Frust

Ärzte sprachen Spitze der Med-Uni Innsbruck Misstrauen aus

9. Februar 2012, 15:46

Ringen um Finanzloch geht weiter - Bundesärzte schlossen sich Einsparungsmaßnahmen mehrheitlich an

Innsbruck - Das Ringen um das an der Medizinischen Universität Innsbruck klaffende Finanzloch von rund 5,4 Millionen Euro ist um eine Facette reicher. Der Uni-Spitze wurde nämlich bei einer für Mittwoch und Donnerstag angesetzten Betriebsversammlung das Misstrauen seitens der Ärzte ausgesprochen. Das Rektorat wollte vorerst keinen Kommentar dazu abgeben. Die Bundesärzte sprachen sich aber dennoch großteils für die Vorschläge des Rektorats aus, darunter ab 1. April keine Nacht- und Wochenenddienste mehr zu leisten.

Sprecherin: "Arbeiten an positiver Lösung"

"Dass die Mehrheit der Bundesärzte gestern den Vorschlägen zu den Einsparmaßnahmen vom Universitätsrat, Rektorat, Senatsvorsitzenden sowie den Betriebsratsvorsitzenden zugestimmt haben, sollte es keine Lösung zur finanziellen Situation der Medizinischen Universität bis Ende Februar geben, ist positiv", erklärte eine Sprecherin in einer Aussendung am Donnerstag. Jetzt sei es wichtig, sich auf die Gespräche in der nächsten Woche mit dem Bundesministerium zu konzentrieren. "Wir arbeiten gemeinsam an einer positiven Lösung", hieß es.

Halb so viel Einkommen

Medienberichten zufolge ist bei der Betriebsversammlung besonders der Frust über die eigene Uni-Führung deutlich geworden. Es gehe um einen "aufgeblähten Verwaltungsapparat im Allgemeinen und das Rektorat und den Unirat im Speziellen", berichtete die "Tiroler Tageszeitung" am Donnerstag. Senatsvorsitzender Martin Krismer sah beispielsweise "Medizinrektor Herbert Lochs nach dem Misstrauensvotum der Ärzte sicherlich geschwächt". Er selbst verstehe den Unmut der Mitarbeiter. "Ich war bei der Versammlung und konnte den Druck der Mitarbeiter verstehen, die von den Maßnahmen bedroht sind", wurde Krismer auf der Webseite des ORF-Radios Tirol zitiert. Manche von ihnen würden 30 bis 50 Prozent ihres Einkommens verlieren, weil sie keine Wochenenddienste und keine Journaldienste mehr leisten dürften.

Forderung nach Finanzaufsicht

Weiters wurde gefordert, dass das Ministerium die Medizin-Uni Innsbruck unter Finanzaufsicht stellen solle. Der Senatsvorsitzende beurteilte das als nicht notwendig. Sobald die wichtigsten Probleme in Bezug auf die Finanzierung der Universität gelöst seien, das heißt ein Zusammenarbeitsvertrag mit der Tilak bestehe und die Frage des medizinischen Mehraufwandes beantwortet sei, werde auch die Uni wieder in der Lage sein, ihre finanziellen Probleme selbst zu lösen, meinte Krismer. (APA)

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10 Postings
Mario Ahner
01
10.2.2012, 11:04

Es ist bemerkenswert, dass ein Großteil der Ärzte trotz des Einkommensverlustes dem Vorschlag zugestimmt hat, um Kündigungen von KollegInnen zu vermeiden. Danke für die Solidarität!

Dr. Freidank
101
Seit Innsbrucker Ärzte lebende Schweine im Schnee vergraben haben,

um ein sinnloses Experiment durchzuführen, hat diese Uni bei vielen Menschen an Ansehen eingebüßt. Obwohl Rektor Lochs nach dem Schweine-Skandal von Sölden der ganzen Med-Uni einen Maulkorb verordnet hatte, wurde der Fall - als Beispiel von Grausamkeit und Unmenschlichkeit in bizarrer Paarung mit Sinnlosigkeit - weltweit bekannt.

Die Ausgangsbedingungen der Versuchsanordnung waren nämlich – auch für den Laien leicht ersichtlich – wissenschaftlich so indiskutabel, dass sich die Öffentlichkeit zu Recht fragte, wie Tierversuche an dieser Uni im Allgemeinen aussehen, welche Fragestellungen welchen Settings zugrunde liegen etc.

Das ist umso bedauerlicher, als die meisten Ärzte und Ärztinnen an dieser Uni Herausragendes leisten!

uni kum
01
10.2.2012, 11:05

Wer sind Sie, dass Sie sich anmaßen, über die "Sinnlosigkeit" von Experimenten zu urteilen?

jack johnson
 
10
10.2.2012, 09:48
Herr Lochs weltweit bekannt????

in seinen feuchten träumen vielleicht....

ansonsten: epic fail

Hefeweizerlbier
04
Die Schweine wurden vorher tierärztlich narkotisiert

In Ö werden jährlich über 5 Mio. Schweine geschlachtet. Denen geht es nicht so gut, angefangen von Haltung über Transport bis Schlachthofstress.

Got Your Nose!
00

der den studenten gut bekannte verantwortliche professor schmollt noch heute dass er das experiment nicht fertig machen durfte. aber der ist sonst auch ein bisschen eigen.

molekühl
110

Das Problem bei dem Experiment war eher, dass sich gezeigt hat, dass in Österreich hysterisch g'schaftelnde (Verzeihung! - "politsch engagierte") Hausfrauen mit (max.) Handelsschulabschluss entscheiden, was geforscht werden darf, und was nicht.
Zumindest wenn sie dabei von Provinzdodel-Journalisten bei orf.at und tirol.com unterstützt werden, deren Bildungsniveau einen halben Meter unter der Schneedecke liegt.
Sowas merkt man sich, und sowas treibt Forscher in die Schweiz und in die USA.

austromir
 
02
Die vergrabenen Schweine

sind das geringste Problem der Med-Uni Innsbruck. Was ist mit den verpfuschten Patienten?

Jake Gittes
14

Eine weitere Erfolgsgeschichte der Blau-Schwarzen Regierungsjahre.

R.U.GAY
00
10.2.2012, 08:06
Dies dachte ich mir auch.

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