Leipziger Belletristik-Buchpreis an Wolfgang Herrndorf

15. März 2012, 17:05
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    foto: apa/ gert eggenberger

    Wolfgang Herrndorf, hier als Publikumspreisträger beim Ingeborg-Bachmann-"Wettlesen" 2004

Jörg Baberowski in der Sachbuch-Kategorie ausgezeichnet, Christina Viragh für ihre Übersetzung der "Parallelgeschichten"

Leipzig   - Der  Berliner Autor Wolfgang Herrndorf ist Träger des Leipziger Buchpreises 2012. Er erhält die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie Belletristik für den Roman "Sand" (Rowohlt Berlin),  teilte die Jury am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse mit. Herrndorf nahm wegen seiner schweren Krebserkrankung an der Preisverleihung nicht teil. "Sand" ist ein Thriller, ein Spiel um Gewalt, Verfolgung, Selbstsuche und Tod. In der Begründung der Jury hieß es: "Was diesen Roman so einzigartig macht, ist, mit welcher Leichtigkeit, welcher Eleganz im Ton und welchem Sinn von Komik Wolfgang Herrndorf diese absolute Alptraumszenerie erzählt."

Für den 1965 in Hamburg geborenen Autor, der  seit 2010 an einem unheilbaren Hirntumor  leidet, bedeutete der Leipziger Preis auch ein Wettlauf gegen die Zeit. Lange war unsicher, ob er seinen nun prämierten Agententhriller "Sand" überhaupt noch fertigbekommen würde. Im Vorjahr hatte er bereits mit seinem Bestseller "Tschick" auf der Nominierungsliste des Buchpreises gestanden.  "Keine Anfragen, keine Interviews, keine Lesungen", steht auf der Internetseite www.wolfgang-herrndorf.de. Nur in seinem Blog "Arbeit und Struktur" gibt er Auskunft über den Fortgang der Krankheit. Der aus einem "sehr kleinbürgerlichen Haushalt" stammende Herrndorf hatte ursprünglich in Nürnberg Kunst studiert und zunächst als Illustrator gearbeitet, unter anderem für das Satiremagazin "Titanic".  Sein erster Roman "In Plüschgewittern" (2002) fand wenig Aufmerksamkeit. Doch schon beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2004 konnte er als Newcomer mit einer Kurzgeschichte aus dem Stand den Publikumspreis einheimsen.

Sachbuch-Preis an Stalin-Studie

In der Kategorie Belletristik waren auch der Philosoph  und Schriftsteller Jens Sparschuh mit der Gesellschaftssatire "Im Kasten" vertreten, der Deutsch-Iraker Sherko Fatah mit "Ein weißes Land", dern Augsburger Autor und Regisseur Thomas von Steinaecker mit "Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen", sowie die Stuttgarter Autorin Anna Katharina Hahn mit "Am Schwarzen Berg" den Bewerberkreis.

Die Auszeichnung in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging an Jörg Baberowski für "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt" (C. H. Beck).  Nominiert waren auch  Carolin Emcke ("Wie wir begehren"), Manfred Geier ("Aufklärung"), Lothar Müller ("Weiße Magie") und Wilfried F. Schoeller ("Alfred Döblin"). Christina Viragh wurde für ihre Übersetzung aus dem Ungarischen von Peter Nadas' "Parallelgeschichten" (Rowohlt) ausgezeichnet. Nominiert waren zudem Nikolaus Stingl,  Caroline Vollmann, Hans Pleschinski und Thomas Frahm

Der mit insgesamt 45.000 Euro dotierte  Preis der Leipziger Buchmesse wurde zum achten Mal verliehen. Die Jury unter Vorsitz der Publizistin Verena Auffermann bestand aus Johanna Adorján (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung), Martin Ebel (Tages-Anzeiger, Zürich), Adam Soboczynski (Die Zeit) sowie die freien Literaturkritiker Eberhard Falcke und Ingeborg Harms.  2011 war der Österreicher Clemens J. Setz der Belletristik-Preisträger. (APA, 15.3.2012)

Pyg Malia
02
16.3.2012, 13:33
Geht in Ordnung

Herrndorfs Text sind quirlig, leicht, jedoch nicht seicht.

johann weissmueller
02
16.3.2012, 09:56

vor allem eines: gute besserung!!!

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