Griechen sagen Ja

EU-Finanzminister durch­leuchten Athen-Sparplan

9. Februar 2012, 19:44
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    In Brüssel muss er dennoch einiges erklären.

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Die von den Geldgebern geforderten Einschnitte sind in Griechenland durch, in der Eurozone wird jetzt geprüft, in Griechenland gestreikt

Athen/Brüssel - Nach tagelangem Verhandlungspoker hat Griechenland neue Sparauflagen akzeptiert und damit eine entscheidende Hürde für weitere Milliardenhilfen genommen. Nur wenige Stunden vor der Krisensitzung der Euro-Finanzminister stimmten die Spitzen der drei Regierungsparteien am Donnerstag in Athen den von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderten Einschnitten zu. Die Einigung hatte auch unmittelbar darauf personelle Konsequenzen in der griechischen Regierung zufolge. Der politische Staatssekretär im Arbeitsministerium, Giannis Koutsoukos (Sozialisten), trat aus Protest gegen die harten Kürzungen sozialer Programme zurück.

Davon unberührt bewerten am Abend die Finanzminister der Euro-Zone, ob die Zusagen ausreichen. Griechenland braucht bis Mitte März frisches Geld, sonst droht dem Land die Pleite. Die Gespräche zwischen der Regierung und der Troika aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission seien am Donnerstagmorgen erfolgreich abgeschlossen worden, erklärte der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos und fügte hinzu: "Die Parteichefs haben dem Ergebnis zugestimmt." Der Sanierungsplan ist Bedingung für das zweite, auf 130 Milliarden Euro taxierte Kreditpaket der Euro-Länder und des IWF für das Land. 

Nicht alles in trockenen Tüchern

Der rettende Sparplan sieht Einsparungen über 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder 3,3 Milliarden Euro allein 2012 vor. Zur neuen Streichliste gehört eine Kürzung des Mindestlohn von monatlich rund 750 Euro um 22 Prozent. Das Urlaubsgeld in der Privatwirtschaft soll nicht wegfallen. Das Einnahmeziel aus Privatisierungen soll bis 2015 jetzt bei 19 statt ursprünglich 50 Milliarden Euro liegen. Doch offenbar will die Regierung bis 2015 über Ausgabensenkungen und Steuererhöhungen 13 Milliarden Euro erzielen, fast doppelt soviel wie ursprünglich geplant.

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos hofft nun nach eigenen Worten auf ein Ja zum Kreditpaket. Doch eine abschließende Entscheidung ist nicht zu erwarten. "Es gibt viele Unklarheiten", sagte etwa Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble verlangt, dass die Griechen die noch vom ersten Anpassungsprogramm unerledigten Reformen und Einsparungen gesetzlich anschieben müssen, ehe es neue Hilfen geben kann. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn zufolge müssten die Griechen die Partner noch vom Umsetzungswillen "überzeugen". "Es ist nun an der griechischen Regierung und dem Parlament, ihre europäischen Partner zu überzeugen durch feste Zusagen und konkrete Handlungen, was die Sicherung von finanzieller Konsolidierung und Strukturreformen angeht."

Allerdings sollen die Griechen grünes Licht erhalten, um in der kommenden Woche den privaten Gläubigern ein Angebot zum Schuldentausch zu unterbreiten. Griechenland soll durch den Forderungsverzicht um rund 100 seiner über 350 Milliarden Euro Schulden entlastet werden. Seit Wochen ist klar, dass angesichts der noch schlechteren Wirtschaftslage die Summe von 130 Milliarden Euro nicht reichen wird. Wie die Lücke geschlossen werden soll, ist aber umstritten. Neben höheren Hilfskrediten ist ein Sanierungsbeitrag der Europäischen Zentralbank im Gespräch, die hohe Bestände an griechischen Staatsanleihen hält. EZB-Chef Mario Draghi vermied auf seiner monatlichen Pressekonferenz in Frankfurt dazu allerdings jeden Hinweis.

Widerstand in der Bevölkerung

Die Bevölkerung in Griechenland wehrt sich dagegen immer stärker gegen die Strategie der Troika - hartes Sparen und Reformen für mehr Wachstum. Die Gewerkschaften riefen aus Protest gegen die Sparauflagen zu einem zweitägigen Generalstreik am Freitag und Samstag auf. Die Maßnahmen stürzten Rentner, Arbeitslose und Jugendliche ins Elend, sagte der Chef der Gewerkschaft der Staatsbediensteten, Ilias Iliopoulos: "Wir werden das nicht akzeptieren, das gibt einen sozialen Aufstand." Auch am Donnerstag Abend haben mehr als 6000 Menschen gegen die unbarmherzigen Einschnitte demonstriert.

Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis warnte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" indes vor "einem großen Knall" in der Gesellschaft, wenn den Politikern keine Strategie zum Umsteuern des Landes einfalle und sie stattdessen nur die Einkommen immer weiter kürzten. (APA/Reuters/red, derStandard.at, 9.2.2012)

Kommentar posten
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zickzack
00
13.2.2012, 10:49
na dann..
00
10.2.2012, 08:25

man kann griecheland nicht helfen den dann würde ja ein jeder das haben wollen und das geht nicht... so einfach ist das... also ruiniert man lieber ein ganzer staat, auch wenn es anders gehen würde, aber die anderen zittern jetzt schon vor angst dass das auch ihnen passieren kann, ziel ereicht...

Wer lesen kann...
02
10.2.2012, 07:47

Papier ist geduldig... und die EU Verhandler naiv.
Alleine das mit dem privatisieren ist ein Witz, da ist doch absolut nichts was jemand kaufen wuerde.

Bluestone
00
10.2.2012, 06:18

Die griechischen Oppositionsparteien haben doch schon angekündigt, daß sie nach den nächsten Wahlen alles wieder rückgängig machen werden. Und damit werden sie auch an die Macht kommen.
Die Griechen werden sich nicht an die Zusagen halten! Aber was gibt es Neues?

)so(
00
10.2.2012, 04:52
"Ja" sagten Griechen bislang schon oft, allein es fehlten die Taten

Vom Steuereintreiben über den Aufbau eines funktionierenden Verwaltungsapparates bis hin zur Missbrauchsbekämpfung im Pensionssystem. In letzterem gelangten (2001-2011) EUR 8 Mrd (sic!) an Verstorbene zur Auszahlung. Im 21 Jhdt scheitern die Lokalverwaltungen landesweit immer noch bei dem Versuch, ein Grundbuch einzuführen. Nicht mal im Immobilienbereich herrscht Rechtssicherheit (ohne Fakelaki). Wie sollen so Investitionsanreize greifen? Moderne Personenmelderegister (entscheidend für das Steuerinkasso)? Fehlanzeige! Nein, in diesem Staat muss man von Grund auf neu anfangen.

call me snake
00
10.2.2012, 03:30
call me snake

sie spielen doch nur unschuldige kleine spiele

Wenn du den himmel siehst, denke an ihn, denke an
den Night Rider

Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht mitgegekommen

codeno
00
10.2.2012, 02:24
und wieder mal...

geht's vor allem den kleinen und an der krise unschuldigen an den kragen: senkung des mindestlohns um 22%! ja, geht's denn noch? den lohn von denen einschränken, denen sowieso nichts zum sparen bleibt? so treiben sie griechenland sicherlich in den ruin. und europa und jeden gemeinschaftssinn gleich mit dazu

)so(
00
10.2.2012, 05:05

Auf mich wirkt es zusehends so. Denn ich tue mir schwer zu glauben, dass die europäische Polit-Elite und die internationale Finanz-Oligarchie derart weltfremd sind, um die politischen Langzeit-Folgen ihres Handelns nicht erkennen und gewichten zu können. Die Nonchalance in der Suche nach jenen Personen, die die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone zu verantworten haben und jenen Institutionen, die verantwortlich dafür sind, dass jahrelang manipulierte Zahlen reportet werden, deutet für mich ebenso in diese Richtung.

Prinzessin Li
02
10.2.2012, 02:02

da das Thema in der Rubrik "Web" schon ziemlich weit nach unten gesunken ist, hier der Hinweis, dass es am 11. Februar einen Aktionstag gibt an dem Menschen Nein zu ACTA sagen.
http://www.stopp-acta.info/
In Wien wird es so weit ich bisher gelesen hab, im ersten Bezirk einen Rundgang geben, der in der Nähe des Stephansplatzes beginnt und im Bereich Volksgarten ungefähr endet.
Wer genauere Informationen hat, gerne!

tock tock tock
00
10.2.2012, 02:37

ich hoff, sie haben nix dagegen, wenn ich da an ihre Posting noch etwas Zusatzinfo hänge?

tock tock tock
02
10.2.2012, 02:37

Allerdings! Dieser Geheimgesetzgebung gehört ein Tritt in den Arsch!

Wie das so läuft:

Die Köpfe hinter ACTA in der EU-Kommission

Handelskomissar Karel de Gucht und Michel Barnier (Binnenmarkt) treiben das umstrittene Abkommen voran. Die für "geistiges Eigentum" zuständige Juristin der Kommission war bis 2004 Top-Lobbyistin der Musikindustrie.

http://fm4.orf.at/stories/1694349/

FÜR WEN arbeiten die Politiker, die diesen Vertrag unterschreiben? Fürs Volk? Wohl eher nicht - ich wüsste da eine passende Bezeichnung für solche Politiker!

The Lucky Savage
00
10.2.2012, 01:52

EU ZIEHT DAUMENSCHRAUBEN AN

martha meier
01
10.2.2012, 01:36

Die Griechen halten sich sowieso wieder nicht dran. Die sollen endlich raus aus dem Euro, den dass die ihr Defizit nicht endlich eingrenzen wollen haben sie hinlänglich bewiesen.

The Lucky Savage
00
10.2.2012, 01:34

wenn des die Besten von den Besten sind dann traue ich den Krebs der in meinen Bach überwintert hat. Der Fledermaus die auf meinen Dachboden überwintert hat und der Katze die alles daransetzt die zwei zu fangen
aber mehr zu

santa fe
 
30
10.2.2012, 01:27

was die FI (finanzindustrie) von griechenland und allen regierungen der welt erpresst, ist sparen bei den 95% und steigende einnahmen ohne abgaben für sie selbst.

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle.

LGM
01
10.2.2012, 04:11

Was ist mit den 99%? Sind 4% aufgrund der laufenden Dauerpropaganda schon auf die andere Seite gewechselt?

F.B.
 
01
10.2.2012, 01:01
alle reden sie vom "scheitern des euro"

das einzige was ich gesehen habe ist das scheitern der griechen

dem euro gehts blendend und wenn wir erstmal diesen albatross griechenland los sind kann die krise auch bewältigt werden

dieses geschwafel von "eurokrise" geht mir schon am nerv

es ist nach 2008 den griechen aufeinmal eingefallen dass ihre schulden 30% höher sind als sie immer angegeben haben und damit hats begonnen

sie haben gelogen und betrogen und wir müssen die zeche tragen, und dieser unsinn von "griechenland wird kaputtgespart" ist auch lächerlich

griechenland wird kein geld mehr gegeben, nur das nötigste und DAS ist das problem, sie müssen mit dem auskommen was sie herstellen (fast nix) und lernen dass man eben für konsum auch arbeit braucht

Norbert_Brandstätter
10
10.2.2012, 00:11
Leere Phrasendrescherei

Genau wie bei der Kärntner Hypo. "Ein Super Geschäft für die Steuerzahler".

Dann werden halt Zusagen doch nicht eingehalten, oder man hat halt einfach nicht Pech weil irgendetwas ganz unerwartet blöd gelaufen ist, etc etc

Am Ende ist das Geld verloren, und keiner will die Verantwortung tragen.

Österreich ist auch um nichts besser: Die Finanztransaktionssteuer wird mit eingerechnet, obwohl sie noch nicht beschlossen ist, und auch nie sein wird. Die Steuergeschenke für die Reichen (13./14. Gehalt) bleiben dann doch witgehend aufrecht. Immobiliengewinne-Steuer: Da fallen mir spontan mindestens 10 Schlupflöcher ein, vor allem für gut vernetzte Grassers und Mensdorfs.

magenta cyan
00

bei all dem irrsinn nur eine bitte: verschont uns mit diesem heuchlerischen affentheater, das vor jedem schuldentilgungs-showdown fortan abgezogen wird. nichts wird sich ändern - was wurde von den frühheren - ach so hart erkampften griechischen sparpaketen umgesetzt? mir wird jedenfalls immer klarer, woher die technik ihren namen hat. griechisch eben.

Manuel Santillan
00
sulik spricht klartext

schade dass diese diskussionrunde mit hrn sulik untergegangen ist...
http://www.youtube.com/watch?v=b... ure=relmfu
http://www.youtube.com/watch?v=n... re=related

Walt Albert
03
Fast kein Sparen in Griechenland

die Staatsdiener - 750.000 Beamte zählt das Land, dazu kommen rund 600.000 Angestellte von Staatsunternehmen – bei gerade einmal 10,7 Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: Die Bundesrepublik leistet sich gut 1,5 Millionen verbeamtete Mitarbeiter, deren Kosten schon ruinös genug sind.
Mehr: http://www.welt.de/kultur/hi... Beute.html

chaimele
25
ah, jetzt verstehe ich es. griechenland soll vom lohnniveau auf chinesisches niveau gedrückt werden

da wird dann nokia, philips, u.a. in griechenland produzieren lassen. clever, clever, was die troika und unsere finanzminister so alles bedenken.

Walt Albert
01
Leider, Sie verstehen nichts.

Lohnniveau sinkt nur bei Mindestlohnempfänger - nur bei neuen/nicht jetzigen und das ist im Privatsektor. Mindestlohnempfänger sind von 90% Gastarbeiter aud Bulgarien oder Macedonien.
Weiter - die 15000 Beamten im Staatsdienst sind gerade die, die im diesem Jahr in Rente gehen. Keine entlassungen im Staatssektor - Staatsbeamten dürfen in Griechenland nicht antlassen werden - die sind nämlich unter Verfassungschutz.

smid
00
11.2.2012, 01:51
sorry aber das stimmt so nicht

Mindestlohnempänger sind sehr wohl Griechen; es gibt auch jetzt schon Löhne darunter und sehr wohl an Griechen; und die gekürzte Arbeitslosenunterstützung (55% d Gehalts vorher) greift dann auch

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