Zelltod bringt antivirale Immunantwort in Fahrt

11. Februar 2012, 13:06
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Neue Erkenntnisse bieten vielversprechenden Ansatz für Impfungen gegen HIV, Hepatitis, Malaria und Krebs

Genf - Schweizer Wissenschafter haben ein Molekül entdeckt, das den Körper bei einer Virusinfektion zur effizienten Abwehrreaktion anregt. Der Mechanismus, bei dem T-Killerzellen im Blut aktiviert werden, könnte dabei helfen, neue Impfmethoden zu entwickeln.

Forscher um Daniel Pinschewer von der Uni Genf haben gemeinsam mit Kollegen aus Berlin einen neuen Mechanismus zum Ankurbeln der Immunreaktion nach einer Impfung entdeckt. Wie die Wissenschafter im US-Fachmagazin "Science" berichten, wird diese Art der Immun-Alarmierung erst in Gang gesetzt, wenn ein Virus bereits bestimmte Körperzellen getötet hat.

Sterben diese Zellen ab, setzen sie unter anderem ein Eiweiß namens Interleukin 33 (IL-33) frei. Bei Mäusen wiesen die Forscher nach, dass erst IL-33 zu einer kräftigen Immunantwort durch T-Killerzellen, auch bekannt als cytotoxische T-Zellen, führt. Mäuse, die genetisch so verändert waren, dass ihr Immunsystem IL-33 nicht erkennen konnte, waren auch nicht in der Lage, die Infektion abzuwehren.

Vielversprechender Ansatz gegen HIV, Hepatitis und Krebs

Laut den Forschern könnte IL-33 benutzt werden, um zum Beispiel mit einer Impfung die Immunabwehr zu verstärken. Solche Impfmethoden sind laut ihnen nicht nur gegen Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis oder Malaria vielversprechend, sondern auch gegen Krebserkrankungen. Denn T-Killerzellen können auch Tumorzellen abtöten. (APA, red)

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