Vermögenskultur

Gott und das liebe Geld

Interview | Sigrid Schamall, 10. Februar 2012, 06:15
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    Tarek el Sehity: "In der Politik ist es inhaltlich still geworden. Dies ist ein interessantes Phänomen, das sich aus der scheinbaren Unabwendbarkeit einer wachsenden Gefahr ergibt: Man zeigt sich professionell bemüht und besorgt in der Behandlung der Symptome, vermeidet es aber, sich den Ursachen zuzuwenden."

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    Laut Studien blicken 87 Prozent der Bürger in Europa bei der Eurokrise nicht mehr durch. Politiker verkaufen unterdessen der Bevölkerung waghalsige Entscheidungen als das Selbstverständlichste der Welt.

    (Irina Naumenko während der Show "Varekai" des Cirque du Soleil 2008 in Wien.)

Der Herr gibt, der Herr nimmt - das könnte man auch über den Euro sagen. Wie weit sich eine Politik-Elite dabei winden kann, erklärt Geldpsychologe Tarek el Sehity

Während das Land vor dem Abgrund steht, scheint die griechische Politikspitze lange und beharrlich mit der Unterstützung der Geberstaaten zu spielen. Kompromisse werden versprochen, aufgeschoben und nicht eingehalten, Entscheidungen getroffen, die nur noch eine kleine Elite versteht. Leidtragende sind die Bürger. Sie werden von Regierungen regiert, die sie nicht gewählt haben. Tarek el Sehity, Experte für Vermögenskultur und Vermögenspsychologie, erklärt im Interview mit derStandard.at, warum Edelmetalle wirtschaftliche Sicherheit bieten, unser gegenwärtiges Geldsystem kein Sparen mehr erlaubt, was Italien mit den GUS-Staaten verbindet und Gott mit Geld.

***

derStandard.at: Ist das Vertrauen in unser Wirtschaftssystem verloren gegangen?

El Sehity: Die wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Situation, in der wir uns momentan befinden, gleicht einem gigantischen Autobus, ausgestattet mit Sicherheitsgurten in der ersten Reihe und keinen dahinter. Einem Bus, der sich mit beschleunigter Geschwindigkeit einer uneinsichtigen Stelle nähert. Insassen der zweiten und dritten Reihe erkennen die Gefahr und beginnen sich nach Gurten umzusehen, während die hinteren Reihen auf ihren Bildschirmen die letzten Szenen eines Blockbusters verfolgen.

Erklärt sich das Verhalten der Insassen durch ihr unerschütterliches Vertrauen in die Fahrleistung des Fahrers? Ist es Vertrauen, das kaum jemanden nach einem Sicherheitsgurt suchen lässt? Oder könnte es sein, dass man weder von Gefahr noch Gurt Kenntnis hat? Vertrauen setzt voraus, dass ich irgendwann eine Vertrauensentscheidung getroffen habe. Was unser Vertrauen in das Geldsystem betrifft, so sitzen wir gewissermaßen von Geburt an in diesem Bus und haben die Sicherheitsgurte sogar eigenständig entfernt. Dieser wirtschaftliche Sicherheitsgurt war über Jahrtausende in den verschiedensten entwickelten Kulturen das physische Edelmetall.

derStandard.at: Warum sollten Edelmetalle wirtschaftliche Sicherheit bieten?

El Sehity: Es hilft hier, sehr konkret die Situation eines Papiergeldbesitzers mit der eines Goldbesitzers zu vergleichen. Der Goldbesitzer vertraut in die physische Qualität des Metalls, das er in Händen hält und eigenständig auf Echtheit kontrollieren kann. Er muss seinen Fähigkeiten der Kontrolle vertrauen. Das Gewicht der Substanz informiert über den Handelswert. Der Papiergeldbesitzer überprüft die Sicherheitsmerkmale und liest den Nominalwert des Geldscheins. Alles an diesem Geldschein ist willkürlich von einer Institution entschieden, und sein Handelswert steht und fällt mit der Entscheidung dieser Institutionen. Der Goldbesitzer weiß, dass Edelmetalle kein Verfallsdatum haben. Der Geldscheinbesitzer kann sich bei der Institution über Geldmengenstatistiken informieren. Kurz: Während die Kaufkraft des Geldscheinbesitzers zu 100 Prozent von der Entscheidungswillkür einer Institution abhängt, ergibt sich die Kaufkraft der Edelmetalle aus ihrer natürlichen Limitierung.

derStandard.at: Eine nicht neue Erkenntnis?

El Sehity: Carl Menger, der Gründer der Österreichischen Schule, brachte es Ende des 19. Jahrhunderts auf den Punkt: Gold ist Geld, weil es nicht zerstörbar ist, leicht erkennbar und auch teilbar ist - alles Charakteristika, die ein hervorragendes Geld kennzeichnen. Dies ist wichtig, in Erinnerung zu rufen. Gerade die gegenwärtige neoklassische Ökonomie vertritt mit Vehemenz ein seltsames Geldmodell, in dem das menschliche Bedürfnis nach ökonomischer Sicherheit - der Grund unseres Sparverhaltens - als irrational und gar wirtschaftsschädlich erachtet wird.

derStandard.at: Die Folge?

El Sehity: Folglich finden wir eine Geldtheorie, in der das einfache Sparen einer Investition gleichgesetzt wird. Und tatsächlich erlaubt uns unser gegenwärtiges Geldsystem kein Sparen mehr. Jeder "Sparer" ist heute ein unbewusster Investor, jedes "Sparbuch" eine Anlage. Interessanterweise wird dies jedoch kaum erkannt beziehungsweise verstanden. Ich denke, wir wären gut beraten, uns in der gegenwärtigen Situation virtueller Umbrüche das substanzielle Wesen des Geldes in Erinnerung zu rufen. Auch die Sprache liefert uns hierzu einen Hinweis: Geld kommt von Gelten, Gültigkeit - eine Qualität, die besonders die zeitlosen Metalle gut beschreibt.

derStandard.at: Wie ausgeprägt ist das Verständnis bezüglich des Geldsystems generell?

El Sehity: Eine gemeinsame Studie mit Erich Kirchler (Professor für Wirtschaftspsychologie an der Universität Wien, Anm.) brachte ein erstaunliches Ergebnis: So meinen etwa 60 Prozent der Befragten, dass unser heutiges Geld durch Gold gedeckt sei. Tatsächlich existiert die Golddeckung je nach Land seit der Zwischenkriegszeit oder dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Unser globales Geldsystem operiert seit 1971 ohne Golddeckung.

derStandard.at: Was sagt dieser Befund für den Alltag aus?

El Sehity: Bezüglich Geld herrschen große Missverständnisse vor. Menschen haben sehr unterschiedliche Auffassungen von dem "Ding", das sie tagtäglich verwenden. Ihnen ist nicht zugänglich, wie das Papiergeld als Konzept aufzufassen ist, wie es funktioniert.

derStandard.at: Könnte man Geld als gesellschaftliche Religion ansehen?

El Sehity: In jeder Hinsicht. Dies verdeutlicht sich, wenn man die zeitliche Dimension in jedem Wirtschaftshandel berücksichtigt. Durch den Einsatz von Geld lösen wir ein zeitliches Problem: Ich zahle, also gebe Geld, damit ich Gut beziehungsweise Dienstleistung erhalte. Das Geld selbst stellt hier für den anderen ein Versprechen auf eine Gegenleistung dar und nicht die Gegenleistung selbst. Derjenige, der das Geld nimmt - der Verkäufer -, hofft darauf, dass er in der Zukunft dieses Geld gegen die erwünschte Leistung eintauschen kann. Interessant ist hierbei, dass wir bereit sind, gegen den Vorweis einer Geldmenge unser gesamtes Gut und vielleicht auch sehr viele Leistungen zu "opfern".

derStandard.at: Wie begründet sich diese Macht?

El Sehity: Wenn man danach sucht, wie sich die Macht dieser Papiere begründet, so findet sich der einzige konkrete Hinweis in einer Gesetzesstelle, die das Papier als gesetzliches Zahlungsmittel ausweist. Kaum jemand kennt den konkreten Gesetzestext, und wer ihn kennt, nimmt wenig Verbindlichkeit in diesem wahr. Die Macht, die vom Papier ausgeht, ist sprichwörtlich ungedeckt, blank. Dort, wo jemand oder etwas die zukünftige Gegenleistung garantieren soll, befindet sich tatsächlich nichts beziehungsweise niemand. Wir glauben einfach daran und organisieren uns über diesen Glauben. Unsere Wirtschaftswissenschaften erfüllen hierbei die Aufgabe der mittelalterlichen Scholastik - zu beweisen, was nicht ist - und teilen hierbei leider auch viele fundamentalistische Züge mit ihr.

derStandard.at: Man kann demnach von einem "Glauben" in das Geld sprechen?

El Sehity: Ja. Religion in ihrer Begrifflichkeit von "religere" bedeutet so viel wie "zusammenbinden". Dort, wo wir einander nicht ausreichend vertrauen, um etwas füreinander zu tun, geben wir Geld. Wir geben und nehmen es, weil wir daran glauben, dass es auch die anderen tun. Der Funktion des Geldes liegt also notwendigerweise eine Gläubigkeit zugrunde. Betrachten wir den US-Dollar: "In god we trust". Hier appelliert der Geldschöpfer (die US-Notenbank, Anm.) sehr geschickt an den mächtigen mentalen Prozess des unbelegten Glaubens. Und tatsächlich findet sich in diesem Glauben die Grundlage für unseren freien Handel. Wir hoffen darauf, dass der Handelspartner unseren Glauben teilt und vor allem: dass man Gut und Leistung für Geld bekommt. Wesentlich allgemeiner und tragender findet sich dieses gesellschaftliche Ordnungsprinzip in den Religionen. Kommen wir überein, dass wir beide Katholiken, Moslems oder Juden sind, verlassen wir uns auch darauf, dass bestimmte Handlungen zu unterlassen und andere erstrebenswert sind. Dies vereinfacht das gesellschaftliche Zusammenleben enorm.

derStandard.at: Was bedeutet das für unsere Währungen?

El Sehity: Die zeitlosen Metalle sind durch reputationsreiche Finanzinstitutionen ersetzt worden, die seit einigen Jahrzehnten scheinbar so gut wie Gold funktionieren. Die Psychologie dieser Institutionen ist notwendigerweise eine auf Stabilität, Macht und Ruhe gemünzte. Ebenso Privatbanken: Garanten von Versprechen und Verträgen. Die gute gesellschaftliche Reputation dieser Institutionen bildet wortwörtlich die Substanz des Papiergeldes. Die Finanzinstitutionen verlieren seit Beginn der Finanzkriese ihre gute Reputation uns somit ihren Geldstatus. Welches Geldsystem auch immer unser gegenwärtiges ersetzen wird, es kann sich nicht der verlorenen Reputation unserer bestehenden Institutionen bedienen.

derStandard.at: Wenn Geld Vertrauen oder Religion ist, wie fühlt sich dann der Grieche, wenn sein Land pleite ist?

El Sehity: Jene, die verstehen, was passiert, fühlen sich verraten, die übrigen erleben Panik. Wer keine Vorstellung von der Natur des wirtschaftlichen Zusammenbruchs hat, hat keinen Handlungsplan zur Verfügung, um an einer Lösung zu arbeiten. Eine vorrübergehende Orientierungslosigkeit tritt ein, und die Suche nach Erklärungen und Schuldigen aktiviert sich. Man verdeutliche sich dies: All das, woran der Grieche geglaubt hat, für das er gearbeitet hat, löst sich innerhalb weniger Monate auf, ohne persönlich etwas verschuldet zu haben. Was zu befürchten ist, sind die populistischen Erklärungen, die den sinnlosen Kampf zwischen den Ärmsten anheizen werden. Wenn man die Ergebnisse aktueller Studien bedenkt, wonach 87 Prozent der Bürger bei der Eurokrise nicht durchblicken, aber dafür zahlen müssen, so lässt sich das Potenzial des gesellschaftlichen Unmutes kaum unterschätzen.

derStandard.at: Gerade im Fall Griechenlands kommen die versprochenen Reformen nur sehr zögerlich zustande ...

El Sehity: Es wird viel Falsches über die Medien transportiert: Nationalistische Klischees, wie die "faulen Griechen", oder die "korrupten Italiener", kommen hoch und werden als Erklärungsmodel für die Krise herangezogen. Man sollte zum Beispiel in Erinnerung behalten, dass "die" Griechen gegenwärtig von einer Regierung regiert werden, die sie nie gewählt haben, ebenso auch "die" Italiener. Man muss dringend von Pauschalierungen Abstand nehmen. Es geht um Menschen, Pensionisten, Familien mit Kindern und Jugendliche, die seit Jahren um ihre Zukunft betrogen werden. Die so genannten Reformen, die Sie ansprechen, betreiben meines Erachtens nichts als eine beschleunigte Verteilung von unten nach oben in mittlerweile historischen Proportionen.

derStandard.at: Was hat die Politik falsch gemacht?

El Sehity: In der Politik ist es inhaltlich still geworden. Dies ist ein interessantes Phänomen, das sich aus der scheinbaren Unabwendbarkeit einer wachsenden Gefahr ergibt: Man zeigt sich professionell bemüht und besorgt in der Behandlung der Symptome, vermeidet es aber, sich den Ursachen zuzuwenden. Höhere Steuern, weniger öffentliche Ausgaben, höheres Pensionsalter, geringere Pension usw. - ist uns die Pro-forma-Rettung dieses Finanzsystems so viel wert? Und wem denn wirklich? Im Falle von Griechenland geht es so weit, dass man für diese zweifelhaften Rettungsversuche dem Land seine staatliche Hoheit nimmt. Wirtschaftlich gesehen ist Griechenland gegenwärtig ein besetztes Land.

derStandard.at: Und Italien?

El Sehity: Die italienischen Medien verfolgen die Entwicklungen in Griechenland mit sehr viel Empathie. Innerhalb kürzester Zeit fanden wir in Italien Verhältnisse vor, die jenen der früheren GUS-Staaten ähneln: lange Schlangen bei der Nahrungsmittelversorgung. Dies sind leise und doch deutliche Vorzeichen einer nahenden Wirklichkeit. Unser gesellschaftliches Gefüge beginnt zu zerbrechen. Die wenigsten glauben noch an die gemeinsame Idee des Staates. Es ist abzusehen, dass sich nach den nationalen Eliten auch die nationalen Steuerzahler vom Gesellschaftsvertag verabschieden. Es ist zu fragen, ob wir diesem noch lange nachtrauern wollen, oder ob wir uns nicht schon aktiv um die Realisierung einer neuen Gesellschaft bemühen wollen. Die Geldfrage ist hierbei sicherlich eine der ersten, die zu klären ist. (ch, derStandard.at, 10.2.2012)

TAREK EL SEHITY ist seit 2009 Assistenzprofessor am Institut für Vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie (IVV) der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien Paris.

El Sehity studierte Psychologie an den Universitäten Paris 5 (René Descartes), Liechtenstein, Roma 1 (La Sapienza) und Wien. Seine Forschungsinteressen umfassen die sozialen und kognitiven Grundlagen des Wirtschaftslebens mit einem speziellen Schwerpunkt auf der Psychologie des Geldes und der Vermögenskultur.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 216
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Frédéric B.
23
11.2.2012, 08:18
Untergangsprophet

Es erschließt sich mir nicht, wie sich der "Glaube" an den Wert von Gold im Sinner der Übereinkunft, dass Gold zur Erzielung einer Gegenleistung der anderen Partei animiert, von dem "Glauben" an die Übereinkunft an die Papierwährung so massiv unterscheidet. Der größte Unterschied zur Religion besteht m. E. darin, dass es tatsächlich eine Institution gibt, welche den "Wert" des Geldes reguliert, wie angreifbar oder böse diese auch sein mag, und dass die Vereinbarungen die diesbezüglich getroffen sind eine reelle Grundlage haben. Untergangsprophezeiungen wie die obige ohne konkrete Verbesserungsvorschläge halte ich für sehr unkonstruktiv und sogar fahrlässig.

Apfelbaum
00
12.2.2012, 13:06
Gesetzliches Zahlungsmittel vs Goldstandard vs Leistungsdeckung

Mittelbar liegt im Goldstandard immer eine Leistungsdeckung durch den Emittenten vor, weil die Gewinnung von Edelmetallen den Einsatz von Arbeit und Ressourcen voraussetzt. Gold ist also die Manifestation bereits erbrachter Aufwendungen. Beim Papiergeld bzw. Gesetzlichen Zahlungsmittel haben wir selbst diese mittelbare Leistungsdeckung nicht mehr, im Gegenteil wechselt bei der Giralgeldschöpfung - und wir werden vom Gesetzgeber gezwungen im Umlauf befindliches Giralgeld als gesetzliches Zahlungsmittel anzuerkennen - die Deckungsverpflichtung vom Emittenten auf den Schuldner. Nicht mehr, der, der das Geld herausgibt, sorgt für seine Deckung, sondern der, der es als Zahlungsmittel anerkennt. Die Deckung liegt beim Schuldner, nicht Emittenten.

Hans Hosendonner<<3
01
13.2.2012, 08:25

das argument ,dass der wert des goldes durch den arbeitseinsatz bei der gewinnung gedeckt ist, ist aber nicht wirklich überzeugend.
nehmen wir ein paar alte computer oder mobiltelefone aus 1995: auch da stecken arbeitsleistung und material dahinter, aber dennoch ist so ein ding (und damit auch die arbeitsleistung) heute nichts wert, weil es nutzlos geworden ist.
auch 250gramm kaviar sind nichts mehr wert, nachdem sei ihren darmausgang verlassen haben.
gold verrottet zwar nicht, aber es ist von vornherein nahezu nutzlos. die wenigen indusrtriellen anwendungen und die möglichkeiten es zu schmuck zu verarbeiten, rechtfertigen den preis nicht. sein wert begründet sich hauptsächlich in einem kollektiven (aber)glauben

Apfelbaum
10
14.2.2012, 16:11
Eben darum

Gerade weil Gold "nahezu nutzlos" ist, ist es so wertvoll. Diese scheinbare Paradoxie funktioniert nach einem Prinzip, welches die Verhaltensforscher "Handicap-Prinzip" nennen: nur derjenige, der sonst über genügend Ressourcen verfügt, kann es sich leisten, auch in nutzlose Ressourcen zu investieren.

Nur totale Herrscher, die ihr Volk absolut im Griff haben und genügend Überschuss erwirtschaften lassen, können es sich leisten, einen Teil der Bevölkerung zu zwingen, in irgendwelchen Minen nach diesem "schönen" und knappen, aber sonst nutzlosen Zeug zu schürfen.

higgs - wozu?
12
11.2.2012, 13:04

naja - da kann man zwar versuchen zu regulieren, aber es klappt nicht, weil sich die mathematik eines verzinsten geldsystems nunmal nicht umkehren lässt - die geldmenge explodiert immer und das papier wird wertlos - die goldmenge kann aber niemals explodieren, insofern ist die werthaltigkeit natürlich besser - wobei gold als deckung für eine währung nicht wirklich geeignet ist - nnur die wirtschaft, also die summe an waren und dienstleistungen sollte die geldmenge decken, weil das ja auch die dinge sind, die mit dem geld gekauft bzw. getauscht werden sollen.
dafür muss sich aber die geldmenge an der wirtschaft oreientieren, und nicht die wirtschaft der geldmenge hinterherwachsen, so wie heute.

Der Ruhestifter
 
01
11.2.2012, 02:59
Ziemlich obskuranter aberglaube - richtig ist:

1) Geld bekommt, wie jedes symbol, seine bedeutung durch den gebrauch, der davon gemacht wird. Der glaube an ausgezeichnetes wahres geld mit innerer bedeutung ist ebenso unsinn, wie der an eine ausgezeichnete wahre sprache.
2) Wohlstand wird dadurch gesichert, dass ein ausreichender teil der produktion zur erhaltung der produktionsmittel verwendet wird. Nicht durch ansammeln von metallstücken oder papierschnitzeln.
3) Die summe nicht-konsumierter kapitalrenditen sollte gleich dem wachstum der produktionskapazität sein. Dabei können aber gewinne aktiver vermögen durch abschmelzen träger vermögen kompensiert werden.
4) Auch auf basis einer goldgedeckten währung können zusicherungen verzinster zukünftiger eigentumstransfers formuliert werden.

ohne-tee-party
14
11.2.2012, 00:15

ich gebs ja zu .. ich hab jetzt nicht den vollkommenen überblick über sämtliche standardartikel ..

aber mein eindruck ist schon, dass derartigen schrillheiten wie in diesem artikel mehr raum gegeben wird, als informativen artikeln über geld- und zinspolitik der ezb, "rettungs"schirmen .. von mir aus auch eurobonds oder sonstigen realitsnahen ansätzen.

warum eigentlich? finde ich schon sonderbar .. der standard versteht sich ja immerhin als seriöse, wirtschaftsnahe zeitung ..

www.banken-volksbegehren.at
22
11.2.2012, 07:20
So einige Leser werden ...

... die Satire in Ihrem Posting nicht verstehen.

Der Artikel gefällt mir
14
10.2.2012, 22:19
Bei einer Hyperinflation wechselt dann halt ein Goldbarren, oder einen ganzes Haus für einen Laib Brot den Besitzer!

Hatten wir ja schon einmal!

Geld (auch Goldmünzen) und Religion haben viel gemeinsam, ja eh - und? Was sind die Schlussfolgerungen? Was ist die Conclusio?

Sollen wir wieder leicht verderbliche Naturalprodukte wie Milch gegen Wolle für Kleidung tauschen?

Geld ist ein ''Medium'' und braucht das Vertrauen der Leute, die es benutzen, sonst bricht dieses Tauschsystem zusammen. Ja eh - und weiter?

Dem ''Medium'' einfach einen neuen Namen geben und hoffen es merkt niemand?

Zinsen verbieten? So wie die Araber, wo der Koran Zinsen verbietet, und viele vermuten, dass das mit ein Grund war, warum der Westen seit dem Mittelalter wirtschaftlich so davonziehen konnte.

Die meisten Leute haben von den Dingen des Alltags keine Ahnung. Auto, PC. Und?

Staatssekretär
00
10.2.2012, 23:29

Warum sollte bei Hyperinflation - wo ja das Geld nichts mehr wert ist - plötzlich Gold oder ein Haus ebenfalls nichts mehr wert sein?!

Dass es in Hungersnöten, zB nach dem 2. WK Menschen gegeben hat, die von Wien aufs Land gefahren sind und um einen Golddukaten 2 Hühner gekauft haben, stimmt - hat aber mit Hyperinflation überhaupt nichts zu tun.

Wenn ein Brot 1 Arbeitsstunde wert ist - ein Haus aber 15.000 Arbeitsstunden - warum in alles in der Welt, sollte man das tauschen?!

Sie verlieren Sparguthaben, Forderungen und Verbindlichkeiten lösen sich auf - was sie haben ist Arbeitskraft, die tagesaktuell ausbezahlt werden muss und feste Vermögenswerte.

Dolph
00
ad. Brot, weil sie eventuell verhungern...

Galileo
00
10.2.2012, 20:27
Wollen wir unser Kreditgeldsystem einfach mal Auto nennen -

Wachstumszwang ... ist es Tatsächlich Mut/Intelligenz in einem Auto zu fahren welches bei einem Nachlassen der durch die Beschleunigung Auftretenden "G" Kräfte auseinander fällt da es weder geschraubt oder geschweißt, sondern nur zusammengesteckt wurde und nur durch diese "G" Kräfte zusammengehalten wird (eine Höchstleistung Perverser Ingenieurskunst) Schwer unter Kontrolle zu halten so ein "Superrenner" (F.Aigner)

Würden Sie ein Auto mit derartigen Eigenschaften kaufen (Beim Geldsystem Akzeptieren sie jedenfalls diesen kleinen Konstruktionsfehler)

www.monetative.de
http://vollgeld.files.wordpress.com/2012/01/c... ative2.pdf
http://vollgeld.files.wordpress.com/2011/05/h... i-2011.pdf

Entfesselter Prometheus
01
10.2.2012, 19:00
Darf der das?

Darf er so offen über das Unaussprechliche sprechen? Darf er so offen das ganze System und seine Fürsprecher kritisieren? Und das hier?

ohne-tee-party
04
10.2.2012, 18:30

ja, viele reflektieren richtig über die zusammenhänge - und scheitern dann komplett im detail bzw. bei lösungsansätzen ..

bei dem herren hat man das gefühl, er ist goldhändler ..

www.banken-volksbegehren.at
01
10.2.2012, 17:10
Kahuna
11
10.2.2012, 16:35
Mein Tip fuer alle Weltuntergangsangsthasen,

ob jetzt Gold im Parkettboden, Kartoffelacker im Proellland, oder aufmunitionierte Glock...
Heirats einfach eine Schweizerin (oder Schweizer, je nach dem). Ist zwar eine fade Sache, aber sicher ist es in der Schweiz.

dick maverick
00
10.2.2012, 17:17
... ich fürchte

die meisten Schweizerinnen und Schweizer, die reich sind (sonst zahlt´s sich´s ja nicht aus, odrr?) heiraten selbst nur andere reiche Schweizer.

Die Gezeichneten
04
10.2.2012, 16:31
Geldpsychologe

An dem Beruf hätte Robert Lembke (RIP) sicher seine Freude gehabt...

burnout...das beim auto
04
10.2.2012, 16:10
new ideas. shareeverything. freiwilliger kommunismus 2.0

wir bauen uns ein neues system. wir besitzen eh schon alles. ab jetzt teilen wir alles miteinander. nicht zwanghaft, aber über facebook vernetzen wir uns und jeder darf die güter der anderen benutzen. dann hab ich einen riesigen speocher an neuen produkten, die ich nutzen kann aber nicht kaufen muss. es ist alles da. aber zur bespassung tauschen wir die güter einfach untereinander aus. hurra, jeden tag neue klamotten. super, ich kann mal trabi fahren, und dann porsche und dann toyota. oder ich wohn mal in einer fremden wohnung in zürich, dann in oslo und dann in bukarest und dann in istanbul. oder ich werde bauer und dann broker. lets mix everything. alles gehört jedem und wir tauschen uns aus. das wird ein heidenspass. couchsurfer. yuhu.

burnout...das beim auto
01
10.2.2012, 16:06
schade

dass hier nicht mehr kam, zu gott und geld und schuld und schuldner und zins und motten die gold zerfressen und liebe deinen nächsten und gut und treu handeln und allem was die bibel so zu diesem thema zu sagen hat.
da wäre nämlich vieles, das man so in den wirtschaftswissenschaften für diese zeiten lernen könnte.

KhalilG
 
02
10.2.2012, 16:21

die eu und der turmbau zu babel fällt mir auch noch ein!

moulin rouge
00
10.2.2012, 15:31
EIN SPARER ALS INVESTOR?

Nun verstehe ich endlich, warum wir beinahe keine Zinsen bekommen. Die glauben wir sind Investoren und sollen uns um unseren Zuwachs selbst kuemmern! Da kann man also wiederum getrost dem Spruch glauben, wer sich selbst hilft, dem hilft auch Gott!! Ich frag den Pendler, was ich tun soll, damit sich mein Sparvermoegen wieder vermehrt? http://www.youtube.com/user/00derpendler

Hans Hosendonner<<3
28
10.2.2012, 14:11
mein liste gewichtet angeführt von unsicher bis möglichst sicher bei vermögen:

unsicher:
1;wertpapiere: privatepensionsversicherungen, fonds, aktien

2; giralgeld am konto oder sparbuch (habe zumindest einen juristischen anspruch auf das gesamte geld

3; bargeld daheim (ist immun gegen bankenrun)

4, gold im banktresor (schlecht wenn die bank dicht macht)

5; gold daheim

6; häuser, wohnungen, (haben realen wert, können aber auch immobilienblasen zum opfer fallen)

7; kunstwerke, oldtimer, antiquitäten, etc... ( machen viel freude sind aber nicht lebensnotwendig)

8; großes grundstück am lande (wert durch natürliche lebensnotwendige ressourcen gesichert, selbstversorgung macht unabhängig)
das muss ich dann nur eventuell gegen plündernde horden verteidigen;-)

9, wissen, gesundheit, erkenntnis, freundschaft, liebe

Chien de Pique
02
10.2.2012, 19:28
Wieso soll das Gold daheim unsicherer sein als Kunstwerke und Antiquitäten? Diese sind leichter zerstörbar und größeren potenziellen Schwankungen im Wert ausgesetzt, können bei einer Flucht nicht mitgenommen werden, praktischen Nutzen hat nur der

Oldtimer. Gestohlen werden kann alles, das Gold aber leichter gesichert. Ich würde es zumindest zw. 7 und 8 einordnen. Gold wird auch immer industriell gebraucht werden (inkl. gewisser Schwund), selbst wenn es als Anlage außer Mode geraten sollte, höchstens eine unendlich effizientere Goldsynthetisierung als heute möglich könnte es gefährden.
Kunstwerke/Antiquitäten aus Gold wären natürlich doppelt gut bzw. Juwelen eine feine Sache.
Das Grundstück ist sicher nicht schlecht (außer im kommunistischen Szenario; v.a. im anarchistischen Szenario braucht es tatsächlich auch noch Waffen).
Enteignungsgefahr besteht aber prinzipiell bei allem von 1-8. Gesundheit ist ganz besonders leicht zu zerstören, damit auch die Selbsterhaltungsfähigkeit.

Hans Hosendonner<<3
00
11.2.2012, 09:45
das gold kann ich zwar leichter im tresor verwahren, aber es hat in wirklichkeit so gut wie garkeinen gebrauchswert- es ist weder notwendig , noch nützlich, noch bereitet es freude, noch bringt es uns kulturell weiter.

sein wert resultiert wie der wert des papiereldes bloß im allgemeinen glauben daran. aber wie sicher ist dieser glaube?
ausserdem ist gold anonym: ein dieb kann es leichter verkaufen als ein kunstwerk, das nur ein einziges mal existiert und dessen herkunft in sammler-und händlerkreisen bekannt ist
Ein wichtiges kunstwerk bereitet freude, regt diskussionen und geistigen austausch an, bringt erkenntnis; und auch ein oldtimer macht freude und ist nicht mehr reproduzierbar.
die wertbeständigkeit ist sicher weniger volatil als bei gold

das ist meine meinung dazu, andere mögen da wieder etwas anders gewichten

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