Das Jazzit feiert am Freitag seinen zehnten Geburtstag mit Gästen wie Saxofonist David Murray und dem Sextett Baba Zula
Salzburg - Das Jazzit ist aus der Salzburger Musikszene nicht mehr
wegzudenken - ein Ort, in dem Jazz nicht so eng definiert wird, sondern
auch Tanzbodenunterhaltung oder Experimentelles beinhaltet. Begonnen
hatte die Reihe "Jazz im Theater" 1981 in einem Kirchenkeller, vor zehn
Jahren fand man im Keller des KPÖ-Volksheims eine Bleibe. Aus Anlass des
Jubiläums erschien im Eigenverlag das Buch Old & New Dreams (Jazzit
Edition): mit Texten der Macher, von Musikern und Journalisten (etwa
Standard-Mitarbeiter Andreas Felber) sowie Fotos von Markus Lackinger.
Heute kommt eine ganz spezielle Partyband: Saxofonist David Murray ist
mit dabei, ein guter alter Avantgardist zwischen Freejazz, Bebop, Blues,
afrokaribischen Rhythmen und Hip-Hop; in der Jazzit-Geburtstagsscombo
sitzt sein oftmaliger Bühnen- und Studiopartner Hamid Drake am
Schlagzeug. Bassist Stefan Kondert und Gitarrist Matthias Löscher
vertreten die heimische Hip-Hop-Jazz-Szene.
Von Fatih Akins Filmhommage an die Musik Istanbuls, Crossing the Bridge,
kennt man den zweiten Gratulanten: Das Sextett Baba Zula ist vom
Altmeister der türkischen Folklore, Orhan Gencebay, inspiriert.
Der brachte die Saz (anatolische Langhalslaute) in die Metropole,
Baba-Zula-Bandleader Murat Ertel spielt sie elektrisch verstärkt. Ein
Mix aus traditionellem Liedgut, Rock, Dub-Reggae und Elektronik, den
auch Einstürzende-Neubauten-Gitarrist Alex Hacke goutiert. Vor Jahren
nahm Baba Zula mit dem Produzenten Mad Professor das Album Psychebelly
Dance Music auf. Der Titel ist Programm, denn zur Show gehören
normalerweise Bauchtänzerinnen. (Gerhard Dorfi / DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2012)
Salzburg, Jazzit, 0662/88 32 64, 20.30