Bunter Jubiläumsmix

9. Februar 2012, 17:28
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Das Jazzit feiert am Freitag seinen zehnten Geburtstag mit Gästen wie Saxofonist David Murray und dem Sextett Baba Zula

Salzburg - Das Jazzit ist aus der Salzburger Musikszene nicht mehr wegzudenken - ein Ort, in dem Jazz nicht so eng definiert wird, sondern auch Tanzbodenunterhaltung oder Experimentelles beinhaltet. Begonnen hatte die Reihe "Jazz im Theater" 1981 in einem Kirchenkeller, vor zehn Jahren fand man im Keller des KPÖ-Volksheims eine Bleibe. Aus Anlass des Jubiläums erschien im Eigenverlag das Buch Old & New Dreams (Jazzit Edition): mit Texten der Macher, von Musikern und Journalisten (etwa Standard-Mitarbeiter Andreas Felber) sowie Fotos von Markus Lackinger.

Heute kommt eine ganz spezielle Partyband: Saxofonist David Murray ist mit dabei, ein guter alter Avantgardist zwischen Freejazz, Bebop, Blues, afrokaribischen Rhythmen und Hip-Hop; in der Jazzit-Geburtstagsscombo sitzt sein oftmaliger Bühnen- und Studiopartner Hamid Drake am Schlagzeug. Bassist Stefan Kondert und Gitarrist Matthias Löscher vertreten die heimische Hip-Hop-Jazz-Szene.

Von Fatih Akins Filmhommage an die Musik Istanbuls, Crossing the Bridge, kennt man den zweiten Gratulanten: Das Sextett Baba Zula ist vom Altmeister der türkischen Folklore, Orhan Gencebay, inspiriert.

Der brachte die Saz (anatolische Langhalslaute) in die Metropole, Baba-Zula-Bandleader Murat Ertel spielt sie elektrisch verstärkt. Ein Mix aus traditionellem Liedgut, Rock, Dub-Reggae und Elektronik, den auch Einstürzende-Neubauten-Gitarrist Alex Hacke goutiert. Vor Jahren nahm Baba Zula mit dem Produzenten Mad Professor das Album Psychebelly Dance Music auf. Der Titel ist Programm, denn zur Show gehören normalerweise Bauchtänzerinnen. (Gerhard Dorfi  / DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2012)

Salzburg, Jazzit, 0662/88 32 64, 20.30

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    Saxofonist David Murray beschenkt das Salzburger Geburtstagskind wohl mit energischem Spiel.

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