Projekt iHeal

Smartphone-App überwacht und verhindert Drogenkonsum

11. Februar 2012, 21:15

Multimedia-Gerät soll den Drang nach Drogen messen und sofort intervenieren

US-Wissenschafter arbeiten derzeit an einer Technologie, die in der Lage ist, aufkommendes Verlangen nach Drogen festzustellen und sofort einzugreifen, um den Drogenkonsum zu verhindern. Edward Boyer und sein Team von der University of Massachusetts Medical School in den Vereinigten Staaten entwickeln im Rahmen des Projektes "iHeal" dafür ein Multimedia-Gerät, das eine innovative Kombination sogenannter 'enabling technologies' darstellt. Erste Daten und wesentliche Erkenntnisseerscheinen nun online im "Journal of Medical Toxicology".

Sogenannte 'enabling technologies' - künstliche Intelligenz, kontinuierliche Überwachung der Körperfunktionen, drahtlose Verbindung und der Einsatz eines Smartphones - machen die Einflussnahme auf das Verhalten auch außerhalb von Klinik und Büro effektiver. Auf diese Weise lassen sich in der alltäglichen Umgebung eines Menschen Veränderungen des biologischen und emotionalen Zustands erkennen, die gesundheitsgefährdendes Verhalten wie etwa Drogenkonsum auslösen können.

App überwacht physiologischen Daten

iHeal ist anders als bisherige mobile Anwendungen - es arbeitet mit Biosensoren. Drogenabhängige oder Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung tragen einen Sensor ums Handgelenk: Gemessen werden elektrische Aktivität der Haut, Körperbewegungen, Hauttemperatur und Pulsschlag - alles mögliche Indikatoren von Erregung oder Stress. Der Sensor übermittelt die Informationen drahtlos an ein Smartphone, eine App überwacht und bewertet die physiologischen Daten des Nutzers.

Nimmt die Software ein erhöhtes Stress- oder Erregungs-Level wahr, wird der Nutzer aufgefordert, den Ablauf zu dokumentieren: gefühltes Stress-Level, Verlangen nach der Droge und aktuelle Aktivitäten werden notiert. Ziel von iHeal ist es, das Verlangen in Echtzeit zu identifizieren und exakt im Moment des größten Verlangens personalisierte Multimedia-Vermeidungsstrategien anzubieten.

Diskretes Sensorband

Die Studie von Edward Boyer und seinem Team untersucht die bisherige Entwicklung von iHeal, d.h. Systemarchitektur wie auch Feedback potenzieller Nutzer. Ziel war es, die wesentlichen Eigenschaften und mögliche Grenzen für den Nutzer auszuloten. Aus der Analyse wird deutlich, dass es nicht nur eine Reihe technischer Details zum Thema Datensicherheit zu beachten gibt. Es bedarf auch einer robusteren und weniger stigmatisierenden Version des Geräts, bevor es in der Öffentlichkeit tragbar ist. Denkbar wäre ein Sensorenband mit dem Aussehen und der Funktionalität einer Armbanduhr oder auch ein Sensor, der ums Fußgelenk zu tragen ist.

Die Autoren: "Unsere Studie zeigt ganz klar, dass zur Durchführung klinischer Tests zum Einsatz von 'enabling technologies' im Alltag ein besseres Verständnis der Nutzerpräferenzen vonnöten ist. Bei der Entwicklung von Interventionsmethoden sollte man sich vor allem auf die Erfahrungen der Nutzer selbst verlassen. Ganz wichtig ist auch die Wahrung der Anonymität der Studienteilnehmer, um eine Stigmatisierung zu vermeiden." (red)

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15 Postings
Ravenson
00
14.3.2012, 03:34
Ethische Fragestellung Technik - Mensch

In der Medizin im präklinischen und im klinischen Bereich, wird immer mehr Technik verwendet um den Patienten zu überwachen. Ich selbst bin freiwillig im Rettungsdienst tätig (also im präklinischen Bereich) und auch hier wächst die Zahl der technischen Einrichtungen zur Überwachung von Patienten. Man sollte sich aber trotzdem mal ein wenig mit der Ethik befassen und sich die Frage stellen, ist es denn sinnvoll. Natürlich ist der technische Fortschritt wichtig, und Technik kann auch Leben retten, doch meiner Meinung nach wird der Mensch teilweise in solchen Situationen auf Parameter und Daten reduziert und der Mensch an sich geht irgendwie unter.

Zinsenfeger
00
13.2.2012, 15:06
Beklemmend

Klingt schon fast nach der Welt von Phillip Dick

http://de.wikipedia.org/wiki/A_Sc... kle_Schirm

sozusagen
01
13.2.2012, 09:33

eine therapie unerwünschten verhaltens wird mit technischen mitteln eine ebensowenig nachhaltige wirkung zeigen, wenn alle anderen methoden bisher scheiterten. wie wirkt ein kalter, unempathischer alarm auf den therapiewilligen menschen, wenn er ihm bloß ständig seine schwäche auf dem display vorführt?

bläh! bläh!
07
12.2.2012, 14:16

so was sollte verboten werden und drogen erlaubt…nicht umgekehrt.

No_lD
00
14.2.2012, 07:34
drogen sind eh erlaubt

alkohol und nikotin ab 16j bei uns in Österreich.
Durch die gesellschaftlichen rollenvorbilder kommts zum missbrauch, ist ja schon länger bekannt. Der schritt zu den illegalen drogen ist dann nur mehr ein lärcherl.
Trotzdem wird noch immer an diesen umständen vorbei geforscht, weil sich das etablierte, grundsätzliche fehlverhalten viel schwerer ändern lässt.
ist wie mit dem finanzmarkt ;)
...oder einfach typisch mensch. wohl das einzige lebewesen, das sich selbst auszurotten versucht :)

Wappen hea
00
12.2.2012, 13:52

"... posttraumatischer Belastungsstörung ... " - ich bin qualifiziert!

" ... elektrische Aktivität der Haut, Körperbewegungen [Anm. viell nur kleine Bewegungen und Zucken], Hauttemperatur und Pulsschlag - alles mögliche Indikatoren von Erregung und Streß."

Ok, und bei welchem Autofahrer, oder gar beruflich Mobilen, würden da nicht während des Fahrens alle paar Minuten die Sensoren anschlagen? Muß ich jetzt von Berufs wegen tagsüber Kiffen und Saufen und welche Beratungsstelle klärt mich über den sicheren Gebrauch dieser Beruhigungsmittel auf?

Verkommen Lehrer durch flächendeckendes Erfassen dieser Daten zu Junkies?

Erklärt das die orientierungslose Faselei unserer Politiker? Alles gestresste Menschen?

tan48
00
12.2.2012, 13:26
Also nicht wundern, wenn demnächst der Fendrich zu piepsen beginnt ;)

der schwitzbär der schwitzt sehr
04
12.2.2012, 12:16
Sensor ums Handgelenk, verbunden mit Datenbank

nicht der Mikl-Leitner erzählen, sonst kommt die auf dumme Gedanken

higgs - wozu?
04
12.2.2012, 11:37

wiebitte? sind die endgültig in ihren orwellschen fieberträumen aufgegangen? kann man sich jetzt nichtmal mehr vernünftig einpuffen, ohne daß einem sein eigens eifon dafür beschimpft, anzeigt oder am besten gleich per taser wieder ausnüchtert?

ich würd gern eine app rausbringen, die einem per knopfdruck mittels des im handy eingebauten mikrowellensenders genau jene hirnregion stimuliert, die unsere körpereigenen halluzinogene wie dmt ausschütten - ich denke dafür wär ein markt vorhanden, nachdem es ohne externe substanzen erfolgt dürfte es auch im einklang mit dem suchtmittelgesetz sein, und das wär die passende antwort auf obige "big brother" app.
jetzt neu eifon 5 mit integriertem trip-generator - ihr franzjosefhartlauer

Bitte Bitte
00
16.2.2012, 02:57
Was Sie beschreiben ist die Rückseite

derselben Medaille.

Long Dong Kong
00
12.2.2012, 10:59

Bekommt man eine Warnung wenn das Gerät registriert, dass man oft am Karlsplatz ist ?

Wutmensch
02
12.2.2012, 10:37

kann das auch gleich direkt in den Facebook-Status kopiert werden?

Bertel Mann
09
12.2.2012, 08:58
Am besten gleich in die Cloud senden - da sind die Daten sicher

peter schmidt
 
012
12.2.2012, 00:07
Könnte sinnvoll sein.

Sollte der Dealer direkt auf die Daten Zugriff haben und rechtzeitig alarmiert werden. Das wäre praktisch. Gibt nichts ärgerliches als wenn der Dealer 10mal anruft und man nichts will und wenn man will ist er nicht erreichbar.

datum abgelaufen, ware in ordnung
01
11.2.2012, 22:38

fühle ich hier einen hauch von praxisfremde ?

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