Roseanne will ins Weiße Haus

9. Februar 2012, 14:34
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Schauspielerin setzt sich für die US-Grünen ein und benutzt die sozialen Netzwerke für ihren Wahlkampf

Klingt komisch, ist aber so: US-Schauspielerin Roseanne Barr will Präsidentin werden. Nicht für die Demokraten und auch nicht für die Republikaner, sondern für die Grünen. In einer Twitter-Meldung hat die 59-Jährige ihre Kandidatur verlautbart. "Sowohl die Demokraten als auch die Republikaner vertreten nicht die Interessen der Amerikaner", begründete der Fernsehstar die Entscheidung. Diese hatte sie nach Jahren in der relativen medialen Bedeutungslosigkeit freilich auch wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit bugsiert. Nun hat die ehemalige Schaufensterdekorateurin aus Salt Lake City offiziell alle Dokumente bei der Zentralen Wahlkommission eingereicht.

Ihre Plattform ist die Green Tea Party, die sich für eine "Patriotensteuer" auf importiertes Öl einsetzt, um die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen zu beenden. Wer wissen will, was eine Präsidentin Barr mit ihrer Macht so anfangen würde, braucht sich bloß ihre Tweets zu Gemüte führen. Die US-Notenbank Fed würde sie entmachten, den Bürgern ihre Schulden aus der Immobilienkrise nachsehen, Homosexuelle endlich gleichstellen, Krieg verbieten und Marihuana dafür legalisieren.

Klingt utopisch? Ist es auch, aber Roseanne Barr ist sich der Wolkenschlösser bewusst, die sie über ihre Wahlkampfmaschine namens Twitter errichtet. Sie gehe davon aus, dass an ihrer statt am Ende eine ernsthafte Kandidatin - nämlich etwa die Ärztin Jill Stein - das Ticket der Grünen erhalten werde. Diese werde sie dann nach Kräften unterstützen. Bis dahin aber will Roseanne Barr, die Arbeiterhausfrau aus dem Fernsehen, den US-Grünen zu ungewöhnlicher Publicity verhelfen. (red)

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Süddeutsche Zeitung: Roseanne for President

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Barr bei einem Promotion-Auftritt - noch als Schauspielerin - 2008.

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