Es ist nie zu spät für ein Date und einen Tanz

9. Februar 2012, 16:12
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Compagnie Grenade, Doris Uhlich & Company of Elders: "Alles bewegt" das Festspielhaus St. Pölten

Tanz ist nicht nur Bewegung des Körpers. Tanz setzt etwas in und zwischen Menschen in Bewegung. Ein neues Projekt des Festspielhauses St. Pölten hat sich diese Idee auf die Fahnen geheftet: Das Tanz- und Musikprojekt "Alles bewegt" will Menschen aller Alters- und Bevölkerungsgruppen zusammenführen, um eine große Dance Community aufzubauen. Die Grundidee hinter der künstlerischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren unterschiedlicher Herkunft ist es, einen "Mikrokosmos der Gesellschaft" abzubilden.

"Alles bewegt" entsteht in Kooperation mit dem Londoner Tanzhaus Sadler's Wells und ist vom dort angesiedelten Community Dance Projekt "Sum of Parts" inspiriert. Die künstlerische Leitung übernehmen Joachim Schloemer, Intendant des Festspielhauses, und Jane Hackett, Choreografin am Sadler's Wells Theatre. Ziel des Projekts ist die Schaffung nachhaltiger Strukturen zur Kulturvermittlung.

Rund 120 Tanz-Aficionados aus St. Pölten und Umgebung wird die Möglichkeit geboten, über ein Jahr mit renommierten Choreografen und Musikern zu arbeiten. Sechs Tanzgruppen und eine Percussiongruppe proben gemeinsam, und im Mai 2013 wird eine gemeinsame Aufführung stattfinden. Die Arbeitsergebnisse der verschiedenen Communities werden für diese Abschlusspräsentation von Jane Hackett zu einem großen Ganzen zusammengeführt.

Für die künstlerische Leitung der Tanz-Communities konnten Doris Uhlich, Simon Mayer, Milli Bitterli, Clint Lutes, Josette Baïz und Jasmine Wilson gewonnen werden. Die musikalische Leitung übernehmen Murat Coskun und Maurizio Grandinetti.

"Alles bewegt" beginnt mit einer Kick-Off-Veranstaltung von 15. bis 18. Februar, in deren Rahmen das Projekt, seine Choreografen und Musiker von Joachim Schloemer präsentiert werden. Bei einem sogenannten "Speed-Dating" im gesamten Festspielhaus können sich Teilnehmer und Künstler während eines ganzen Workshop-Tages kennenlernen.

Zusätzlich stimmen drei Produktionen auf die kommende Zeit ein. Grenade: Les 20 Ans feiert den 20. Geburtstag der Groupe Grenade, die 1992 von der französischen Tänzerin und Choreografin Josette Baïz gegründet wurde. Mitglieder der Truppe für Nachwuchstänzer zwischen sieben und 18 Jahren sowie der Compagnie Grenade für junge Profitänzer zeigen ein energetisches Episodenstück, das in Zusammenarbeit mit sieben renommierten französischen Choreografen entstanden ist.

Als zweites Auftaktwerk ist Doris Uhlichs mehr als genug zu sehen. Die österreichische Choreografin und Performerin setzt sich darin mit den Themen Körper, Schönheit und damit verbundenen Normen auseinander.

Mit zwei Vorstellungen der Company of Elders kommt eine Gruppe des Kooperationspartners Sadler's Wells nach Wien: Das Ensemble im Alter zwischen 65 und 90 Jahren präsentiert Ausschnitte aus verschiedenen Arbeiten, darunter Choreografien der Hofesh Shechter Company und der Random Dance Company von Wayne McGregor.

Die rüstige Gruppe zeigt auch Niederösterreichs Senioren: Es ist nie zu spät, mit dem Tanzen anzufangen. "Alles bewegt" im Festspielhaus St. Pölten bietet eine geeignete Einstiegsplattform (Sabrina Zeithammer, DER STANDARD - Printausgabe, 10. Februar 2012).

  • Too cute to fail: Alle Kinder können tanzen.
    foto: salzmann

    Too cute to fail: Alle Kinder können tanzen.

  • Gut auf Stöckeln: Doris Uhlich hat "mehr als genug".
    foto: ballani

    Gut auf Stöckeln: Doris Uhlich hat "mehr als genug".

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