Biopolymer-Film

Neuartiger Datenspeicher aus Lachs-DNA und Nano-Silber

9. Februar 2012, 22:07
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    foto: philipp mueller, cfn

    Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme der Silber-Nanopartikel auf Lachs-DNA nach der Bestrahlung mit UV-Licht.

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    grafik: yu chueh hung, tshing hua university, taiwan

    Schematischer Aufbau des Datenspeichers: Eine dünne Schicht Lachs-DNA ist mit Silber-Nanopartikeln versetzt und zwischen zwei Elektroden eingebettet.

Bauteil speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich

Ein internationales Forscherteam hat einen neuartigen Datenspeicher entwickelt, der auf einem Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln bastiert. Der DNA-Speicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren, ist kostengünstig in der Herstellung und zudem umweltverträglich.

Das System besteht aus einer dünnen Schicht der DNA eines Lachses, die mit Silbersalzen versetzt und zwischen zwei Elektroden eingebettet ist. Wird es mit UV-Licht stimuliert, bilden sich Silber-Nanopartikel, durch die Strom fließen kann. So entsteht ein Biopolymer-Film, auf den sich Daten schreiben lassen. Der Speicher lässt sich einmal beschreiben und mehrmals auslesen (WORM - Write-Once-Read-Many-Times). In der Zeitschrift "Applied Physics Letters" stellt das Team aus Wissenschaftern vom deutschen Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und von der National Tsing Hua University in Taiwan ihre Entwicklung vor.

Preiswert und recycelbar

"Dieser DNA-basierte Speicher ist kostengünstiger als herkömmliche Speicher, die aus anorganischen Materialien wie Silizium bestehen", erklärt Ljiljana Fruk, die am DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) eine interdisziplinäre Forschungsgruppe für DNA-Nanotechnologie, Biofunktionalisierung und Design von lichtgesteuerten Nanobauteilen leitet. "Außerdem ist er recycelbar, und die Rohstoffe sind in der Natur reichlich vorhanden."

Bei niedriger Spannung fließt nur geringer Strom durch den DNA-Silber-Biopolymer-Film. Diesen Zustand interpretieren die Forscher als logische Null. Ab einer bestimmten Grenzspannung aber bilden sich freie Ladungsträger, die einen höheren Stromfluss verursachen, was von den Wissenschaftern als logische Eins interpretiert wird. Diese Leitfähigkeit lässt sich, wenn sie einmal erreicht ist, auch durch eine Änderung der Spannung nicht mehr rückgängig machen - einmal eingeschaltet, bleibt das System aktiv, egal welche Spannung anliegt. Auch nach 30 Tagen lässt sich die Leitfähigkeit noch nachweisen. Die Information bleibt also erhalten.

Technologie in den Kinderschuhen

Die Herstellung des neuartigen DNA-Datenspeichers verbindet aktuelle Erkenntnisse aus der DNA-Nanotechnologie mit Erfahrungen aus der Fertigung herkömmlicher Polymer-Bauteile. Die Forscher erwarten Anwendungen ihres Systems als optische Speicher oder auch in sogenannten plasmonischen Bauteilen. Plasmonen sind nanometergroße elektronische Anregungen in Metallen. "Die Forschung zu DNA als Biopolymer steht allerdings noch ziemlich am Anfang", erklärt Ljiljana Fruk. "In naher Zukunft werden sich daher noch weitere Anwendungsmöglichkeiten eröffnen." (red)

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15 Postings
Fritz Meyer
00
10.2.2012, 15:14
Mir fällt da immer dieser Datenspeicher...

aus dem Film Rollerball (natürlich dem Original) ein.

Und John Gielgud als konfuser Wissenschaftler, der "sein" Baby verzweifelt in Schutz nimmt, auch wenn es offensichtlich nicht funktioniert.

Mister Magister
 
13
10.2.2012, 11:57
Das Ding als "DNA-Speicher" zu bezeichnen ist wieder mal typischer Journalistischer Humbug um die Zugriffszahlen zu erhöhen.

Klingt cool, ich weiss, weil dadurch dem unbedarften Leser suggeriert wird, dass hier Information in ähnlicher Weise gespeichert ist, wie das in der DNA der Fall ist.

Nur...dem ist nunmal nicht so. Die Wahrheit ist ernüchternd, fast schon enttäuschend langweilig...die DNA, deren Sequenz in diesem Speicher vollkommen egal ist, dient hier lediglich als eine Art Trägermaterial, eine Komponente eines Verbundwerkstoffes wenn man so will...die eigentliche Speicherleistung wird durch die Silberpartikel erbracht.

Also bitte liebe Redak, "Biopolymerspeicher" "Biofilmspeicher" von mir aus BIO-WORM, alles OK.

Aber unsinnige reisserische Bezeichnungen habt ihr nicht nötig, das ist die Methode der Krone.

Freie Welt
00
12.2.2012, 14:31
Ja, ja, auch der Wurm profitiert vom Hirn des Philosophen,

sobald er erst im Grabe ruht.

Lupin 3.
 
00
10.2.2012, 14:16
Habe mir auch gleich beim Lesen der Überschrift gedacht, dass DNA nicht das wichtige dran ist

... und mich wiedermal darüber geärgert, dass "Wissenschafts"-Artikel in Zeitungen nur mit reißerischen und irreführenden Überschriften auftauchen (vom vollkommen verdrehten Inhalt durch falsche Schlussfolgerungen in vielen Artikeln gar nicht zu reden).

Warum muss Lachs-DNA in der Überschrift stehen? Weil's sich spektatkulärer anhört als, im Prinzip aber vollkommen irrelevant ist (Tipp für die Überschrift: mit Menschen-DNA wird's genauso funktionieren!)

chem
00
10.2.2012, 09:41
Uh, Uh - Nanosilber - Gefährlich ;-))

Harabeli
11
10.2.2012, 06:44
DNA

Die armen lachse....nimmt doch menschliches dna?

M L3
00
14.3.2012, 17:11
Da könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

Man extrahiert die DNA, bevor wir das Lachs-Filet essen. Dann haben wir auch keine gefährlichen Gene in der Nahrung, sie ist Gen-Frei. :-)

Mister Magister
 
01
10.2.2012, 11:51

Dass man DNA synthetisieren kann ist dir aber schon bekannt oder?

Google mal nach PCR.

Lupin 3.
 
00
10.2.2012, 14:24

Das war vom OP wohl nicht ganz ernst gemeint...

Aber synthetisieren wäre ziemlicher Blödsinn hier. Auch wenn die reißerische Überschrift es suggeriert, ob Lachs oder Mensch wäre vollkommen egal. Dass das ganze mit einer Menge an anderen Polymeren, die leichter großtechnisch herzustellen wären, auch funktionieren wird, steht leider auch nirgends. Aber dann könnte man ja "Datenspeicher" und "DNA" nicht mehr in einer Überschrift kombinieren!

fauler Student
10
10.2.2012, 11:42

Ich nimm an, dass das teurer wäre.

Mister Magister
 
00
10.2.2012, 12:00

Im kleinen ja.

Im grossen, wenns darum geht keine bestimmten Sequenzen zu erhalten, wärs vermutlich sogar billiger als die Mengen die man für die Industrielle Herstellung dieses Speichermediums braucht aus den Lachsen zu extrahieren...vor allem weil man sich die mühselige Aufreinigung und Konzentration spart.

Leser1010
 
00
10.2.2012, 00:11
Wann sind wir soweit,

alle unsere Peronenbezogengen Daten in unseren eigenen Körpern abzulegen?

Oh - Sh*t ich vergaß... das gibts ja schon und das nennt man Gedächtnis... Aber Apple beschreibt seine Patente ja auch immer so herrlich, vielleicht kann ich ja noch eins drauf anmelden...

Max Arnstein III.
 
00
10.2.2012, 08:50
Patentanwälte schreiben immer so

Walter Kaiser.
02
Und der Speicher des "Kleinen Mannes" wird aus Knackwurst gemacht.

flonks
09

Gibts das auch mit Forelle?

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