Spätestens im März werden neun brandneue Puch-Modelle auf den Straßen zu sehen sein, darunter fünf E-Bikes - Zweiradhändler Josef Faber hat sich der österreichischen Traditionsmarke angenommen
Der österreichische Piaggio-Generalimporteur Faber hat die Rechte an der Marke "Puch" für
Fahrräder gekauft und lässt nun Citybikes und E-Bikes produzieren, berichtete das "WirtschaftsBlatt" Anfang Jänner. Das Ziel sei, ein leistbares Qualitätsprodukt für die breite Masse herzustellen.
Nun gibt es konkrete Informationen, wann die neue Puch-Fahrrad-Generation auf den Markt kommen wird. Unter den neun neuen Modellen findet sich auch ein Transportrad namens "Dienstmann" mit einem Front-Gepäckträger. Die fünf E-Bike-Modelle sind vom Design her an das Puch-Waffenrad angelehnt. Wir haben Josef Faber ein paar Fragen gestellt.
derStandard.at: Warum hat sich Faber zum Eintritt in den Fahrrad- und Pedelec-Markt entschlossen?
Josef Faber: Faber
sieht sich als Marktgestalter im Bereich der Nahverkehrs- und
Freizeitmobilität. Dazu gehört natürlich auch das Fahrrad und
Elektrofahrrad. Wir sehen in diesem Markt noch ein enormes
Wachstumspotenzial. Außerdem passt die Marke Puch perfekt zu unserer
Unternehmensphilosophie.
derStandard.at: Wie sind Sie auf die Traditionsmarke Puch gekommen?
Faber: Wir wollten
zuerst eine Eigenmarke entwickeln, konnten jedoch im Zuge unserer
Recherchen den Kontakt zum Markeninhaber, der Firma Cycleurope, einem
der größten europäischen Fahrradproduzenten, herstellen und uns die
Exklusivvertriebsrechte für diesen für Österreich so wertvollen
Markennamen Puch sichern.
derStandard.at: Wo liegt die Zielgruppe für die neuen Fahrräder?
Faber: Die Zielgruppe ist sehr breit und reicht
von jungen, dynamischen Fahrern und Fahrerinnen bis zu den Best Agern, die mit der
Marke Puch ein Stück Jugend verbinden. Auf einem neuen Puch-e mit
bequemer E-Bike-Unterstützung zu sitzen schätzen aber alle, die es einmal
ausprobiert haben - egal wie alt oder jung sie sind.
derStandard.at: Wo werden die neuen Puch-Räder vertrieben und wann werden wir sie kaufen können?
Faber: Puch-Räder werden österreichweit im Fahrradfachhandel erhältlich sein. In Kürze, jedoch
spätestens zu Saisonstart im März werden alle neun für den Start 2012
entwickelten Modelle im Fachhandel erhältlich sein.
derStandard.at: Was ist das Verkaufsziel an Fahrrädern und E-Bikes im ersten Jahr?
Faber: Wir
starten 2012 mit rund 2.000 Rädern, für 2013 peilen wir zirka 4.000 Räder und
mittelfristig - in vier bis fünf Jahren - 10.000 Räder an. Die
Modellpalette wird dabei jedes Jahr weiterentwickelt und kontinuierlich
erweitert. (tin, derStandard.at)
Fahrrad-Historie der Puch-Werke:
1889 gründet Johann Puch (1862 - 1914) eine kleine Werkstatt mit dem Namen "Fahrradfabrikation Strauchergasse 18a" in Graz. Ab 1900 nimmt die Firma Puch auch die Produktion von Motorrädern, Mopeds und Automobilen auf. 1928 Fusion mit den Austro-Daimler-Werken mit Sitz in Wiener Neustadt.
In den 1930er Jahren entsteht aus dem "Austro-Daimler-Rad" die Serie "Silber Rad", die heute als absolute Rarität gehandelt wird. Auch die Serie "Chrom Rad" und das 1938 produzierte "Panther Rad" sind Puch-Fans bis heute ein Begriff. Die Fahrradserien der 1950er Jahre mit den klingenden Namen "Puch Jungmeister", "Puch Bergmeister" und "Puch Mistral" sind auch heute begehrte Stücke.
1978 wird das Rad als Sport- und Freizeitgerät mit aerodynamisch geformten Komponenten perfektioniert und das Know-how im Bereich der Leichtbauweise für die Produktion genutzt. 1979 steigt Puch in den Rennsport ein. Der RC ASKÖ Knittelfeld wird eine fixe Größe im österreichischen Radsport und bekannte Fahrer wie Rudolf Mitteregger, Harald Maier, Hans Lienhart und Leo Karner führen das Team von Sieg zu Sieg.
In den 1980er Jahren zeigen das innovative Konzept der Rahmenklebung des Leichtmetallfahrrads "Puch Alutron" und
Fortschritte bei der aerodynamischen Forschung neue Wege der Fahrradproduktion auf.
1987 wird die Fahrradsparte der Marke Puch an die italienische Firma Bianchi verkauft. 1997 geht Bianchi mit der Marke Puch an den schwedischen Fahrradkonzern Cycleurop über.
2011 übernimmt das Familienunternehmen J. Faber GmbH die Verantwortung für die Fahrradmarke Puch. Die neuen Puch-Räder werden von Cycleurop in Frankreich produziert.