und schimpfen auf staat, banken, gott und die welt.

wer nicht entmündigt ist, kann selber entscheiden, aber er sollte das produkt welches er erwirbt auch verstehen. ich halte es für eine sauerei, dass sich die ungarn jetzt an den banken abputzen. das zahlen dann alle via höheren gebühren, zinsen und dgl. zurück.

Chris Quast
01
22.2.2012, 19:13

gestern in orf3
ein interview von peter huemer mit hr. gauck (noch vor seiner präsibestimmung).

gauck sagte da einen netten satz.
gab beispiel von 2 banker (eher kleinere privathäuser) die die krise relativ gut durchdauchten weil sie keine "giftigen" papierl hatten.
der ein meinte. "er hat dort nicht investiert weil er sie nicht verstand"
der andere "er hat dort nicht investiert weil er sie verstand".

Kühnemund
00
10.2.2012, 11:56

Gratuliere Ihnen zu ihrer Entscheidung aus 2002.
Möchte ihnen aber auch gleichzeitig sagen, dass jede Finanzierungsart seine Berechtigung hat, und jeder sich frei entscheiden sollte was für ihn das Angenehmste ist!

Ich habe mich im selben Jahr wie sie für einen Yenkredit entschieden, dann in den Franken gewechselt und seit ca. 2009 bin ich im Euro. Dank unserer Gesetze ist das möglich gewesen. Ich habe dadurch nicht nur einen realen Gewinn mitnehmen können (2008 hatte ich OHNE Tilgungen 10% weniger Schulden als 2002), sondern habe nie über 3% Zinsen gezahlt! Nach über 10 Jahren habe ich gegenüber einem Bauspardarlehen extrem viel sparen können.

Sandor Kocsis
00
10.2.2012, 10:28

Nur in Ungarn wären sie trotzdem der Dummen, weil sie auch noch die Spekulanten auf Kundenseite querfinanzieren würden

Doc Steel
42
10.2.2012, 07:52
und wer soll den ungarn

jetzt noch einen cent leihen?

ein kurzsichtiger schuß ins knie.

ungarn ist de facto bankrotter als griechenland.

mike sierra
00
10.2.2012, 10:23

Den Ungarn sollten die Banken eben nur Forint leihen (Privatkredite).

Señor Mascarenas
45
10.2.2012, 02:29
Mit dieser Sache werden sich nun...

... internationale Schiedsgerichte beschäftigen.
Und der ungarische Staat wird die Rechnung präsentiert bekommen.
Raub zahlt sich nicht aus!

mike sierra
00
10.2.2012, 10:24

So wie es aussieht, haben sich die Banken ja schon mit dem ungarischen Staat geeinigt.

contact
13
Das dicke Ende kommt erst noch!

Die, die Geld haben oder noch bekommen, haben ihre Kredite jetzt günstig zurück bezahlt. Die Banken verlieren dabei 800 Mio. Dieses Klientel hat Orban gut bedient.
Ein Großteil der übrigen Kredite ist wohl faul, der Schaden noch nicht beziffert. Die Kreditnehmer verlieren ihre Häuser, die für die Banken keinen Wert darstellen, weil der Immobilienmarkt zwangsläufig zusammen brechen muss.

Hans-Günther Koch
106
Verlust?

Wieso haben die Banken Verluste? Das sind doch nur entgangene Gewinne aus Währungsspekulationen, bei denen sonst immer die Kunden über den Tisch gezogen werden.
Diese Aktion der Ungarn ist nachahmenswert!

. Diogenes
10
22.2.2012, 14:27
Lassen sie sich

von jemandem der sich in der Materie auskennt erklären, warum das für die Banken ein realer Verlust
ist den sie als österreichischer Bankenkunde über
höhere Bankspesen mitfinanzieren dürfen. Ich denke
ein HAK Schüler oder ein WU Student im 1.Semester kann sie da aufklären.

Kühnemund
11
10.2.2012, 11:59

Raub, Enteignung und Diebstahl sind also nachahmenswert?
Naja so wie sie denken leider alle und wählen ständig "sozial" und wundern sich dann wenn immer alles teurer wird...

Sandor Kocsis
01
10.2.2012, 10:30

und damit bestrafen Sie die Klugen, die wohlweislich keinen FWK aufgenommen haben.

Die haben damals drauf gezahlt, und nun dürfen sie nicht aussteigen.

Hingegen die Profiteure und Spekulanten auf Kundenseite, denen wird auch noch nachträglich recht gegeben.

Ich finde das gar nicht nachahmenswert.

Rufus 666
36
10.2.2012, 08:32
Die Logik der kranken Kommunistengehirne.

Zur Info: Der "Spekulant" ist in dem Fall der Kreditnehmer. Die Bank ist lediglich der Dienstleister, der ihm diese Spekulation ermöglicht. Der Kreditnehmer wurde auch nicht in die Irre geführt, denn bei SF-Kredite wird JEDER umfangreich aufgeklärt und gewarnt. Aber im Tatsachenverdrehen haben Kommunisten ja Übung. Die erfinden ja auch immer eine imaginäre Bevölkerungsmehrheiten, die von ihnen vertreten werden.

Hans-Günther Koch
31
10.2.2012, 08:51
So kann man sich irren ...

bei den Kommunisten war ich sog. Staatsfeind, das ist aktenkundig.
Die umfangreiche Beratung der Banken ist natürlich ein Witz; die Berater sind Verkäufer! Beim Verkauf der Schrottpapiere in den letzten Jahren sollte das eigentlich jeder urteilsfähige Mensch verstanden haben.

Nichtschweiger
 
26
10.2.2012, 09:00
Man sollte sich halt bei einem Thema....

...von dem man keine Ahnung hat, nicht zu Wort melden!

Bei den Fremdwährungkrediten sind das keine entgangene Gewinne sondern reale Verluste für die Banken! Obwohl schon mehrere Poster geantwortet haben habe ich das Gefühl sie haben das noch immer nicht verstanden!

Marquis de Sade
 
03
10.2.2012, 08:04

kleiner Tip: die Bank gewinnt auch nix, wenn ein Kunde bei Währungsspekulationen verliert und verliert nix, wenn er gewinnt.

Wenn die Bank allerdings beim Kurs nix gewinnen kann (lebt nur von der Zinsmarge und im FX-Kredit von einer Devisenprovision), dann aber den Kursverlust des Kunden zum Teil abdecken soll, ist ein Haufen Geld weg.

globetrottel
12
10.2.2012, 07:19

ES scheint Ihnen nicht ganz klar zu sein, wie so ein Frankenkredit funktioniert.
Die Banken borgen sich Franken aus, geben sie an die Kreditnehmer weiter, und müssen Franken zurückzahlen. Von den Kreditnehmern kriegen sie aber nur Forint, für die sie weniger Franken zum Zurückzahlen kaufen können, als sie hergeborgt haben.

Wenn sie das ein bisserl durchdenken, könnten Sie Ihre "entgangenen Gewinne" vielleicht relativieren...

Hans-Günther Koch
00
10.2.2012, 09:05

Es scheint vielen nicht klar zu sein, dass bei Krediten die Banken nicht etwa real vorhandenes Geld weitergeben, sondern die Geldmenge erhöht wird. Da die Banken ihre Geschäfte mit Filialen auch in Ungarn betreiben, ist die Berechnung Franken nur eine Buchungsfrage, somit bleibe ich dabei: Währungsspekulation mit Informationsvorteil der Banken.

globetrottel
10
10.2.2012, 11:47

Siehe Marquis de Sade und Nichtschweiger oben. Jede weitere Erklärung erübrigt sich. Lieber Herr Schuster, Ihr Leisten ist offensichtlich woanders - bitte bleiben Sie dabei.

Andreas Prucha
03
Najo. I bin da bei dem Thema etwas unschlüssig. Ich glaub ma muss schon von beiden Seiten betrachten. Diese Währungsspekulation hätte auch gut gehen können.

Dann wäre das Geschrei gross gewesen, wenn der Staat nachträglich eingegriffen hätte und eine "Spekulationsgewinnsteuer" von den Kreditnehmern verlangt hätte. Umgekehrt kanns natürlich sein, dass einigen nicht klar war, worauf sie sich einlassen - oder eben einen übertriebenen Optimismus an den Tag gelegt haben.

Die Banken können natürlich einen realen Verlust haben: Die haben auch Verpflichtungen in Franken aus den Krediten, bekommen diese Franken aber natürlich nur zum realen Kurs, nicht zum verordneten. Umgekehrt kanns sein, dass die Banken lieber so einen Grossteil bekommen, als das Risiko aufrecht zu erhalten und dann aufgrund der Lage in Ungarn noch weniger zu bekommen.

Sind halt 2 Seiten einer Medaille.

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